Erfolgreiche Pionierarbeit: BÄKO Süd-West fährt erste E-Lkw mit ECOOLTEC TM182 in Deutschland
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Donnerstag, Juli 30, 2026
BÄKO Süd-West hat zwei Mercedes-Benz eActros 400 mit der ECOOLTEC-Transportkälteanlage TM182 übernommen. Eine besondere Premiere für den Bäckereibedarf-Großhändler und für ECOOLTEC: Dabei handelt es sich um die ersten beiden rein elektrisch angetriebenen Lkw mit der ebenfalls rein elektrisch angetriebenen ECOOLTEC-Transportkälteanlage in Deutschland. Für Jochen Früauff, Geschäftsführer von BÄKO Süd-West, sind die ganzheitlich elektrifizierten, besonders nachhaltigen Lkw keine Nischenlösung, sondern Allrounder, deren Einsatz für das Unternehmen auch wirtschaftlich Sinn ergibt.
BÄKO versorgt Bäcker und Konditoren mit allem, was sie für ihr Geschäft benötigen – von Rohstoffen über Handelswaren und Verpackungsmaterialien bis hin zu Maschinen und Ladeneinrichtungen. Das Sortiment der Genossenschaft umfasst rund 16.000 Artikel, die ungekühlt, gekühlt oder tiefgekühlt transportiert werden. BÄKO Süd-West mit Sitz in Edingen-Neckarhausen bei Mannheim ist eine von 25 Regionalgenossenschaften und liefert das Sortiment inzwischen besonders klimafreundlich aus. Dazu betreibt das Unternehmen mehrere rein elektrisch angetriebene Lkw.
Zum Fuhrpark gehören nun auch zwei dreiachsige Mercedes-Benz eActros 400 mit einem Multitemp-Aufbau von Karosseriewerk Meyer und der ECOOLTEC-Transportkälteanlage TM182. Weder die beiden Lkw noch deren Transportkälteanlagen, die über den DC-ePTO des Motorwagens Strom aus der Antriebsbatterie beziehen, emittieren im Betrieb Schadstoffe oder CO2. Zudem erzeugen die ECOOLTEC-Systeme Kälte ausschließlich mit den natürlichen Kältemitteln R1270 (Propen) und R744 (CO2). Diese besitzen im Vergleich zu den bislang überwiegend verwendeten fluorierten Kältemitteln R452A und R410A mit GWP-Werten (Global Warming Potential) von mehr als 2.000 ein vernachlässigbares Treibhausgaspotenzial von höchstens eins.
Erster E-Lkw mit ECOOLTEC-Transportkälteanlage in Deutschland
Das ganzheitlich elektrifizierte System, das die ökologischen und wirtschaftlichen Anforderungen moderner Transportketten erfüllt, war für Jochen Früauff, einer der beiden Geschäftsführer von BÄKO Süd-West, ausschlaggebend für die Beschaffung. „Der Mercedes-Benz eActros 400 mit ECOOLTEC-Transportkälteanlage markiert für unser Unternehmen einen konsequenten Schritt in Richtung einer zukunftsfähigen, emissionsarmen Logistik. In diesem Projekt steckt erhebliche Pionierarbeit. Aber das Fahrzeug ist für uns kein Leuchtturmprojekt oder eine Nischenlösung, sondern ein Allrounder, der alle unsere Touren bedienen kann. Damit schaffen wir eine Blaupause für künftige E‑Lkw-Kühltransporte, die Effizienz und Nachhaltigkeit vereinen“, erklärt er.
Das Liefergebiet von BÄKO Süd-West reicht bis nach Frankfurt, Buchen im Odenwald, Karlsruhe und Pirmasens. Die Fahrstrecken können rund 300 Kilometer lang sein und bis zu 15 Stopps umfassen. Die TM182 ist gerade für anspruchsvollste Aufgaben ausgelegt. „Die ECOOLTEC-Technologie hat uns durch ihre Leistungsfähigkeit überzeugt. Wir müssen keine Kompromisse bei Qualität, Temperaturführung oder Reichweite eingehen“, bestätigt Jochen Früauff.
