Arbeitszeitmodelle sind auch immer ein Spiegel der Gesellschaft und ein Gradmesser der Innovationsfreudigkeit von Unternehmen. Galt es lange als eine Art Naturgesetz, dass man morgens in die Arbeit geht und abends wieder heim, haben die Digitalisierung und der Zwang zum Home Office in der Pandemie dieses tradierte Modell gründlich aufgebrochen. Heute gibt es so viele Möglichkeiten, Arbeit und Privatleben unter einen Hut zu bringen, dass es manchmal schwer scheint, den Überblick zu halten.
Hier sind deshalb die wichtigsten Arbeitszeitmodelle und wichtige Begriffe kurz und bündig erläutert.
Was sind Arbeitszeitmodelle und warum sind sie so wichtig?
Arbeitszeitmodelle sind Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmenden, mit denen die täglichen, wöchentlichen oder jährlichen Arbeitszeiten festgelegt werden. Sie sind zusammen mit Regelungen zu Gehalts- und Lohnzuschlägen, Urlaubsansprüchen und dem Umgang mit Überstunden ein wesentlicher Bestandteil von Arbeits- und oder Tarifverträgen.
Arbeitszeitmodelle haben eine hohe praktische Bedeutung, weil darin festgelegt ist, wann der Arbeitgeber Mitarbeitende in welchem Umfang zur Arbeit verpflichten kann. Das ist die Grundlage der Einsatzplanung und Personalbedarfsplanung. Umgekehrt ist darin auch festgelegt, wann und in welchem Umfang Mitarbeitende das Recht auf Beschäftigung und Freizeit haben.
Die Wahl eines passenden Arbeitszeitmodelles ist die Voraussetzung für Flexibilität und sichere Verfügbarkeit der Mitarbeitenden, zum Beispiel im Gesundheitswesen mit seinen Schicht- und Bereitschaftsdiensten oder Unternehmen mit stark schwankendem Arbeitsaufkommen.
Die wichtigsten Arbeitszeitmodelle im Überblick
Das Modell Vollzeit: Mitarbeitende arbeiten in Vollzeit in der Regel fünf Tage pro Woche, jeweils sieben bis acht Stunden täglich, also 35 bis 40 Stunden pro Woche.
Das Modell Teilzeit: Mitarbeitende arbeiten weniger Stunden als in Vollzeit. In der Praxis bedeutet das, dass sie nur an bestimmten Tagen oder weniger Stunden pro Arbeitstag arbeiten. Die Anzahl der Wochenstunden ist individuell vereinbar. Das bietet beiden Seiten die Möglichkeit, Lösungen zu finden, die den jeweiligen Anforderungen und Wünschen entgegenkommen. Teilzeit ist auch vorrübergehend möglich mit Garantie, nach einem vereinbarten Zeitraum wieder in Vollzeit arbeiten zu können. Bekanntestes Beispiel dafür ist die Elternzeit. Das Modell wird auch häufig genutzt, wenn Angehörige gepflegt oder nach einer Unterbrechung, zum Beispiel durch Krankheit, wieder voll in den Beruf eingestiegen werden soll.
Das Modell Gleitzeit: Kernarbeitszeit, in der Mitarbeitende anwesend sein müssen, zum Beispiel von 10 bis 15 Uhr. Die Mitarbeitenden können selbst nach Bedarf entscheiden, wann sie die Stunden arbeiten, um auf die vereinbarte Stundenanzahl zu kommen. Über- und Fehlstunden werden in einem Arbeitszeitkonto festgehalten und müssen innerhalb eines festgelegten Zeitraumes ausgeglichen werden.
Das Modell Schichtarbeit: Die Mitarbeitenden arbeiten in festgelegten Zeiträumen nacheinander, zum Beispiel in einer Frühschicht von 6 bis 14 Uhr und einer Spätschicht von 14 bis 20 Uhr. Damit arbeitet zu jedem Zeitpunkt nur ein Teil der Belegschaft, über den Tagesverlauf jedoch die gesamte. Im Gesundheitswesen, im Bereich Sicherheit und kritischer Infrastruktur, aber auch bei Unternehmen, die Ihre Produktion nicht einfach unterbrechen können, sind auch Nachtschichten üblich. Während ihrer Schichten besteht für Mitarbeitende grundsätzlich eine Anwesenheitspflicht.
Das Modell Jobsharing: Bei diesem Modell teilen sich zwei Mitarbeitende eine Vollzeitstelle, normalerweise im Verhältnis 50/50. Wer wann genau arbeitet, machen diese beiden Mitarbeitenden in der Regel unter sich aus.
