Praktische Meisterprüfung zeigt hohe Anforderungen im Maler- und Lackierer-Handwerk
Detaillierte Planung, genaue Umsetzung
Wie anspruchsvoll das Unterfangen ist, zeigt sich mit einem Blick auf die Aufgabenstellung. So gliedert sich die Meisterprüfung der Maler und Lackierer in die Bereiche Planung, Durchführung und Dokumentation. In der Planungsphase erarbeiten die Prüflinge im Vorfeld die Vorkalkulation, Organisation und Planung, machen Detailentwürfe, Farb- und Werkstoffpläne sowie Schriftentwürfe. In der anschließenden praktischen Umsetzung hatten die Prüflinge fünf Tage Zeit, um in der Bildungsakademie ihre Konzepte fachgerecht umzusetzen. Dabei mussten gestaltende Werkarbeiten, Strukturarbeiten, Beiz- und Lasurarbeiten, Mattvergoldung, Beschriftung, Schmuckplatten und Ziffern auf Putzgrund berücksichtigt sein. Auch die Nachkalkulation gehört zu den verbindlichen Prüfungsteilen.
Von Kinderzimmer bis Polizeirevier
Zum Abschluss präsentierten die angehenden Meister ihre Arbeiten in einer Dokumentation im Rahmen eines Fachgesprächs. Jeder Prüfling legte dabei sein eigenes Thema zugrunde. Die Spannbreite reichte in diesem Jahr von Wanderverein, Kinderzimmer und Tennisclub über ein 5-Sterne-Hotel und eine Wikinger-Ausstellung bis hin zu Zahnarztpraxis, Polizeirevier und historischer Tagungsstätte. Sechs der acht Maler- und Lackiererprüflinge konnten überzeugen und bestanden den praktischen Teil.
Kreativität bei Fahrzeuglackierern
Auch im Fahrzeuglackierer-Handwerk liefen die Meisterprüfungen über fünf Praxistage hinweg in der Bildungsakademie der Mannheimer Kammer in der Gutenbergstraße ab. Sechs Prüflinge stellten sich hier den Anforderungen, alle bestanden den praktischen Teil. Der Prüfungsablauf orientierte sich an dem der Maler, die Inhalte unterschieden sich jedoch in der Durchführung. So bearbeiteten die Fahrzeuglackierer diese vier zentralen Aufgaben: eine gestalterische Lösung für die Reparatur eines Fahrzeugteils, eine gestalterische Lösung für Schrift und Emblem bei der Lackierung eines Objekts, eine werbewirksame grafische Gestaltung eines vorgegebenen Fahrzeugs sowie eine gestalterische Lösung für ein Carshape. Die von den Prüflingen gewählten Themen reichten dabei von Modellbau, Frisör und Dartverein über ein Doppeldecker-Flugzeug bis zu Petshop und Weltall.
Präzision und Fachwissen gefragt
Ausbildungsmeister Robert Beier begleitete die Prüflinge während der Vorbereitung und in der Prüfungsphase. „Im Prinzip haben die Absolventen ein Jahr Zeit, sich auf die Prüfung vorzubereiten“, sagt Beier. „Wer anwesend ist und zuhört, hat gute Voraussetzungen. Am Ende kommt es auf Genauigkeit, präzises Arbeiten und fundiertes Wissen über das eigene Projekt an.“ Die praktischen Aufgaben sollen zugleich handwerkliches Können, gestalterische Kompetenz und betriebswirtschaftliches Verständnis sichtbar machen.
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