Neben der Nachhaltigkeit muss auch die Wirtschaftlichkeit stimmen
Doch unterm Strich muss auch die Wirtschaftlichkeit stimmen. „Wir sind Kaufleute, für uns steht der wirtschaftliche Nutzen an erster Stelle. Kein Kunde will zusätzlich dafür zahlen, dass wir seine Waren mit einem Zero-Emission-Lkw liefern“, erklärt der Geschäftsführer. Deswegen haben er und sein Fuhrpark- und Nachhaltigkeits-Team, zu dem der Nachhaltigkeitsbeauftragte Martin Schuster, Fuhrparkleiter Oleg Anschütz und Sven Strauch, der unter anderem für die Leitung des Logistikservice und Flottenmanagement zuständig ist, gehören, zu Beginn des Projekts mit spitzem Bleistift gerechnet. „Die fixen Kosten sind wegen des höheren Kaufpreises des batterieelektrischen Lkw höher als bei vergleichbaren Modellen mit Dieselantrieb. Die variablen Kosten fallen jedoch deutlich geringer aus, so dass wir unterm Strich Gesamtbetriebskosten auf einem ähnlichen Niveau errechnet haben. Wir laden unseren eigenen PV-Strom, benötigen kein Adblue, zahlen auf 60 Prozent unserer Relationen keine Maut und der Wartungsaufwand für E-Lkw und die ECOOLTEC-Kälteanlage ist vergleichsweise gering. Außerdem kosten natürliche Kältemittel im Servicefall deutlich weniger als F-Gase“, berichtet Geschäftsführer Früauff. Bezogen auf die ECOOLTEC-Technologie plant er mit einem Einsparpotenzial von mindestens 4.000 Euro pro Jahr und Fahrzeug.
Zunächst war der Einsatz natürlicher Kältemittel für ihn aber ein Teil des innovativen Technologiepakets von ECOOLTEC und nicht der ausschlaggebende Kaufgrund. Durch die Verknappung der Kältemittel aufgrund der F-Gas-Verordnung sind die Preise für synthetische Kältemittel mit hohem GWP kräftig gestiegen. „Dadurch wird der Service an herkömmlichen Transportkälteanlagen erheblich teurer. Somit haben die europäischen Verordnungen, die Kälteanlagen betreffen, inzwischen einen hohen Einfluss auf unsere Entscheidungen“, ergänzt Oleg Anschütz. Das Förderprogramm „BW-e-Nutzfahrzeuge“ des Landes Baden-Württemberg hat am Ende den Unterschied gemacht. Mit 60.000 Euro hat das Land die Unterhalts- und Betriebskosten der beiden Lkw bezuschusst. Dadurch fahren die ganzheitlich elektrifizierten Kühlfahrzeuge nun deutlich günstiger als Dieselmodelle.
Fahrer loben ruhigen Lauf und einfache Bedienbarkeit der Anlage
Hinzu kommt, dass BÄKO Süd-West mit diesen Fahrzeugen in Umweltzonen keinen Einfahrbeschränkungen unterliegt. Unbezahlbar sind laut Jochen Früauff die Reaktionen der Kunden. „Sie sind begeistert, wenn wir mit den E-Lkw anliefern. Das ist top für unser Image!“, sagt er. Die Fahrer sind ebenfalls sehr zufrieden mit den Zero-Emission-Lkw. „Sie loben vor allem den ruhigen Lauf der Transportkälteanlagen“, berichtet Fuhrparkchef Anschütz.
Zudem sind die Fahrer von der einfachen Bedienbarkeit der TM182 beeindruckt. „Da sich die Anlage über ein zentrales Bedienelement und nur wenige Tastenbefehle steuern lässt, ist die Bedienung einfach zu erlernen“, berichtet er.
Kompaktes Design der TM182 spielt bei BÄKO Süd-West seine Stärken aus
Für die TM182 sprechen darüber hinaus standort- und einsatzspezifische Anforderungen von BÄKO Süd-West. „Die Lage in einem gewachsenen Industriegebiet stellt besondere technische Anforderungen an unsere Lkw“, erklärt Oleg Anschütz. Die Zufahrt zum Lager ist beengt, so dass die Lkw nicht mehr als 10,15 Meter Länge messen dürfen, um problemlos an die Rampen zu gelangen. Gleichzeitig dürfen die Lkw eine bestimmte Höhe nicht überschreiten, um alle Ladestellen anfahren zu können. Ein Stirnwandaggregat würde daher einen kürzeren Aufbau erfordern und so Ladeplätze kosten. Herkömmliche Transportkälteanlagen, die in eine Dachnische integriert werden, verringern wiederum die Ladehöhe auf weniger als 1,9 Meter, so dass kein Rollbehälter oder keine hoch bepackte Palette mehr unter den Deckenverdampfer passt. „Die ECOOLTEC-Anlage ermöglicht uns, in gewohntem Maß leistungsfähig zu sein“, sagt Geschäftsführer Früauff.
