Gebäudereiniger-Handwerk kommt auf 1.005.213 Beschäftigungsverhältnisse – die neue Bundesstatistik zählt seit 2024 Jobs statt Personen
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Sonntag, Aug. 30, 2026
Bis zum Berichtsjahr 2023 zählte die amtliche Statistik Personen in ihrer Haupttätigkeit. Für 2023 kam die Gebäudereinigung damit auf 696.444 Beschäftigte. Seit dem Berichtsjahr 2024 wird jedes einzelne Arbeitsverhältnis gezählt, auch wenn eine Person mehrere davon hat.
Eine Zählweise, die Nebenjobs sichtbar macht
Das sogenannte Jobkonzept erfasst abhängig Beschäftigte mit jedem ihrer Arbeitsverhältnisse, unabhängig davon, ob es sich um eine Haupt- oder eine Nebentätigkeit handelt. Gerade in der Gebäudereinigung mit ihren Rand- und Teilzeiten verändert das die Größenordnung erheblich. Auf die Zahl der Betriebe und auf die Umsätze hat die Umstellung laut BIV keinen Einfluss.
„Eine Branche, in der eine Million Arbeitsverhältnisse stecken, wird in der Öffentlichkeit noch immer unterschätzt. Die neue Zählweise korrigiert nicht die Wirklichkeit, sondern das Bild davon“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Was die Umstellung für Vergleiche bedeutet
Zeitreihen über das Jahr 2024 hinaus lassen sich nicht mehr bilden. Der BIV weist ausdrücklich darauf hin, dass ein valider Vergleich der Beschäftigtenstatistik mit den Jahren vor 2024 nicht mehr möglich ist. Für das Jahr 2025 liegen noch keine Werte vor.
Der Verband stellt seine eigene Kommunikation rückwirkend ab dem Jahr 2024 auf die neue Bundesstatistik um. Wer ältere Angaben zitiert, vergleicht zwei verschiedene Konzepte miteinander.
Wie sich die Auftragslage im Jahr 2026 darstellt
Das Wachstum der Zahlen bedeutet keine gute Konjunktur. Nach Angaben des BIV zeigte die eigene Konjunkturumfrage im Frühjahr 2026 das schlechteste Stimmungsbild seit Beginn dieser Erhebungen. Kunden aus Industrie, Büro und Verwaltung reduzieren Aufträge, Investitionen werden verschoben.
Fünf Eckdaten beschreiben die Lage der Branche:
Womit die Branche im Herbst 2026 rechnet
Laut BIV fordert die Gewerkschaft IG BAU (Bauen-Agrar-Umwelt) für die beschäftigungsstärkste Lohngruppe ein Plus von mehr als 13 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Der BIV, der für die Unternehmensseite verhandelt, hat die Forderung am 15. Juni 2026 zurückgewiesen. Die erste Tarifrunde ist für den 9. September 2026 angesetzt.
Auftraggeber spüren die Personalkosten unmittelbar, denn Lohn ist in der Gebäudereinigung der mit Abstand größte Kostenblock. Welche Positionen in einem Angebot stecken und wie Leistungsverzeichnisse kalkuliert werden, ordnet eine Übersicht zu Richtwerten in der Gebäudereinigung für Auftraggeber ein.
Für den Arbeitsmarkt bleibt der Befund vom Juli 2026 bemerkenswert: Kein anderes Handwerk in Deutschland bindet so viele Menschen wie das Gebäudereiniger-Handwerk.
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