Sartorius startet dynamisch ins Geschäftsjahr 2020

  • Konzernumsatz +16,5%, Auftragseingang +29,7%, operative EBITDA-Marge 27,0%
  • Coronavirus-Pandemie bisher mit insgesamt neutraler Auswirkung, jedoch deutlich unterschiedlich in den Sparten
  • Prognose für das Gesamtjahr 2020 um die geplante Akquisition von Danaher-Geschäften und Pandemie-Effekte aktualisiert

Sartorius, ein international führender Partner der biopharmazeutischen Forschung und Industrie, ist mit deutlich zweistelligem Wachstum bei Auftragseingang, Umsatz und Ertrag dynamisch in das Geschäftsjahr 2020 gestartet.„Wir sind in Summe sehr zufrieden mit unseren Ergebnissen des ersten Quartals und zuversichtlich für den weiteren Jahresverlauf“, sagte Konzernchef Joachim Kreuzburg. „Natürlich stellt die Coronavirus-Pandemie auch uns vor operative Herausforderungen, die wir aber bislang erfolgreich bewältigen konnten.“ Kreuzburg verwies darauf, dass Sartorius als ein für den Gesundheitssektor relevantes Unternehmen von staatlichen Lockdowns relativ wenig betroffen oder ausgenommen sei und deshalb die Produktion in allen Werken weitgehend unterbrechungsfrei laufe. Auch Lieferketten konnten überwiegend intakt gehalten werden. „Allerdings sind natürlich auch bei Sartorius sämtliche Arbeitsabläufe durch die umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen an allen Standorten weltweit betroffen, unsere Kundenkontakte, die Übergänge der Produktionsschichten und die auf Homeoffice umgestellte Büroarbeit.“ Mit Blick auf die Auftragslage gäbe es in den Sparten unterschiedliche Effekte. So habe der Stillstand der wirtschaftlichen Aktivität in China in den Monaten Januar und Februar die Nachfrage nach Laborinstrumenten spürbar gedämpft. Hingegen sei die Nachfrage nach Verbrauchsmaterial für die Produktion von Medikamenten und Impfstoffen sowie für diagnostische Testkits zuletzt lebhaft gestiegen und teilweise von Vorzieheffekten durch Lageraufbau geprägt gewesen. „Auf Konzernebene haben sich solche gegenläufigen Effekte weitgehend ausgeglichen“, sagte Kreuzburg

Geschäftsentwicklung im Konzern
 

Der Konzernumsatz stieg im ersten Quartal gegenüber einer moderaten Vorjahresbasis währungsbereinigt um 16,5% auf 509,9 Mio. Euro (nominal +17,0%). Die Akquisition des Zellkulturmedienspezialisten Biological Industries, die Sartorius im Dezember 2019 abgeschlossen hatte, trug wie erwartet gut einen Prozentpunkt zum Wachstum bei. Der Auftragseingang erhöhte sich um 29,7% auf 629,4 Mio. Euro (nominal +30,4%). Das operative EBITDA lag bei 137,9 Mio. Euro nach 114,0 Mio. Euro im Vorjahr (+20,9%). Die entsprechende Marge war positiv durch Skaleneffekte und leicht negativ durch Wechselkurse beeinflusst und erhöhte sich auf 27,0% (VJ: 26,2%). Der maßgebliche Konzernnettogewinn2) stieg um 17,5% auf 57,1 Mio. Euro; der Gewinn je Stammaktie lag bei 0,83 Euro (VJ: 0,71 Euro), der Gewinn je Vorzugsaktie bei 0,84 Euro (VJ: 0,72 Euro).

Geschäftsentwicklung in den Regionen

Sartorius hat seine Umsätze in allen Geschäftsregionen in fast identischem Maße zweistellig gesteigert. Die Region Amerika schloss das erste Quartal mit einem Umsatzplus von 17,1% auf 180,7 Mio. Euro ab. In Asien|Pazifik stiegen die Umsätze um 16,3% auf 122,2 Mio. Euro. Während die Bioprozess-Sparte in dieser Region größere Equipment-Aufträge gewinnen konnte, verzeichnete die Laborsparte vor allem in den ersten beiden Monaten des Jahres einen deutlichen Umsatzrückgang. Im März zogen die Geschäfte in China hingegen wieder an. In der Region EMEA3) erwirtschaftete Sartorius 207,0 Mio. Euro, was im Vergleich zum ersten Quartal 2019 einem Umsatzplus von 16,1% entspricht.

