Die Autoindustrie müsse neue Felder aufbauen. „Sie muss aufhören, alle Entwicklungskosten allein auf das Auto abzuwälzen. Man muss das Fahrzeug als «Roboter auf Rädern» begreifen und die Technologie in andere Branchen skalieren, um die Kosten zu verteilen. Ein Autohersteller sollte seine Ressourcen nutzen, um beispielsweise ein «Amazon für Industrieprodukte» zu werden und seinen globalen Footprint besser auszuspielen.“ Zudem schlägt der Zukunftsforscher den Herstellern vor, Auto nicht mehr „linear zu produzieren und zu verkaufen“, sondern seine Schichten in den Fokus stellen. Mankovsky: „Der Antriebsstrang eines Elektroautos hält fast ewig, während Chips und Sitzstoffe veralten. Man könnte das Auto als Abo anbieten, es alle drei Jahre ins Werk zurückholen, die Oberflächen und die Elektronik auffrischen und es individualisiert wieder rausschicken. Das würde den Ressourcenverbrauch senken und den Kunden langfristig binden.“
In Verbindung mit der hohen Qualität und Technik, mit Stil und Eleganz europäischer Fahrzeuge sieht Mankovsky darin eine Chance, dass die Branche überleben kann. „Wir müssen die «europäische Karte» der Lebensqualität, des Stils und des Geschmacks spielen. Je weiter man sich von Europa entfernt, desto attraktiver wird dieses Bild von Stil und Eleganz. Wenn man diese kulturellen Stärken mit einer hochmodernen, modularen Technik kombiniert, die man sich auch aus China dazuholen kann, gibt es viele Wege aus der Krise.“
Redakteure: Luca Leicht | Gerd Stegmaier
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