Die TM182 besitzt eine extrem flache Bauhöhe von nur 250 Millimetern. Durch das kompakte Design lässt sie sich ohne nennenswerten Verlust des Ladevolumens in den Aufbau integrieren. Unterflur-Kälteanlagen kommen für den Fuhrparkleiter ebenfalls nicht in Frage, da E-Lkw mit kurzem Radstand wegen der Batteriepacks kaum ausreichenden Platz bieten.
Jochen Früauff: „Wir benötigen verlässliche Politik, um zu dekarbonisieren“
Die individuellen Einsatzvoraussetzungen bei BÄKO Süd-West sind für den Betrieb von E-Lkw gut: „Die Fahrzeuge starten frühmorgens auf ihre Runde und kommen schon um 13 Uhr wieder zum Betriebshof zurück, so dass sie gerade in den Sommermonaten noch sechs Stunden lang mit sauberem, klimafreundlichem Strom aus unserer eigenen Photovoltaik-Anlage direkt geladen werden können“, berichtet Sven Strauch. Etwas mehr als 700 kWp erzeugt die Anlage auf den Hallendächern – genug, um die Lkw für die nächste Tour zu laden. Bislang betreibt BÄKO Süd-West vier Ladepunkte mit jeweils 360 kW maximaler Ladeleistung. Auch die Ladeinfrastruktur wurde bezuschusst, an dieser Stelle vom Bund aus dem Sondervermögen Energie- und Klimafonds mit insgesamt 56.000 Euro.
„Wir wollen die Dekarbonisierung der Logistik mitgestalten und noch weitere Fahrzeuge auf E-Antrieb umstellen. Die Beschaffung richtet sich aber nach der technisch möglichen Ladeinfrastruktur“, sagt Jochen Früauff. Der Betrieb will zwar seinen Transformator vergrößern und die Niederspannungshauptverteilung erweitern, um zusätzliche Ladestationen zu errichten und weitere Diesel-Lkw durch batterieelektrische Modelle zu ersetzen, doch auch dann wird die verfügbare Strommenge nicht ausreichen, um alle der knapp 40 Nutzfahrzeuge auf E-Antrieb umzustellen. Der Geschäftsführer adressiert auch noch einen zweiten Kritikpunkt. „Für Unternehmen, die in Nachhaltigkeit investieren wollen, ist eine nachhaltige Förderpolitik wichtig. Nur mit langfristig verbindlichen Zusagen haben sie Planungssicherheit und können dauerhaft wirtschaftlich agieren. Ich würde mir hier von den Regierenden mehr Verlässlichkeit wünschen“, appelliert er.
Die ECOOLTEC Grosskopf GmbH ist ein europäischer Hersteller von zukunftsweisenden, umweltgerechten Transportkälteanlagen. Die Mission des Unternehmens ist es, den Kunden im temperaturgeführten Transport Kältemaschinen anzubieten, die besonders nachhaltig, effizient und zuverlässig arbeiten. Wesentliche Merkmale der ECOOLTEC-Technologie sind die Verwendung natürlicher Kältemittel mit geringsten Treibhausgaspotenzialen sowie der vollelektrische Generator- oder Batterieantrieb. Der Hauptsitz und Produktionsstandort der ECOOLTEC Grosskopf GmbH ist in Mülheim a. d. Ruhr (Nordrhein-Westfalen). Die Geschäftsführung verantworten CEO Henning Altebäumer und CTO Holger Dörre. Zu ECOOLTEC gehört außerdem die ECOOLTEC UK Ltd. mit Standort in Buckingham (Buckinghamshire) und dem Geschäftsführer John Winter.
ECOOLTEC Grosskopf GmbH
Zinkhüttenstrasse 17
45473 Mülheim a. d. Ruhr
Telefon: +49 (201) 874694-10
Telefax: +49 (201) 874694-09
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