Rolle der Frau, metamoderne Gesellschaft, Anliegen junger Menschen: Adventistischer Kirchenleiter in Europa äußert sich zu Fragen der Zeit
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Montag, Okt. 12, 2026
Das Gebiet der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung „Intereuropäische Division“ umfasst Länder in Mittel- und Südeuropa, darunter die deutschsprachigen Länder, Frankreich, Belgien, Luxemburg, Spanien, Portugal, Italien, Tschechien, Slowakei, Rumänien und Bulgarien. Ihr Verwaltungssitz befindet sich in Bern/Schweiz. Während eines kürzlichen Besuchs in Rom traf sich Magyarosi zu einem Interview mit Giuseppe Cupertino, Chefredakteur von Messaggero Avventista, der adventistischen Kirchenzeitschrift in Italien. Darüber berichtete EUD News, der Pressedienst der Intereuropäischen Division. Hope Media Italien zeichnete ein Video des Interviews auf.
Offenheit für die christliche Botschaft in einem sich wandelnden Europa
Inmitten der anhaltenden kulturellen Umbrüche erkennt Magyarosi überraschend offene Türen. Nach einer Zeit, die von der Dekonstruktion von Werten und Überzeugungen geprägt war, zeigen viele junge Menschen ein erneutes Interesse an Spiritualität. „Immer mehr Soziologen sprechen von Metamodernismus. Die Postmoderne hat jeden Aspekt der Gesellschaft und des gesellschaftlichen Lebens dekonstruiert“, so Magyarosi, „doch es gibt eine Generation, die des Dekonstruierens überdrüssig geworden ist und nun versucht, etwas aufzubauen, indem sie sich Gott und der Religion zuwendet.“
Transnationale Identität
Das Gebiet der Intereuropäischen Division der Siebenten-Tags-Adventisten umfasst Länder, die durch Geschichte, Kultur und Traditionen weit voneinander teilweise weit voneinander entfernt sind. Die Entwicklung einer gemeinsamen Vision erfordert Dialog, gegenseitiges Zuhören und die Fähigkeit, die jeweiligen Besonderheiten des anderen wertzuschätzen, fasst Magyarosi zusammen. Seine eigene Biografie spiegelt diese internationale Dimension wider: Als Ungar, der in Rumänien aufgewachsen ist und in der Schweiz lebt, erlebt er täglich den Austausch zwischen Kulturen, die auf den ersten Blick weit voneinander entfernt erscheinen. „Einer der stichhaltigsten Beweise für die verändernde Kraft des Evangeliums ist es, zu sehen, wie Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sprache in Frieden und gegenseitigem Verständnis zusammenkommen“, betont er.
Zwar räumte der Kirchenpräsident ein, dass Europa oft wie ein Puzzle aus fest verankerten historischen und nationalen Identitäten zersplittert sei, ermutigte jedoch dazu, ein Zugehörigkeitsgefühl zu fördern, das weit über die individuelle Herkunft hinausgehe.
Auf diesem Weg spielten junge Frauen und Männer eine entscheidende Rolle. „Sie stehen jeglicher Form der Ausgrenzung oft kritischer gegenüber und haben eine größere Weltoffenheit“, stellt Magyarosi fest und erinnerte dabei auch an die Erfahrungen seiner eigenen Familie und seiner Tochter, die sechs Sprachen spricht – ein Beispiel für eine Generation, die sich mühelos in multikulturellen Kontexten zurechtfindet.
Die Rolle der Frauen
Ein weiteres wesentliches Thema ist die Stimme der Frauen in der Kirche und in Führungspositionen. In Europa ist der Beitrag der Frauen zum Gemeinschaftsleben enorm und bedeutend, doch laut Magyarosi gibt es noch Spielraum, diesen optimal zu nutzen. „60 Prozent der Adventisten in Europa sind Frauen. Leider ist ihre Präsenz in verantwortungsvollen Positionen unserer Kirche nicht ausgewogen, und es gibt Raum für Wachstum“, erklärte er. „Ich bin davon überzeugt, dass es einen enormen Gewinn darstellt, wenn Frauen voll und ganz in die Arbeit der Kirche eingebunden sind. Sie bringen ihre Perspektive und Sensibilität ein, ihre Art, das Leben zu betrachten und mit anderen umzugehen. Wir brauchen sie. Sie sind ein enormer Segen für die Kirche“, so der Kirchenpräsident.
Weltweite Initiative der Adventisten zur Verkündigung der christlichen Botschaft
Magyarosi ging anschließend auf OneVoice27 ein, eine weltweite Initiative der Adventisten zur Vermittlung der christlichen Botschaft. In Deutschland heißt die Initiative „Alles neu – Jesus“, in Österreich „Projekt ECHT“. „Es handelt sich um eine Initiative, die darauf abzielt, alle Möglichkeiten der Medien zu nutzen, um die frohe Botschaft von Jesus Christus zu verbreiten“, erklärte er. „Wie bereits erwähnt, war Europa traditionell durch nationale Grenzen geteilt, und oft blieben auch unsere Kirchengemeinden eher isoliert. Diese Initiative ist ein Aufruf, gemeinsam etwas zu bewirken – jeder in seinem eigenen Stil, aber im gleichen Geist.“ Das Ziel ist daher nicht Einheitlichkeit, sondern die Schaffung eines Netzwerks, das die Besonderheiten jeder Stimme wertschätzt und Beziehungen sowie Erfahrungen vor Ort auf kreative Weise zugänglich macht.
Das Video des Interviews (in italienischer Sprache) ist auf YouTube abrufbar: https://youtu.be/GJ4C2CIcurU
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