Geschäftsentwicklung der Sparten

Die Sparte Bioprocess Solutions, die eine breite Palette innovativer Technologien für die Herstellung von Biopharmazeutika anbietet, erzielte gegenüber einem relativ moderaten Vorjahresquartal einen Umsatzanstieg von 22,4% (nominal +22,9%) auf 394,3 Mio. Euro. Der anorganische Wachstumsbeitrag durch die Akquisition von Biological Industries betrug knapp einen Prozentpunkt. Mit rund zwei Prozentpunkten Wachstumsbeitrag deutlich bemerkbar machten sich Vorzieheffekte von Kunden, die im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie ihre Lager aufstockten. Noch dynamischer als der Umsatz erhöhte sich der Auftragseingang mit einem Plus von 39,6% (nominal +40,3%) auf 506,2 Mio. Euro, der stark beeinflusst war von größeren Equipment-Aufträgen aus China sowie oben beschriebenen Vorzieheffekten. Das operative EBITDA der Sparte stieg aufgrund von Skaleneffekten und trotz leicht negativer Währungseffekte auf 119,9 Mio. Euro (VJ: 90,9 Mio. Euro). Die entsprechende Marge belief sich auf 30,4% gegenüber 28,3% in der Vergleichsperiode.

Die Entwicklung der Sparte Lab Products & Services, die auf Technologien für Labore vor allem der Pharmabranche und Life-Science-Forschung spezialisiert ist, war im ersten Quartal durch die in China stark reduzierte Nachfrage vor allem nach Laborinstrumenten beeinflusst. Die Auswirkung der Pandemiekrise betrug etwa -6 Prozentpunkte auf den Spartenumsatz, der sich mit einem Plus von 0,1% (nominal +0,5%) auf 115,6 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahres bewegte. Der anorganische Wachstumsbeitrag durch den Zukauf von Biological Industries betrug ungefähr 2,5 Prozentpunkte. Der Auftragseingang stieg gegenüber der Vorjahresbasis leicht um 0,5% (nominal +0,9%) auf 123,3 Mio. Euro. Das operative EBITDA der Sparte belief sich auf 18,0 Mio. Euro (VJ: 23,2 Mio. Euro); die entsprechende Marge lag mit 15,6% unter dem Wert des Vorjahres von 20,1%. Maßgeblich hierfür waren neben der durch die Corona-Krise in China bedingten schwachen Kapazitätsauslastung zu Jahresbeginn auch deutlich negative Wechselkurseffekte.

(Angaben zum Umsatz und Auftragseingang währungsbereinigt. Umsätze und Margen der Sparten in der Vergleichsperiode wegen der veränderten Zuordnung zweier kleiner Produktsegmente angepasst.)

Zentrale Bilanz- und Finanzkennziffern

Der Sartorius Konzern ist bilanziell und finanziell sehr solide aufgestellt. Die Eigenkapitalquote stieg auf 39,0% (31.12.2019: 38,0%). Der dynamische Verschuldungsgrad verringerte sich auf 1,8 (31.12.2019: 2,0). Der Umfang der Investitionen wurde aufgrund der Corona-Pandemie im ersten Quartal etwas stärker als ohnehin geplant reduziert. Entsprechend lag die Investitionsquote nach den ersten drei Monaten bei 8,8% nach 12,9% im Vorjahresquartal.

Geplante Übernahme ausgewählter Geschäfte von Danaher Life Science

Sartorius rechnet weiter damit, innerhalb der nächsten Wochen die letzten Kartellfreigaben zu erhalten und die geplante Übernahme ausgewählter Life-Science-Geschäfte des Danaher-Konzerns abschließen zu können. „Wir sind zuversichtlich, die Akquisition in Kürze vollziehen und mit der Integration beginnen zu können“, sagte Kreuzburg. „Durch den Zukauf erweitern wir in beiden Sparten unser Angebot sehr substanziell um innovative Technologien, mit denen wir unsere Pharma-Kunden noch umfassender bei der Entwicklung und Produktion von Biotech-Medikamenten und Impfstoffen unterstützen können. Die Integration wird während der Coronavirus-Pandemie aufgrund der verschiedenen Einschränkungen eine besondere Herausforderung, auf die wir uns allerdings intensiv vorbereitet haben.“

Prognose für das Gesamtjahr 2020 aktualisiert

Auf Basis der Resultate des ersten Quartals und im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Vollzug der Akquisition ausgewählter Life-Science-Geschäfte von Danaher passt Sartorius seine Prognose für das Gesamtjahr 2020 an. Die Prognose basiert auf dem Szenario, dass das Danaher-Portfolio ab Mai 2020 einbezogen wird.

