Während die technologischen Grundpfeiler – Wahrnehmung, Planung, Konnektivität und Drive-by-Wire – übergreifend ähnlich sind, entscheidet die domänenspezifische Ausgestaltung über Wirtschaftlichkeit und Zulassungsfähigkeit. Autonomie muss sich der Branche anpassen, nicht umgekehrt.
Öffentlicher Verkehr: Effizienz und Inklusion im geofenceten Betrieb
Im öffentlichen Verkehr werden autonome Systeme überwiegend als Level-4-Shuttles in klar definierten Betriebsgebieten eingesetzt. Ziel ist es, Regionen mit geringer Nachfrage wirtschaftlich zu erschließen, Betriebskosten zu senken und barrierefreie Mobilität zu ermöglichen.
Pilotprojekte in Kelheim, Monheim und Augsburg zeigen, dass autonome Shuttle-Lösungen bereits unter realen Bedingungen betrieben werden – mit Remote-Leitzentralen, V2X-Kommunikation und Integration in bestehende ÖPNV-Systeme. Das vom BMDV begleitete Handbuch „Autonomes Fahren im öffentlichen Verkehr“ (2024) unterstreicht dabei die Bedeutung klar definierter Betriebsräume, strukturierter Sicherheitskonzepte und durchgängiger Systemintegration. Gerade das Augsburger Modellprojekt verdeutlicht, dass Autonomie im ÖPNV nicht isoliert funktioniert, sondern als Teil eines digitalen Verkehrssystems gedacht werden muss – inklusive Leitstandsanbindung, Betriebsüberwachung und klar definierten Degradationsstrategien im Störfall.
Technisch stehen sichere Fahrgastinteraktion, vorhersehbare Fallback-Strategien und eine zertifizierte Steuerarchitektur im Fokus. NX NextMotion von Arnold NextG fungiert in solchen Szenarien als fehlertolerante Ausführungsebene zwischen Entscheidungssoftware und Fahrzeugbewegung – entscheidend für fahrerlose Betriebsmodelle, in denen die sichere Umsetzung von Lenk-, Brems- und Antriebskommandos regulatorisch nachweisbar sein muss.
Logistik & Letzte Meile: Dauerbetrieb in strukturierten Umgebungen
In Logistikzentren, auf Betriebshöfen oder in der letzten Meile dominiert ein anderes Anforderungsprofil. Die Umgebungen sind häufig strukturiert, die Geschwindigkeiten moderat, die Wiederholraten hoch. Ziel ist die Automatisierung repetitiver Prozesse im 24/7-Betrieb. Autonome Hoftrucks, Lieferroboter und Lagerfahrzeuge benötigen hochpräzise Lenk- und Bremssteuerung, robuste Pfadplanung für enge Manöver und Teleoperation als Fallback-Ebene. Gerade in flottenbasierten Anwendungen ist eine redundante Drive-by-Wire-Architektur essenziell, um Ausfallzeiten zu minimieren.
Hier kommt die fail-operational Architektur von NX NextMotion zum Tragen: physikalisch und logisch getrennte Steuerpfade ermöglichen kontrollierten Weiterbetrieb selbst bei Teilausfällen – ein entscheidender Faktor für wirtschaftliche Skalierung.
Häfen & Hofautomatisierung: Kontrollierte Komplexität
Hafenanlagen und Containerterminals kombinieren strukturierte Betriebsflächen mit komplexen Prozessketten. Selbstfahrende Terminal-Traktoren bewegen Container zwischen Kai, Lager und Krananlagen – häufig im Mischbetrieb mit Personal. Branchenberichte, wie der Volvo Autonomous Trucks Report (2025), zeigen, dass hybride Systeme aus Autonomie und Fernsteuerung zunehmend erprobt werden. Zentimetergenaue Lokalisierung, Echtzeit-Flottenkoordination und definierte Degradationsmodi sind hier zentrale Anforderungen.
Für OEMs bedeutet das: Bewegungssysteme müssen deterministisch, fernsteuerbar und zertifizierbar sein. NX NextMotion ist auf diese Anforderungen ausgelegt – mit vollständiger Integration in Leitstände und Flottenmanagementsysteme.
Bergbau & Bauwesen: Autonomie unter Extrembedingungen
In Minen und auf Großbaustellen herrschen Bedingungen, die klassische Straßenfahrzeugarchitekturen schnell überfordern. Staub, Vibration, Erschütterung und häufige GNSS-Einschränkungen verlangen robuste, redundant ausgelegte Systeme. Autonome Muldenkipper, Planierraupen oder Bagger werden eingesetzt, um Personal aus Gefahrenzonen zu entfernen und Produktivität unter extremen Bedingungen aufrechtzuerhalten. Wahrnehmungssysteme sind häufig LiDAR-dominiert, Teleoperation muss auch bei begrenzter Bandbreite zuverlässig funktionieren.
