Neu: Die Wärmepumpe im Dachgeschoss
Kathmandu Nepal
Dienstag, März 3, 2026
Heute stellt sich bei der Umrüstung auf eine Wärmepumpe jedoch die Frage:
In einem Pilotprojekt der Firma Wärme Wimmer bei München wurde für zwei Reihenhäuser ein anderer Weg gewählt: Eine Sole-Wärmepumpe im Dachgeschoss und PVT-Module auf dem Dach – ganz ohne klassisches Außengerät.
Schlankes Gerät, gleicher Standort
Zum Einsatz kam die neue PVT-Wärmepumpe 5.0 des niederländischen Herstellers Triple Solar.
Mit nur 38 cm Breite passt sie in vielen Fällen in die bestehende Heizungsnische der früheren Gastherme. Umbauten im Haus waren dadurch kaum erforderlich. Sie ist eine Sole-Wärmepumpe. Nur ohne Erdbohrung.
Wärme vom Dach – geräuscharm und unsichtbar
Die Wärme wird über sogenannte PVT-Module auf dem Dach gewonnen – Photovoltaik-Module mit Wärmetauscher auf der Rückseite, durch den die Sole fließt.
Die PVT-Module nutzen:
Da der Wärmetauscher hinter PV-Modulen angebracht ist, entsteht keinerlei Geräusch. Die Luft streicht nämlich allein durch Konvektion völlig lautlos auf der Rückseite der PV-Module nach oben – ohne Ventilator. Ein klassisches Außengerät mit hörbarem Betriebsgeräusch entfällt. Zu sehen ist davon nichts. Dass diese PVT-Module, also PV-Module plus „T“ für „Thermie“, auch Wärme liefern, erkennt man eigentlich nur daran, dass daneben ein Rohr im Dach verschwindet. Rohre und Lamellen auf der Rückseite der PVT-Module sind nicht bemerkbar (siehe Foto).
Warum war dies nun ein Pilotprojekt, der Hersteller Triple Solar baut schließlich schon seit Langem Wärmepumpen? Das lag am Standort: Im Alpenvorland kann es so kalt werden, dass die PVT-Module für längere Zeit vereisen könnten. Hierfür hat Triple Solar neu eine Art „Schubumkehr“ entwickelt, mit der die PVT-Module kurz erwärmt und dadurch vom Eis befreit werden, wonach anschließend wieder Wärme erzeugt wird. Diese Technologie kam hier erstmalig zum Einsatz. Der Zusatz funktionierte auf Anhieb, so dass Triple Solar seine Wärmepumpen nun auch in Süddeutschland regelmäßig anbietet.
Bestehende Heizkörper bleiben
Das Ergebnis: Die auf dem Dach gewonnene Wärme wird von einer Sole (Glykolhaltige Flüssigkeit) aufgenommen und die rund 3m zur Wärmepumpe im Dachgeschoss transportiert. Die Familie in diesem Projekt freut sich, weil die vorhandenen Heizkörper weiterverwendet werden konnten. „Das Haus, Baujahr 2001, wird mollig warm. Und das, obwohl außen nur eine dünne 6cm-Dämmung drauf und die Fenster nur zweifach verglast sind.“ Eine Fußbodenheizung war jedenfalls nicht erforderlich.
Platzsparende „thermische Batterie“
Und wenn die Platzverhältnisse besonders beengt sind, hat Meister Wimmer noch ein As im Ärmel: Dann bietet er den Einsatz einer 37cm schlanken „thermischen Batterie“ anstelle eines klassischen Wasserkessels als Pufferspeicher fürs Duschen an. Sie enthält ein Salz, das beim Phasenwechsel, also dem Übergang von fest zu flüssig, Wärme aufnehmen und beim Erstarren wieder abgeben kann. Die Bauform ist bis zu 60 % kompakter als ein konventioneller Pufferspeicher vergleichbarer Leistung.
Intelligentes Energiemanagement
Um den selbst gewonnenen Solarstrom möglichst oft für die Wärmepumpe nutzen zu können, wurde noch ein Batteriespeicher installiert. Ziel ist es, den selbst erzeugten Solarstrom möglichst direkt zu nutzen. Schließlich möchte man nicht mittags, wenn die Sonne scheint, den Strom für wenig Entgelt ins Netz einspeisen, abends teuer zurückkaufen und jedes Mal Netzentgelte, Umlagen und Steuern bezahlen.
Ein Energiemanagementsystem (SolarEdge ONE) bereitet bereits die Integration vor von:
So kann der Eigenverbrauch optimiert und auf Marktpreissignale reagiert werden.
Der Hausherr freut sich bereits auf einen weiteren Effekt der Batterie: Sobald die Stadtwerke einen „Smart Meter“ (intelligenten Stromzähler) installiert haben, wird er dank eines dynamischen Stromtarifs seinen Strom am Spotmarkt kaufen und verkaufen, wodurch er mit zusätzlichen Einsparungen beim Strombezug rechnet.
Fazit
Aber wie groß war der Aufwand?
Für die Hausbesitzer war es unaufwändig, weil keine Umbauarbeiten nötig waren: Die Wärmepumpe arbeitet ja in derselben Heizungsnische, wo bislang die Gastherme war und mit den bisherigen Heizkörpern.
Und im Fall von Wärme Wimmer wurde das Projekt aus einer Hand abgewickelt. In insgesamt 3 Wochen waren sämtliche Anlagen in beiden Häusern eingebaut und die Baustelle einwandfrei abgeschlossen, technisch top und sauber. Die mittlere Woche war dabei eigentlich nur als Puffer gedacht.
Für viele Reihenhäuser mit Dachtherme eröffnet dieses Konzept einen überraschend unkomplizierten Weg in die fossilfreie Zukunft.
PVT-Wärmepumpe 5.0
Dr. von Göler Verlagsgesellschaft mbH
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