Leadership Training der VEM in Manila: Widerstandskraft der Kirche in Krisenzeiten
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Kathmandu Nepal
Mittwoch, Okt. 7, 2026
Die Philippinen sind von großer sozialer Ungleichheit, Armut und politischer Einflussnahme wirtschaftlich mächtiger Familien geprägt. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in prekäre Arbeitsverhältnisse, Migration und die Abhängigkeit des Landes von ausländischen Investitionen. Besonders deutlich wurde der Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Ausbeutung und der Situation indigener Bevölkerungsgruppen.
Menschenrechte und indigene Gemeinschaften unter Druck
Menschenrechtsanwalt Fidel Santos und Leijin Dugay, indigene Bewohnerin der Provinz Nueva Vizcaya, berichteten über Konflikte um den Abbau von Bodenschätzen. In ihrer Region werden unter anderem Gold, Kupfer und Zink gefördert. Indigene Gemeinschaften beklagen, dass ihre Rechte und ihre traditionelle Landnutzung dabei nicht ausreichend berücksichtigt werden. Bergbau und Abholzung gefährden zudem Wasserressourcen und führen unter anderem zu verschmutztem Trinkwasser und Erdrutschen. „Ohne unser Land verlieren wir unsere Identität. Ohne unser Land haben unsere Kinder keine Zukunft. Unser Land und unsere Zukunft sind nicht verkäuflich“, sagte Leijin Dugay.
Missionarische Resilienz stärkt die Kirche als Ort des Widerstands und der Hoffnung
Menschenrechts- und Umweltaktivist*innen sehen sich nach Angaben der Referierenden mit Repressionen und Kriminalisierung konfrontiert. Demonstrationen werden aufgelöst, Aktivist*innen und andere Unterstützer*innen verhaftet. Die Kirchen engagieren sich an ihrer Seite. Pfarrer*innen begleiten Proteste und stellen sich teilweise gemeinsam mit anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren gegen staatliche Repression.
Bischof Francisco Aviso von der UCCP erläuterte, wie die missionarische Resilienz die Widerstandskraft der Kirche unter diesen Bedingungen stärkt. Die UCCP hat sich dabei auf drei strategische Ziele festgelegt: die Glaubensgemeinschaft zu stärken, das Leben der Gemeinden zu fördern und die gemeinsame Verantwortung der Kirche für Solidarität, Gerechtigkeit und Frieden weiterzuentwickeln.
Die Stärken des Leadership Trainings
Für Pfarrerin Félicité Ngnintedem, Leiterin der VEM-Division Global Programs und Mitglied des VEM-Vorstands, liegt eine wesentliche Stärke des Leadership Trainings im gegenseitigen Lernen: „Wir wollen die Kirchen an einen Tisch bringen, damit andere genau sehen, wie sie ihren Dienst tun. Aus den Anregungen und Perspektiven der anderen können sie die fehlenden Bausteine mitnehmen, um ihre Arbeit zu festigen.“
Das Leadership Training schaffe Raum, die eigene kirchliche Arbeit im Austausch mit anderen VEM-Mitgliedern zu reflektieren. Dabei zeige sich: Auch wenn die Herausforderungen in Afrika, Asien und Deutschland unterschiedlich sind, können Erfahrungen im Umgang mit Krisen, gesellschaftlichem Druck und Veränderungsprozessen für andere Kontexte wichtige Impulse geben.
Ein Teilnehmer aus Deutschland brachte seine Eindrücke aus den Begegnungen auf den folgenden Punkt: „Ihr auf den Philippinen seid eine ‚Kirche der Herzen‘, wir in Deutschland sind oft eher eine ‚Kirche des Kopfes‘. Und manchmal brauchen wir in der Kirche mehr Herz als Kopf.“
Das Leadership Training der VEM findet regelmäßig in den drei VEM-Regionen Afrika, Asien und Deutschland statt. Das Programm dient der Fortbildung und Vernetzung von Theolog*innen in verantwortlichen Funktionen und stärkt den Austausch zwischen den VEM-Mitgliedern.
Die Vereinte Evangelische Mission (VEM) mit Büros in Wuppertal, Indonesien und Tansania ist eine internationale, gleichberechtigte Gemeinschaft von 39 Mitgliedern, darunter 32 evangelische Kirchen in Afrika und Asien sowie sechs deutsche EKD-Kirchen und den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Die VEM verfolgt konsequent ein ganzheitliches Missionsverständnis. Dazu gehört, die Lebensumstände notleidender und benachteiligter Menschen unter Achtung ihrer persönlichen Würde und Berücksichtigung ihres kulturellen Kontexts zu verbessern.
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