Data Center Group setzt mit GREENCORE Data Center Kottingbrunn Meilenstein für digitale Souveränität in Niederösterreich

In Kottingbrunn (Bezirk Baden, NÖ) entsteht ein neuer Standort für digitale Infrastruktur nach den Leitlinien der niederösterreichischen Rechenzentren-Strategie: Am 28. September 2026 wurde der Spatenstich für das neue Colocation-Rechenzentrum GREENCORE Data Center gesetzt. Der vom deutschen Rechenzentrumsspezialisten Data Center Group nach den Anforderungen der europäischen Rechenzentrumsnorm EN 50600 in der Verfügbarkeitsklasse 3 – angelehnt an Tier III – geplante Standort soll ab Oktober 2027 Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen hochverfügbare, bedarfsgerechte IT-Infrastruktur unter österreichischen rechtlichen und betrieblichen Rahmenbedingungen bieten. GREENCORE schafft damit auf einer Fläche von 4.200 m2 nicht nur skalierbare Rechenleistung, sondern wird zugleich auf eine hohe Ressourceneffizienz ausgerichtet sein – mit erneuerbarer Energie vom Photovoltaikfeld der Flughafen Wien AG, effizienten Kühlkonzepten im Regelbetrieb und einer vorbereiteten Nutzung der Abwärme.

Mit dem Projekt greift GREENCORE zentrale Ziele der niederösterreichischen Rechenzentren-Strategie auf und schafft zugleich zusätzliche Kapazitäten für die sichere Verarbeitung und Speicherung geschäftskritischer Daten in Österreich. „Ab 2027 erhalten Unternehmen, Start-ups, öffentliche Stellen und Forschungseinrichtungen auf der modularen Colocation-Plattform von GREENCORE eine sichere, flexibel skalierbare Umgebung für ihre Anwendungen und Daten – betrieben in Österreich nach heimischen rechtlichen und regulatorischen Vorgaben. Die Datenhaltung im Inland erleichtert die Abstimmung, schafft rechtliche Klarheit und verringert Abhängigkeiten von ausländischen Infrastrukturstandorten“, so GREENCORE-Prokurist Roman Lederer. Dazu soll die Infrastruktur mit den Anforderungen ihrer Nutzer:innen wachsen: Im Endausbau sind eine gesicherte elektrische Anschlussleistung von 8 MVA und eine IT-Last von 6,4 MW vorgesehen. Interessant ist das Angebot für Kund:innen auch, weil sich technische Kompetenz mit persönlicher Vor-Ort-Betreuung verbindet: „Unternehmen, öffentliche Stellen und Forschungseinrichtungen können bei uns geschäftskritische Anwendungen und sensible Daten sicher in Österreich betreiben. Sie bleiben nah an ihren Systemen und an den Menschen, die Betrieb, Wartung und Ausbau verantworten“, so Lederer weiter. Die technische Planung des GREENCORE Data Centers orientiert sich an den Anforderungen der europäischen Rechenzentrumsnorm EN 50600 mit der Verfügbarkeitsklasse VK3. Die Norm schafft einen einheitlichen Rahmen für die Planung, den Bau und den Betrieb von Rechenzentren und berücksichtigt neben Verfügbarkeit und Wartbarkeit auch Energieeffizienz, physische Sicherheit, Stromversorgung, Kühlung, Verkabelung sowie Betriebsprozesse.

„Rechenzentren neu denken“

Bei der Umsetzung arbeitet GREENCORE mit erfahrenen Rechenzentrumsfachleuten und regionalen Partner:innen zusammen. Der deutsche Rechenzentrumsspezialist Data Center Group bringt seine Kompetenz in Planung, Bau und Service kritischer Infrastruktur ein und verantwortet mit der Data Center Assets die Projektentwicklung: „Rechenzentren neu zu denken heißt, Sicherheit und Ressourceneffizienz nicht getrennt voneinander zu betrachten. Beides muss über den gesamten Lebenszyklus zusammenspielen, damit digitale Infrastruktur langfristig verlässlich und verantwortungsvoll betrieben werden kann“, so Ralf Siefen, CEO der Data Center Group.

