CARE zum Ende der Klimakonferenz: „1,5 Grad braucht mehr Tempo“

„In meiner Heimat Malawi folgt Dürre auf Dürre und klimatische Extreme wie Wirbelstürme werden stärker. Die Menschen können sich kaum noch erholen“, berichtet Chikondi Chabvuta, CARE-Klimaexpertin für das südliche Afrika. „Umso unerträglicher ist es, politische Führungspersönlichkeiten aus den USA oder der EU zu beobachten, wie sie vor den Kameras große Solidaritätsbekundungen inszenieren, während hinter verschlossenen Türen die Texte verwässert werden. Zwar wird nun ein Netzwerk zur technischen Unterstützung der Entwicklungsländer zum Umgang mit Klimaschäden ausgebaut, aber die Forderung nach einer Finanzinstitution hierzu wurde von den Industrieländern abgeblockt und wird jetzt nur in einem weiteren Dialogprozess bearbeitet.“

Der deutsche CARE-Klimaexperte Sven Harmeling leitete die Delegation vor Ort und zeigt sich ebenfalls enttäuscht von dem mangelnden Willen zu schnellem Handeln: „Die langfristige Verpflichtung der Industrieländer, die Finanzierung der Klimaanpassung bis 2025 zu verdoppeln, ist ein wichtiger Schritt, aber sie hätten diese ebenso wie ihre 100-Milliarden-Zusage hier und heute erfüllen müssen“, so Harmeling. „Es ist positiv, dass Vertragsstaaten für 2022 die Hausaufgabe mitbekommen, ihre Emissionsreduktionsziele im Laufe des kommenden Jahres zu überarbeiten. Aber wenn weiterhin gebremst durch Öl-, Gas- und Kohleländer verhandelt wird, müssen wir klar feststellen: Die 1,5°C-Grenze der maximalen Erwärmung braucht mehr politisches Tempo.“

Die zweiwöchige Klimakonferenz in Glasgow begann positiv mit Ankündigungen von Staats- und Regierungschefs und anderen Gruppen zu Entwaldung, Methanreduzierung, Geschlechtergerechtigkeit und dem Kohleausstieg. Die multilaterale Zusammenarbeit zwischen China und den USA schien den Ernst der Lage zu erkennen und kann die Dynamik der Parteien im Hinblick auf die COP27 in Ägypten ankurbeln. CARE-Experten sind jedoch besorgt, dass die zukunftsweisende Zusagen und Pläne auf eine sofortige Umsetzung angewiesen sind, stattdessen aber erstmal in langwierige Dialogprozesse gesteckt werden.

Ebenso enttäuscht war die Zivilgesellschaft über Repräsentation und Einbindung während der Verhandlungen. Vertreter:innen aus vielen Ländern konnten aufgrund von COVID-19-Beschränkungen nicht nach Glasgow reisen. Zudem waren laut der britischen Gruppe „Global Witness“ die Lobby-Teams der größten Verschmutzer wie Öl- und Kohleindustrie zahlenmäßig stärker vertreten als selbst die größte Delegation der Nationalstaaten. Auch in Bezug auf Geschlechtergerechtigkeit zeigt sich ein verheerendes Bild: Von den 109 führenden Politiker:innen der Welt, die sich zu Beginn der Konferenz versammelten, waren weniger als 10 Prozent Frauen. „Die mächtigsten Männer der Welt treffen immer noch Entscheidungen, die die Klimakrise nicht mit der Dringlichkeit angehen, die von Frauen und Mädchen im globalen Süden gefordert wird“, so CARE-Expertin Chikondi Chabvuta.

Die nächste und 27. UN-Klimakonferenz der Vertragsparteien wird von Ägypten ausgerichtet und im November 2022 in Sharm el-Sheikh abgehalten.

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