ZVO und VECCO im Austausch mit BAUA

ZVO und VECCO führten am 11. Mai 2026 einen digitalen Austausch mit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA) zum aktuellen Chrom(VI)-Beschränkungsvorschlag der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA).

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Perspektive der Oberflächentechnikbranche auf die derzeit diskutierten regulatorischen Verschärfungen im Rahmen der europäischen REACH-Beschränkung für Chrom(VI)-Stoffe. ZVO und VECCO machten dabei deutlich, dass die vom Ausschuss für Risikobeurteilung (RAC) vorgeschlagene Absenkung des Arbeitsplatzgrenzwertes auf 0,1 Mikrogramm pro Kubikmeter Abluft aus technischer und wirtschaftlicher Sicht derzeit nicht praktikabel umsetzbar ist.

Die Verbände betonten zugleich, dass die Unternehmen der Oberflächentechnik bereits heute unter sehr hohen Sicherheits-, Umwelt- und Arbeitsschutzstandards arbeiten. Die bestehenden Grenzwerte sowie die umfangreichen technischen Schutzmaßnahmen gewährleisten bereits ein hohes Maß an Gesundheits- und Verbraucherschutz. Eine weitere drastische Absenkung des Grenzwertes würde daher aus Sicht der Branche keinen nennenswerten zusätzlichen Sicherheitsgewinn erzeugen, gleichzeitig jedoch massive Belastungen für industrielle Prozesse und Standorte in Deutschland und Europa verursachen.

ZVO und VECCO machten im Austausch mit der BAUA zudem deutlich, dass die Oberflächentechnik eine Schlüsseltechnologie für zahlreiche industrielle Wertschöpfungsketten darstellt – unter anderem für die Automobilindustrie, den Maschinenbau, die Luft- und Raumfahrt, die Medizintechnik sowie den Bereich Defence. Insbesondere funktionelle Hartchromanwendungen sind in vielen technischen Prozessen bislang unverzichtbar.

Die Verbände warnten daher eindringlich davor, regulatorische Anforderungen festzulegen, die in der industriellen Praxis faktisch nicht erreichbar sind. Eine solche Regulierung würde erhebliche Risiken für industrielle Wertschöpfung, Investitionen und Arbeitsplätze in Europa mit sich bringen, ohne einen verhältnismäßigen zusätzlichen Nutzen für den Gesundheits- oder Verbraucherschutz zu schaffen.

Der ZVO wird den Prozess gemeinsam mit dem VECCO weiterhin eng begleiten und sich auf nationaler wie europäischer Ebene für praxisnahe, wissenschaftsbasierte und wettbewerbsfähige Lösungen einsetzen.

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