„Men Having Babies“ (MHB) ist eine international operierende Non-Profit-Organisation, die schwulen Männern und Transpersonen den Weg zur Elternschaft über Leihmutterschaft ebnet. Die Teilnehmer erhalten Beratung, Informationen und direkten Zugang zu zahlreichen Agenturen, Kliniken, Anwaltskanzleien und weiteren Dienstleistern des Leihmutterschaftsmarkts.
Die Messe wirbt offensiv mit Programmen wie dem „Gay Parenting Assistance Program“ (GPAP), das Zuschüsse, Preisnachlässe und kostenlose Leistungen gewährt, sowie dem „Membership Benefits Program“ (MBP) mit Rabatten bei über 150 Leihmutterschafts‑Dienstleistern. „Durch Rabatte und Bonusprogramme wird eine künstliche Nachfrage erzeugt: Agenturen gewinnen neue Kunden, der Markt wächst, und selbst Preisnachlässe rechnen sich, weil das gesamte Geschäftsvolumen steigt“, kritisiert Cornelia Kaminski, Bundesvorsitzende der ALfA.
Die Berliner Messe bietet ausdrücklich die Gelegenheit, mit Sponsoren und „möglichen Partnern“ in Kontakt zu kommen, private Beratungsgespräche mit Agenturen zu vereinbaren, sich über finanzielle Unterstützung zu informieren und zu erfahren, wie man eine passende Agentur, Leihmutter und Eizellspenderin findet. Der Eindruck einer Verkaufsveranstaltung drängt sich auf: Potenzielle Kunden – schwule Paare und Singles – werden mit Anbietern zusammengebracht, und Sonderkonditionen sollen den Geschäftsabschluss erleichtern.
Das „Produkt“, um das es geht, ist ein Kind, das wie eine Ware bestellt und geliefert wird. Für seine Entstehung werden Frauen als Eizelllieferantinnen und als Vermieterinnen ihrer Gebärmutter benötigt. Schon aus dieser Beschreibung ergibt sich, dass es sich um ein zutiefst menschenverachtendes, frauenfeindliches und kindeswohlgefährdendes Geschäftsmodell handelt.
Tatsächlich wird der Körper einer Frau für Monate „angemietet“: Die Vertragspartner bestimmen Aufenthaltsort, Lebensweise, Ernährung, medizinische Überwachung und oft sogar den Geburtsmodus. „Die beschönigende Rede von der ‚Leihmutter‘ verdeckt, dass hier ein Abhängigkeitsverhältnis entsteht, das dem Begriff Sklaverei näher kommt als irgendeiner Form von freier Entscheidung“, so Kaminski. „Die Frau hat zu funktionieren, das Kind hat einen Zweck zu erfüllen – nämlich den Wunsch der Bestellenden nach Nachwuchs.“
Leihmutterschaft ist in Deutschland aus guten Gründen verboten. Dass sie überhaupt als „zeitgemäße Elternschaft“ diskutiert wird, liegt an verharmlosenden Begriffen und Berichten über „Babyglück“ bei Prominenten, die aber weder Schwangerschaft noch Geburt durchlebt haben, sondern einer Mutter noch im Kreißsaal das neugeborene Baby weggenommen haben.
„Frauen sind keine Mietkörper, Kinder keine Bestellware“, fasst Kaminski zusammen. „Deutschland muss Leihmutterschaft konsequent bekämpfen – auch dort, wo sie hinter wohlklingenden Begriffen und Rabattprogrammen versteckt wird. Ein erster richtiger und konsequenter Schritt wäre, auch das bereits bestehende Verbot der Werbung hierfür durchzusetzen. Der Berliner Senat täte daher gut daran, zu handeln.“
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