Beide Funktionen – den Wärmeschutz im Winter und den Hitzeschutz im Sommer – können Gebäudebegrünungen spürbar unterstützen. Und das ohne zusätzlichen Primärenergieeinsatz. Darauf weist der Landesinnungsverband des Bayerischen Dachdeckerhandwerks hin.
Gründächer stellen eine zusätzliche Dämmschicht auf dem Dach dar – auch auf geneigten Dächern. Denn der mehrere Zentimeter dicke Aufbau von der unteren Abdichtung über die Drainage- und Substratschicht reduziert im Winter Wärmeverluste aus dem Gebäude. Im Sommer verhindert das begrünte Dach eine direkte Sonneneinstrahlung auf die eigentliche Dachfläche. Zusätzlich wird durch die Begrünung bei steigenden Außentemperaturen Verdunstungskälte erzeugt. So wirkt das Gründach wie eine natürliche Null-Energie-Klimaanlage. Ein weiterer „Nebeneffekt“ der grünen Dachfläche: Durch die große Masse des zusätzlichen Dachaufbaus wird die Schalldämmung von innen nach außen (wie z. B. bei Produktionsstätten) ebenso wie von außen nach innen (z. B. in Einflugschneisen) messbar verbessert.
Diese positiven Effekte lassen sich auch auf die Gebäudefassade übertragen. Begrünte Fassaden optimieren ebenso den Wärmeschutz, sind ein zuverlässiges „Schutzschild“ gegen die sommerliche Sonneneinstrahlung und wirken auch wie eine natürliche Klimaanlage.
Die Fassadenbegrünung erfolgt niemals im direkten Kontakt und unmittelbar auf der Gebäudewand, sondern über Spaliere oder Drahtsysteme als Rankhilfen. Grüne Fassaden sind also im Prinzip vorgehängte hinterlüftete Fassadensysteme.
Eine bodengebundene Bepflanzung ist nicht zwingend notwendig. Vielmehr können Pflanzgefäße eingesetzt (wandgebundene Begrünung), die auch eine permanente Bewässerung der Bepflanzung ermöglichen.
Bei der Begrünung der Fassade sind allerdings die länderspezifischen Vorschriften für den Brandschutz zu beachten. Dieser richtet sich nach den einzelnen Gebäudeklassen, die u. a. je nach Gebäudehöhe definiert sind.
Wie bei der Dachbegrünung ist auch für die Begrünung von Fassaden die Ausführung nach dem Fachregelwerk des deutschen Dachdeckerhandwerks als Fachgewerk für die gesamte Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik nicht nur empfehlenswert, sondern verbindlich vorgeschrieben. Denn nur diese Ausführung verhindert Bauschäden oder Schäden bei Extremwetterlagen. So muss beispielsweise auch bei begrünten Dachflächen ein Notüberlauf hergestellt sein.
Adressen von hierfür qualifizierten Dachdecker-Fachbetrieben gibt es bei den regionalen Dachdecker-Innungen in Bayern oder auf der Betriebssuche im Internet unter www.dachdecker.bayern
Das Bayerische Dachdeckerhandwerk – Landesinnungsverband – vertritt als berufsständische Organisation rund 450 Dachdecker-Fachbetriebe in den elf angeschlossenen Dachdecker-Innungen in Bayern. Sitz des Verbandes ist in München.
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HF.Redaktion Harald Friedrich
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