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Freitag, Okt. 2, 2026
Bundesweite Popularität verdankte Weeze bislang vor allem den günstigen Flügen nach Mallorca und dem alljährlich am Airport stattfindenden Musikfestival „Parookaville“. Inzwischen macht der kleine Ort im Landkreis Kleve jedoch in völlig anderer Hinsicht von sich reden. Denn seit dem Sommer 2025 entstehen dort die „Kampfjet-Herzstücke vom Niederrhein“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) – ein Symbol für die sicherheitspolitische Neuorientierung Deutschlands. Rheinmetall fertigt hier im Auftrag des US-Konzerns Northrop Grumman 400 Rumpfmittelteile für den Kampfjet F-35. Nach der Hochlaufphase soll das neue Werk bis zu 36 dieser Teile pro Jahr produzieren. Die 30.000 Quadratmeter große Fabrik für den „Stealth Fighter der fünften Generation“ liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Flughafen Weeze. Ihr Bau dauerte weniger als eineinhalb Jahre. Zur Eröffnung besuchte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst den Standort. Die neue Anlage stehe für einen „starken Beitrag zur Zeitenwende und zur kollektiven Sicherheit Europas“, erklärte der Regierungschef.
Neue Rolle in der Luftfahrt
Die Rheinmetall Aviation Services GmbH betreibt die hochmoderne Fertigungsstätte. Das Tochterunternehmen der Rheinmetall AG wurde 2019 in Bremen gegründet und steht für die wachsenden Ambitionen des Konzerns im Bereich der militärischen Luftfahrt. Zunächst als strategischer Dienstleister für Wartung und Instandhaltung gestartet, produziert Rheinmetall Aviation Services inzwischen auch zentrale Flugzeugkomponenten. Bis 2026 betreute das Unternehmen an den Bundeswehrstandorten Diepholz, Laupheim und Holzdorf die CH-53G-Hubschrauberflotte – von der Basis- und Linienwartung über Reparaturen bis hin zur täglichen Begleitung des Flugbetriebs. Mit der Außerdienststellung des Modells endet diese Unterstützung jedoch in absehbarer Zeit.
Transatlantische Partnerschaft
Im Februar 2023 unterzeichneten Rheinmetall, Lockheed Martin und Northrop Grumman eine Absichtserklärung zum Bau von F-35-Rumpfmittelteilen in Deutschland. Ziel war es, eine „integrierte Montagelinie“ einzurichten und damit den europäischen Industrieanteil am F-35-Programm zu erhöhen. Während Lockheed Martin als Hauptauftragnehmer Entwicklung, Vertrieb und Endmontage verantwortet, liefert Northrop Grumman Schlüsseltechnologien wie Sensorik, Avionik sowie Flugzeug- und Trainingssoftware. Das von Rheinmetall gefertigte Rumpfmittelteil gilt als zentrales Element der F-35: Es verbindet Avionik, Waffensysteme, Treibstoffzellen, elektrische und hydraulische Systeme sowie Teile des Antriebs. Die neue Rheinmetall-Fertigungslinie in Weeze entspricht weitgehend derjenigen von Northrop Grumman im kalifornischen Palmdale.
Warum Weeze?
Der Standortentscheidung zugunsten von Weeze ging eine intensive Suche voraus. Unter mehr als 70 potenziellen Flächen in zwölf Bundesländern setzte sich schließlich das rund 60.000 Quadratmeter große Areal am Niederrhein durch. Ausschlaggebend waren die Nähe zum Flughafen, geeignete Bodenverhältnisse und die Unterstützung durch Kommunal- und Landespolitik. Zudem überzeugte die geringe Entfernung zu den Industriezentren des Ruhrgebiets und des Rheinlands. Vom ersten Spatenstich im Spätsommer 2023 bis zum Produktionsstart im Juli 2025 vergingen weniger als 18 Monate.
Langfristige Perspektive
Die Fertigung der 400 Rumpfmittelteile für die F-35 Lightning II ist auf mindestens 20 Jahre ausgelegt. Damit ist der Standort langfristig gesichert – weit über das Jahr 2040 hinaus. Rund 400 hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen. Weeze wird damit nicht nur Teil einer globalen Lieferkette, sondern auch ein sichtbares Zeichen der sicherheitspolitischen Zeitenwende in Europa.
Rheinmetall AG
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