Für Retrofit-Projekte ist mechanische Lenkung oft ungeeignet. Hier wird Drive-by-Wire zur Schlüsseltechnologie. NX NextMotion ermöglicht die elektronische Steuerung bestehender Plattformen und integriert sicherheitsgerichtete Fallback-Mechanismen in Umgebungen mit hoher mechanischer Belastung.
Verteidigung & taktische Mobilität: Sicherheit unter Bedrohung
Im militärischen Kontext steht der Schutz von Personal im Vordergrund. Teilautonome oder teleoperierte Truppentransporter und Logistikkonvois reduzieren die Gefährdung in Hochrisikozonen. Neben funktionaler Sicherheit sind hier gehärtete Steuerarchitekturen und Cyber-Resilienz entscheidend. Militärische Standards und regulatorische Anforderungen – etwa im Kontext von UNECE R155 oder NATO-nahen Spezifikationen – verlangen verschlüsselte Kommunikationspfade und redundante ECU-Strukturen.
Arnold NextG hat seine Architektur in Abstimmung mit Verteidigungsanforderungen entwickelt. SAFE_CAN, getrennte Sicherheitsdomänen und fail-operational Logik bilden die Grundlage für robuste taktische Anwendungen.
Landwirtschaft: Präzision im Großmaßstab
Autonome Traktoren, Erntemaschinen und Sprüheinheiten operieren in großflächigen, halbstrukturierten Umgebungen. Ziel ist die Reduktion von Saisonarbeitsabhängigkeit, Ressourceneffizienz und präzise Bewirtschaftung. GNSS in Kombination mit RTK-Korrektursignalen ermöglicht zentimetergenaue Spurführung. Gleichzeitig müssen Systeme dezentral entscheidungsfähig bleiben, da dauerhafte Konnektivität nicht garantiert ist. Sicherheitsanforderungen werden unter anderem durch ISO 25119 für Landmaschinen definiert.
NX NextMotion wird in landwirtschaftlichen Pilotprojekten eingesetzt, um autonome Fahrmanöver auf unstrukturiertem Gelände sicher umzusetzen – auch ohne permanente Remote-Überwachung.
Fazit: Branchenspezifische Lösungen auf systemischer Grundlage
Autonomie manifestiert sich in jeder Branche unterschiedlich – in Geschwindigkeit, Regulatorik, Infrastruktur und Risikoprofil. Dennoch basieren alle Anwendungen auf gemeinsamen technologischen Fundamenten: sensorbasierte Wahrnehmung, robuste Entscheidungslogik, zertifizierte Drive-by-Wire-Steuerung und skalierbare Infrastrukturintegration. Für OEMs und Tier-1-Zulieferer bedeutet das: Wettbewerbsvorteile entstehen nicht durch isolierte Komponenten, sondern durch systemische Integrationsfähigkeit.
Arnold NextG positioniert sich mit NX NextMotion als Teil dieser domänenspezifischen Systemarchitekturen – als fehlertolerante, zertifizierbare und teleoperationsfähige Bewegungsschicht für unterschiedlichste Branchen.
We control what moves!
weiterführende Informationen unter: www.arnoldnextg.de
Über Arnold NextG:
Arnold NextG realisiert die Safety-by-Wire®-Technologie von morgen: das mehrfach redundante Zentralsteuergerät NX NextMotion ermöglicht eine ausfallsichere und individuelle Implementierung, fahrzeugplattform-unabhängig und weltweit einzigartig. Mit dem System können autonome Fahrzeugkonzepte sicher und nach den neuesten Hard- und Software- sowie Sicherheitsstandards umgesetzt werden, ebenso wie Remote-, Teleoperation- oder Platooning- Lösungen Als unabhängiger Vorausentwickler, Inkubator und Systemlieferant übernimmt Arnold NextG die Planung und Umsetzung – von der Vision bis zur Straßenzulassung. Mit der Straßenzulassung von NX NextMotion setzen wir den globalen Drive-by-Wire-Standard. www.arnoldnextg.de
About Arnold NextG:
Arnold NextG realizes the safety-by-wire® technology of tomorrow: The multi-redundant central control unit NX NextMotion enables a fail-safe and individual implementation, independent of the vehicle platform and unique worldwide. The system can be used to safely implement autonomous vehicle concepts in accordance with the latest hardware, software and safety standards, as well as remote control, teleoperation or platooning solutions. As an independent pre-developer, incubator and system supplier, Arnold NextG takes care of planning and implementation – from vision to road approval. With the road approval of NX NextMotion, we are setting the global drive-by-wire standard. www.arnoldnextg.com
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