Digitales Wohlbefinden von Jugendlichen: JIMplus-Studie 2026 zeigt, wie stark Social Media Konzentration und Erholung beeinflusst
Kathmandu Nepal
Dienstag, Aug. 25, 2026
Worin sich Ablenkung und fehlende Erholungszeit zeigen
Die Studie unterscheidet zwischen konkreten Alltagsfolgen und allgemeinerem Belastungsempfinden. Laut mpfs geben 72 Prozent der befragten Jugendlichen an, durch Social Media von Dingen abgelenkt zu werden, die sie eigentlich erledigen wollten. 55 Prozent berichten, dass ihnen dadurch Zeit für Erholung und Freizeitaktivitäten fehlt.
Warum die Studie zwischen Nutzen und Belastung unterscheidet für das digitale Wohlbefinden
Nach Angaben der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK), die die Studie mitträgt, beschreiben die Ergebnisse die Social-Media-Nutzung Jugendlicher als Drahtseilakt zwischen Inspiration und Belastung für das digitale Wohlbefinden. Neben den 82 Prozent, die in den Plattformen einen Wissenszugang sehen, berichtet rund die Hälfte der Befragten, sich dort verstanden zu fühlen. Beide Effekte treten häufig bei denselben Jugendlichen gleichzeitig auf, nicht als getrennte Gruppen von Nutznießern und Betroffenen.
Zugleich benennt die Studie inhaltliche Risiken abseits der reinen Nutzungsdauer. 71 Prozent der Jugendlichen geben an, bereits auf Fake News gestoßen zu sein, 40 Prozent auf Hassrede in den genutzten Plattformen.
Wie Jugendliche selbst über eine Altersgrenze denken
Ein Teil der Studie widmet sich der öffentlichen Debatte um Mindestalter für Social-Media-Plattformen. 43 Prozent der befragten Jugendlichen befürworten grundsätzlich, dass Social Media unter einem bestimmten Alter verboten sein sollte. Gleichzeitig geben viele der befragten Jugendlichen an, rückblickend selbst ein höheres Einstiegsalter sinnvoll gefunden zu haben, als sie es tatsächlich hatten – bei TikTok sagen das laut mpfs fast zwei Drittel der Nutzerinnen und Nutzer.
„Diese Zahlen sind kein Grund für ein pauschales Nutzungsverbot, sie sind ein Grund für konkrete Absprachen im Alltag. Wer weiß, dass Konzentration das häufigste Problem ist, kann gezielter über Nutzungszeiten sprechen als über Social Media im Allgemeinen“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Auffällig ist zudem ein Unterschied zwischen den Geschlechtern: 47 Prozent aller Befragten geben an, Generationen zu beneiden, die ohne Social Media aufgewachsen sind. Bei Mädchen liegt dieser Anteil mit 52 Prozent deutlich höher als bei Jungen mit 42 Prozent.
Was Eltern aus den Ergebnissen für Gespräche zu Hause mitnehmen können
Nicht jede Auseinandersetzung ums Handy hat mit Social Media selbst zu tun, wie der Beitrag Wenn Kinder Grenzen nicht akzeptieren: Tipps für Eltern im Umgang mit dieser Herausforderung einordnet. Er beschreibt allgemeinere Konfliktmuster, die sich bei Nutzungszeiten häufig wiederholen, unabhängig von der jeweiligen Plattform.
Die JIMplus-Studie 2026 liefert damit keine einfache Antwort auf die Frage, ob Social Media Jugendlichen schadet oder nützt. Sie zeigt stattdessen, dass beides gleichzeitig zutrifft – und dass ein Gespräch über konkrete Nutzungsmuster mehr bringt als eine pauschale Bewertung der Plattformen insgesamt.
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