Der VDZI erkennt die Notwendigkeit an, die finanzielle Stabilität der gesetzlichen Krankenversicherung nachhaltig zu sichern. Aus Sicht des Verbandes dürfen notwendige Konsolidierungsmaßnahmen jedoch nicht zulasten eines Versorgungsbereichs erfolgen, der seit Jahren unterdurchschnittlich zur Ausgabenentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung beiträgt und zugleich einen wesentlichen Beitrag zur qualitativ hochwertigen Patientenversorgung leistet.
„Die Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung ist ein wichtiges gesundheitspolitisches Ziel. Das heute beschlossene Gesetz enthält jedoch Regelungen, die die wirtschaftlichen Spielräume zahntechnischer Betriebe weiter einschränken und die Versorgung langfristig belasten können“, erklärt VDZI-Präsident Dominik Kruchen.
Der Verband bewertet insbesondere drei Regelungen des Gesetzes weiterhin kritisch: die Absenkung der Vergütungsentwicklung in den Jahren 2027 bis 2029, die Änderungen im Bereich der kieferorthopädischen Versorgung sowie die Absenkung der Festzuschüsse für Zahnersatz.
Für die zahntechnischen Meisterlabore bedeutet dies eine zusätzliche Belastung in einer Zeit, in der die Betriebe bereits mit steigenden Personal-, Material- und Energiekosten sowie einem zunehmenden Fachkräftemangel konfrontiert sind. Gleichzeitig drohen die vorgesehenen Regelungen die Investitionsfähigkeit der Betriebe zu beeinträchtigen und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Versorgung weiter zu verschlechtern.
Besonders kritisch bewertet der VDZI das Zusammenwirken der einzelnen Maßnahmen. Höhere Eigenanteile für Patientinnen und Patienten können die Nachfrage nach Zahnersatz weiter reduzieren. Gleichzeitig schränken die vorgesehenen Eingriffe in die Vergütungsentwicklung den finanziellen Handlungsspielraum der Labore ein. Hinzu kommen die geplanten Änderungen in der kieferorthopädischen Versorgung, die spezialisierte gewerbliche KFO-Labore erheblich treffen können.
„Die Qualität der zahntechnischen Versorgung entsteht in den Meisterlaboren vor Ort. Wer ihre wirtschaftlichen Grundlagen schwächt, gefährdet langfristig die Vielfalt der Versorgungsstrukturen, qualifizierte Arbeitsplätze und den Zugang der Patientinnen und Patienten zu hochwertigem Zahnersatz“, so Kruchen weiter.
Der VDZI wird die Auswirkungen des Gesetzes aufmerksam begleiten und sich auch künftig für verlässliche und auskömmliche Rahmenbedingungen im Zahntechniker-Handwerk einsetzen. Ziel bleibt eine Gesundheitspolitik, die finanzielle Stabilität mit einer leistungsfähigen, qualitativ hochwertigen und wohnortnahen Versorgung verbindet.
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