Aufgrund der andauernden Corona-Pandemie steht die Prognose unter größerer Unsicherheit als üblich, sowohl hinsichtlich der Entwicklung des bestehenden Geschäfts als auch bezüglich der Integration der Akquisitionen. Zugrunde gelegt werden die Annahmen, dass China nach weitgehend überstandener Pandemie seine Wirtschaft weiter erfolgreich hochfährt sowie Europa und die USA den Pandemie-Höhepunkt bald erreicht haben und wirtschaftliche Lockerungen implementieren.

Unter diesen Voraussetzungen erwartet die Unternehmensleitung ein Umsatzwachstum im Konzern von nunmehr um 15% bis 19% (bisherige Prognose 10% bis 13%). Zum Umsatzanstieg sollen die Erstkonsolidierung von Biological Industries unverändert knapp 1,5 Prozentpunkte beitragen. Der Einbezug des von Danaher erworbenen Portfolios soll gut 5 Prozentpunkte zum Wachstum beitragen. Hinsichtlich der Profitabilität rechnet Sartorius unverändert mit einem Anstieg der operativen EBITDA-Marge1 auf etwa 27,5% nach 27,1% im Vorjahr. Die auf den Umsatz bezogene Investitionsquote dürfte wie bisher prognostiziert bei rund 10% liegen (VJ: 12,3%)1). Der dynamische Verschuldungsgrad berechnet als Quotient aus Nettoverschuldung und operativem EBITDA dürfte unter Berücksichtigung der Akquisition des Danaher-Portfolios zum Jahresende 2020 bei etwa 2,75 liegen (bisher ohne Berücksichtigung der Akquisition: etwas unter 2,0).

Für die Sparte Bioprocess Solutions erwartet Sartorius nun ein Umsatzwachstum von 17% bis 21% (bisher: 11% bis 14%). Hierzu sollen die Konsolidierung von Biological Industries rund 1 Prozentpunkt und die des Danaher-Portfolios rund 3,5 Prozentpunkte beitragen. Aufgrund der insgesamt hohen Nachfrage wird somit ein gegenüber der bisherigen Prognose um etwa 3 Prozentpunkte höheres organisches Wachstum erwartet. Für die operative EBITDA-Marge1 geht das Management weiter von einem Anstieg auf rund 30,0% aus (VJ: 29,1%), worin leicht verwässernde Effekte durch die Einbeziehung von Biological Industries und des Danaher-Portfolios enthalten sind.Die Sparte Lab Products & Services wird ihre Umsätze im Jahr 2020 voraussichtlich um 10% bis 14% steigern können (bisher 7% bis 10%), wobei die Einbeziehung von Biological Industries unverändert 2,5 Prozentpunkte und des Danaher-Portfolios rund 10 Prozentpunkte zum Wachstum beitragen sollen. Aufgrund der auch für den weiteren Jahresverlauf erwarteten negativen Auswirkungen der Pandemiekrise auf Teile des Geschäfts der Sparte reduziert sich die Prognose für den organischen Wachstumsbeitrag damit um rund 6 Prozentpunkte. Die operative EBITDA-Marge wird unverändert bei etwa 20,0% erwartet (VJ: 21,6%), worin ein Anstieg von rund 1,5 Prozentpunkten durch die Konsolidierung des Danaher-Portfolios und eine kleine Verwässerung durch Biological Industries enthalten sind.

Alle Zahlen zur Prognose sind, wie in den vergangenen Jahren auch, auf Basis konstanter Währungsrelationen angegeben.