Das Modell Jahresarbeitszeit: Bei diesem Modell vereinbaren beide Seiten eine Gesamtzahl von Arbeitsstunden pro Jahr. Diese können relativ flexibel und bedarfsgesteuert über das Jahr verteilt werden. Dieses Modell bietet sich für Branchen mit starkem Saisongeschäft an, zum Beispiel den Tourismus, die Gastronomie, die Landwirtschaft oder manche Dienstleistungen. Dieses Prinzip lässt sich auch auf das gesamte Arbeitsleben übertragen. Dann spricht man von einem Lebensarbeitszeitmodell.
Sonderfall Minijob: Entscheidend ist hier der Bruttoverdienst, nicht die Arbeitszeiten. Bei aktuell 603 Euro im Monat und einem Mindestlohn von 13,90 € pro Stunde beträgt die maximale monatliche Arbeitszeit rund 43,5 Stunden. Bei höherer Entlohnung ist sie entsprechend niedriger.
Vertrauensarbeitszeit: Im Prinzip handelt es sich dabei eigentlich um kein Arbeitszeitmodell. Vielmehr ist die Vertrauensarbeitszeit ein Ansatz, Leistung nicht an der Präsenz am Arbeitsplatz zu messen, sondern an den Ergebnissen. Ob die Mitarbeitenden tatsächlich die vereinbarten Stunden arbeiten, ist nebensächlich. Zwar müssen Mitarbeitende spätestens seit dem EuGH-Urteil zur Zeiterfassung im Jahr 2022 ihre Arbeitszeiten inklusive Überstunden exakt erfassen. Doch Arbeitgeber sind nur zur stichprobenartigen Überprüfung dieser Angaben auf Plausibilität verpflichtet.
Arbeitszeit- oder Ampelkonten: Auch hier handelt es sich im Prinzip um keine eigenständigen Arbeitszeitmodelle, sondern um eine Herangehensweise, um Über- und Fehlstunden zu managen. Dabei werden bestimmte Schwellenwerte für das Stundensaldo definiert, ab denen Maßnahmen ergriffen werden, um diesen Saldo wieder auszugleichen.
Homeoffice und Hybridmodelle: Das Homeoffice gilt als ein ganz wesentlicher Baustein, um Arbeit und Familie besser unter einen Hut bringen zu können. Ausschließlich im Homeoffice arbeiten allerdings nur die wenigsten Angestellten. Die Mehrheit arbeitet einen Teil der Arbeitszeit, zum Beispiel an bestimmten Tagen, von zu Hause aus und die restliche Zeit ganz klassisch an einem Arbeitsplatz vor Ort im Betrieb. Je nach praktischer Umsetzung und der vorliegenden Flexibilität kann man Homeoffice und Hybridmodelle zu den Arbeitszeitmodellen zählen – oder auch nicht.
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Welches Arbeitszeitmodell passt zu welchem Betrieb?
Ein Arbeitszeitmodell sollte so gewählt sein, dass die verfügbaren Ressourcen möglichst effizient eingesetzt werden können: Immer ausreichende Besetzung, möglichst wenig Leerlauf.
Welches Arbeitszeitmodell das Beste ist, kommt immer auf den Einzelfall an. Generell lässt sich aber sagen: Umso größer und kurzfristiger die Schwankungen im Arbeitsaufkommen, umso flexibler muss das Arbeitszeitmodell sein.
Und auch die Art des Unternehmens und seiner Abläufe können bestimmte Arbeitszeitmodelle ausschließen oder erfordern: Zum Beispiel müssen Krankenhäuser rund um die Uhr und auch an Wochenenden und Feiertagen arbeitsfähig sein. In bestimmten Branchen, wie Stahlwerken, der Energieversorgung oder Verkehrsunternehmen, kann die Arbeit ebenfalls nicht einfach unterbrochen werden. Hier eignen sich Schichtmodelle.
In der Gastronomie, dem Tourismus, in der Landwirtschaft, aber auch im Online-Handel, gibt es starke saisonale Schwankungen, die personell abgebildet werden müssen. Dafür eignen sich flexible Modelle wie die Jahresarbeitszeit besser als starre.
Es gibt auch die Möglichkeit, mehrere Arbeitsmodelle in einem Unternehmen parallel anzubieten: Das Kern-Team kann zum Beispiel in „normaler“ Vollzeit arbeiten. Mitarbeitende mit Jahresarbeitszeit können flexibel hinzugezogen werden, um Spitzen abzufangen.
Rechtliche Rahmenbedingungen: Was müssen Arbeitgeber wissen?
Alle Arbeitszeitmodelle müssen dem geltenden Recht entsprechen, wie dem Arbeitszeitgesetz (ArbZG), den Regelungen für den Gesundheitsschutz und die Arbeitssicherheit, und Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen. Noch für 2026 ist eine Novelle des Arbeitszeitgesetzes geplant. Anstelle der Tageshöchstarbeitszeit von acht Stunden soll eine Wochenhöchstarbeitszeit treten. Das soll Unternehmen und Mitarbeitenden mehr Flexibilität bieten.
Weiterhin beachtet werden müssen dabei allerdings die Pausenregelung und Ruhezeiten: Zwischen zwei Arbeitstagen müssen weiterhin mindestens 11 Stunden liegen. Ab sechs Stunden Arbeit sind mindestens 30 Minuten, ab neun Stunden mindestens 45 Minuten Pause vorgeschrieben. Und auch das Beschäftigungsverbot an Sonn- und Feiertagen nach § 9 ArbZG bleibt von der Novelle des Arbeitszeitgesetzes unberührt.
Arbeitszeitmodelle digital verwalten: Von Excel zur Software
Je flexibler die Arbeitszeitmodelle, desto flexibler muss auch die Erfassung und Auswertung der Arbeitszeiten sein – ebenso die Planung. Wenn die Einsatzplanung kaum Veränderungen mit sich bringt und sehr vorhersehbar ist, reicht im Prinzip die digitale Ausgabe eines papiernen Lohnbuchs. Zum Beispiel hat bei einem starren Schichtsystem noch lange eine Excel-Tabelle gereicht, in die nur Fehlzeiten und Urlaube eingetragen werden mussten.
Mit Flexibilisierung und individuellen Arbeitszeitmodellen steigt der Aufwand rapide an. Digitale Lösungen zur Arbeitszeiterfassung und Einsatzplanung sind daher heute eigentlich Standard.
Die unterschiedlichen Arbeitszeitmodelle in Celero One: Flexibel planen, rechtssicher dokumentieren
Celero One ist keine HR-Software, sondern ein intelligentes Operating System für Frontline-Organisationen. Workforce Management bedeutet in diesem sehr dynamischen Umfeld, sich schnell ändernde Anforderungen flexibel anzupassen und die vorhandenen Ressourcen effizient einzusetzen.
Flexibilität ist eines der Grundprinzipien von Celero One. Und das bedeutet auch, die unterschiedlichsten Arbeitszeitmodelle in alle Vorgänge von der Planung über die Abrechnung bis zur Evaluation nahtlos einbinden zu können.
Konkret bietet Celero One dafür eine ganze Reihe von Fähigkeiten und Funktion
… für die Planung
- Individuelle Stundenzahl in den Mitarbeiterstammdaten hinterlegt.
- Warnung bei Überschreitung der individuellen Stundenzahl einer Ressource in der Planung.
- Automatisierte Vergabe von Einsätzen über die Funktion „Auto-Assign“ im Booking-Modul. Damit können Mitarbeitende selbst steuern, ob sie Einsätze annehmen können oder nicht. Das minimiert den Abstimmungsaufwand und stellt sicher, dass Ressourcen optimal eingesetzt werden.
- Zeitfenster statt starrer Timings: Sofern es eine Aufgabe erlaubt, lässt sich dafür ein Zeitfenster anlegen, in dem diese erledigt werden muss. Mitarbeitende können Einsätze so optimal in ihre eigenen Abläufe integrieren. Das spart Zeit, Aufwände und sorgt für Entlastung.
… für die Arbeitszeiterfassung
Unabhängig vom gewählten Arbeitszeitmodell gilt in Deutschland die Pflicht zur lückenlosen und exakten Erfassung der tatsächlichen Arbeitszeiten. Celero One erfüllt alle Vorgaben dafür vollständig: Die eigentliche Erfassung der Arbeitszeiten geschieht durch die einzelnen Mitarbeitenden im Self-Service mit der Mobile App von Celero One über das eigene digitale Endgerät. Die Zeiterfassung ist als bewusst ausgeführter, aktiver Schritt nach Beendigung eines Einsatzes oder bei Unterbrechungen konzipiert. Diese Daten dienen auch der Auswertung und Abrechnung der Einsätze. Dafür können die Daten zum Beispiel an Lohnbuchhaltung übergeben werden. Alle erfassten Arbeitszeiten werden in Celero One rechtskonform, in Einklang mit Compliance-Vorgaben und nachprüfbar archiviert.