Hauptversammlung und Dividendenvorschlag

Ebenfalls beeinflusst von der Pandemie ist die weitere Planung zur Durchführung der diesjährigen Hauptversammlung, die ursprünglich für den 26. März als Präsenzveranstaltung datiert und dann verschoben worden war. „Vor dem Hintergrund der weiter andauernden Einschränkungen hinsichtlich der Durchführung größerer Veranstaltungen werden wir von der neuen gesetzlichen Möglichkeit einer reinen Online-Hauptversammlung Gebrauch machen“, sagte Kreuzburg, der zugleich eine Überprüfung des Dividendenvorschlags ankündigte. „Wir gehen davon aus, uns noch für einige Zeit auf erhebliche Unsicherheiten und Risiken einstellen zu müssen, gleichzeitig dürfte die derzeitige Situation allerdings auch zusätzliche Chancen zur weiteren Verstärkung mit innovativen Technologien bieten. Außerdem werden wir uns besonders engagieren, um Menschen und Institutionen zu unterstützen, die durch die Pandemiekrise besonders hart getroffen sind oder eine wichtige Rolle bei ihrer Bewältigung spielen. Vor dem Hintergrund dieser drei Gesichtspunkte werden wir unseren Dividendenvorschlag gegebenenfalls anpassen, über Näheres werden wir nach Beratung in den zuständigen Gremien informieren.“

1) Sartorius veröffentlicht alternative Leistungskennzahlen, die nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften nicht definiert sind. Diese werden mit dem Ziel ermittelt, eine bessere Vergleichbarkeit der Geschäftsleistung im Zeitablauf bzw. im Branchenvergleich zu ermöglichen.

– Auftragseingang: alle Kundenaufträge, die in der jeweiligen Berichtsperiode rechtsgültig abgeschlossen wurden
– Operatives oder underlying EBITDA: das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation
– Maßgebliches Jahresergebnis: Jahresergebnis nach Anteilen Dritter, bereinigt um Sondereffekte und nichtzahlungswirksame Amortisation sowie basierend auf dem normalisierten Finanzergebnis einschließlich entsprechender Steueranteile

2) Nach Anteilen Dritter, bereinigt um Sondereffekte und nicht-zahlungswirksame Amortisation sowie basierend auf dem normalisierten Finanzergebnis einschließlich entsprechender Steueranteile.

3) EMEA = Europa, Mittlerer Osten, Afrika

Diese Veröffentlichung enthält Aussagen über die zukünftige Entwicklung des Sartorius Konzerns. Zukunftsgerichtete Aussagen unterliegen bekannten und unbekannten Risiken, Unsicherheiten und anderen Faktoren, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von diesen Aussagen abweichen. Sartorius übernimmt keine Verpflichtung, solche Aussagen angesichts neuer Informationen oder künftiger Ereignisse zu aktualisieren.

 

Über die Sartorius AG

Der Sartorius-Konzern ist ein international führender Partner der biopharmazeutischen Forschung und Industrie. Die Sparte Lab Products & Services konzentriert sich mit innovativen Laborinstrumenten und Verbrauchsmaterialien auf Forschungs- und Qualitätssicherungslabore in Pharma- und Biopharma-unternehmen und akademischen Forschungseinrichtungen. Die Sparte Bioprocess Solutions trägt mit einem breiten Produktportfolio mit Fokus auf Einweg-Lösungen dazu bei, dass Biotech-Medikamente und Impfstoffe sicher und effizient hergestellt werden. Der Konzern wächst durchschnittlich zweistellig pro Jahr und ergänzt sein Portfolio regelmäßig durch Akquisitionen komplementärer Technologien. Im Geschäftsjahr 2019 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 1,83 Milliarden Euro. Zum Jahresende 2019 waren mehr als 9.000 Mitarbeiter an den rund 60 Produktions- und Vertriebsstandorten des Konzerns für Kunden rund um den Globus tätig.

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

Sartorius AG
Otto-Brenner-Str. 20
37079 Göttingen
Telefon: +49 (551) 308-0
Telefax: +49 (551) 308-3289
http://www.sartorius.de

Ansprechpartner:
Petra Kirchhoff
Leiterin Unternehmenskommunikation
Telefon: +49 (551) 308-1686
Fax: +49 (551) 308-1692
E-Mail: petra.kirchhoff@sartorius.com
Für die oben stehende Pressemitteilung ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmenkontakt oben) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton-, Video-, Medien- und Informationsmaterialien. Die United News Network GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die United News Network GmbH gestattet.

counterpixel