… für die Personalentwicklung
Das Wissen auf dem neuesten Stand zu halten und neue Fähigkeiten zu erwerben, ist für Unternehmen essenziell, um wettbewerbsfähig zu sein. Andere Schulungen, wie zum Beispiel Sicherheitsunterweisungen, sind Pflicht. Ein praktisches Problem bei Schulungen: Wie legt man die Veranstaltungen zeitlich und örtlich so, dass alle Mitarbeitenden teilnehmen können?
Celero One enthält deshalb ein Learning Management System (LMS) für die Planung, Durchführung und Evaluation von Lerninhalten, das E-Learning und Mobile Learning ermöglicht. Damit lassen sich Schulungsinhalte unabhängig von Zeit und Ort abrufen und nutzen. Celero One überwacht den individuellen Fortschritt und dokumentiert die Durchführung von Schulungen auditsicher. Für jedes absolvierte Training wird im System ein digitaler Nachweis hinterlegt, der automatisch in die Einsatzplanung fließt. Das stellt unter anderem sicher, dass Einsätze nur Mitarbeitenden angeboten werden, die alle erforderlichen Fähigkeiten oder Ausbildungen für diese Tätigkeit besitzen.
Fazit:
Von passenden Arbeitszeitmodellen können Angestellte und Arbeitgeber gleichermaßen profitieren: Sie verbessern die Work-Life-Balance und Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Mitarbeitende. Sie erlauben aber auch einen effizienteren Personaleinsatz in Unternehmen und steigern die Mitarbeiterzufriedenheit. Unterschiedliche, flexible Arbeitszeitmodelle anzubieten, macht Unternehmen darüber hinaus zu attraktiveren Arbeitgebern. Das kann ausschlaggebend im Wettbewerb um die raren Fachkräfte sein.
Es gibt bereits heute eine Vielzahl an Möglichkeiten, Arbeit und Privatleben flexibel aufeinander abzustimmen. Mit der geplanten Novelle des Arbeitszeitgesetzes und der Abkehr vom starren 8-Stunden-Tag könnten noch mehr Möglichkeiten dazu kommen. Für Unternehmen, die zur Einsatzplanung und für die Steuerung ihrer Workforce bereits Celero One nutzen, ist es einfach, unterschiedliche Modelle anzubieten. Denn Celero One unterstützt alle Arbeitszeitmodelle.
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FAQ
Welche Arbeitszeitmodelle gibt es in Deutschland?
Es gibt eine Vielzahl von Arbeitszeitmodellen für Angestellte. Die wichtigsten sind Vollzeit, Teilzeit in all ihren Varianten, Gleitzeit, Schichtarbeit, Jahres – und Lebensarbeitszeit und das Jobsharing. Oft zählt man auch das Homeoffice dazu, weil es eine flexiblere zeitliche Verteilung der Arbeit in den Familienalltag ermöglicht.
Ist mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten automatisch besser?
Die positive Seite von mehr Flexibilität ist, dass sich die Arbeitszeiten besser an die individuellen Anforderungen von Arbeitgebern und Mitarbeitenden anpassen lässt. Allerdings kann Flexibilität auch zu Lasten der Planbarkeit für eine Seite gehen.
Enthält Celero One eine Funktion für Arbeitszeitkonten?
Als Lösung für das Workforce Management enthält Celero One kein Arbeitszeitkonto, wie man es aus den unterschiedlichen Lösungen aus dem HR-Bereich kennt. Allerdings zeigt Celero One die individuelle Auslastung jeder Ressource in Form von Soll- und Ist-Stunden für den Tag, die Woche oder den Monat an. Diese Daten können als Report exportiert oder automatisiert an externe HR- und Payroll-Systeme, zum Beispiel für die Lohnabrechnung, übergeben werden.
Wie lässt sich in Celero One mit Über- und Minusstunden umgehen?
Um das Stundensaldo einer Ressource in einem externen Arbeitszeitkonto auszugleichen, lässt sich deren Stunden-Soll für einen definierten Zeitraum anpassen.
Fließt in Celero One der Urlaub mit in die Planung ein?
Ja. Wenn eine Ressource für einen bestimmten Zeitraum Urlaub hat, kann sie in dieser Zeit nicht verplant werden.
Lassen sich in Celero One individuelle Verfügbarkeiten anlegen?
Ja. Wenn eine Ressource nur an bestimmten Tagen verfügbar ist, kann das angegeben werden und wird automatisch in der Planung berücksichtigt.
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