Photovoltaikstrom aus PV-Überschussproduktion vom Flughafen Wien

Für das Gebäude des neuen Rechenzentrums in Kottingbrunn wird außerdem eine LEED-Gold-Zertifizierung angestrebt, die unter anderem Energieeffizienz, Wassernutzung und Materialeinsatz bewertet. Für den Betrieb ist erneuerbarer Strom aus der Überschussproduktion des Photovoltaikfeldes am Flugplatz Wien-LOAV in Kottingbrunn, dessen Eigentümer die Flughafen Wien AG ist, vorgesehen: „Der Flughafen Wien zeigt seit Jahren, dass PV-Stromerzeugung einen wichtigen Beitrag zur Stromversorgung leistet. Am Wiener Airport decken wir mittlerweile rund die Hälfte unseres Jahresstrombedarfs mit Sonnenenergie aus eigenen Photovoltaikanlagen. In Kottingbrunn erzeugen wir immer wieder mehr PV-Strom, als wir selbst verbrauchen. Diesen Überschussstrom leiten wir weiter für die Versorgung des benachbarten Greencore-Rechenzentrums. Damit wird erneuerbar erzeugter Strom direkt dort genutzt, wo er gebraucht wird, und gleichzeitig eine wichtige Investition in der Region ermöglicht. Eine Win-Win-Situation für den Standort und die beteiligten Partner“, so Dr. Günther Ofner, Vorstand der Flughafen Wien AG.

Effiziente Kühlsysteme und vorbereitete Abwärmenutzung

Darüber hinaus sollen Trockenkühlsysteme im Regelbetrieb ohne wasserbasierte Kühlung auskommen. Der angestrebte PUE-Planwert (Power Usage Effectiveness-Planwert), der das Verhältnis von Gesamtenergieverbrauch zur Energieaufnahme beschreibt, liegt im Vollausbau unter 1,2 – Kühlung und weitere Infrastruktur benötigen damit vergleichsweise wenig zusätzliche Energie. Auch die Abwärme wird mitgedacht: Die bei den Servern entstehende Wärme soll technisch für eine spätere Einspeisung in ein Fern- oder Nahwärmenetz nutzbar gemacht werden.

Carmen Jeitler-Cincelli: „Digitale Infrastruktur als Standortfaktor für Niederösterreich“

GREENCORE folgt dabei den Leitlinien der niederösterreichischen Rechenzentren-Strategie, die neben Kriterien der Ressourceneffizienz auch die Anforderung an einen geeigneten Standort, klaren Rahmenbedingungen und einem konkreten Nutzen für Wirtschaft und Gemeinden umfasst: „Leistungsfähige digitale Infrastruktur ist heute eine ebenso wichtige Standortvoraussetzung wie Energie, Verkehr und verfügbare Flächen. Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Forschung brauchen sichere und skalierbare Rechenkapazitäten, um digitale Anwendungen und Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln. GREENCORE leistet dazu einen konkreten Beitrag und stärkt damit die Wettbewerbsfähigkeit Niederösterreichs und des Wirtschaftsraums rund um Wien“, so Mag. Carmen Jeitler-Cincelli, Abgeordnete zum Nationalrat und Bürgermeisterin der Stadt Baden, in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner beim Spatenstich in Kottingbrunn. „Wir freuen uns, dass mit GREENCORE ein Projekt umgesetzt wird, das sich in den CCK Wirtschaftspark einfügt und Kottingbrunn als etablierten Wirtschaftsstandort weiterentwickelt“, ergänzt Peter Szirtes, Vizebürgermeister der Marktgemeinde Kottingbrunn. Weil Aufträge nach Möglichkeit in der Region vergeben werden und im späteren Betrieb qualifizierte Arbeitsplätze vorgesehen sind, soll das Projekt neben der heimischen Dateninfrastruktur auch die regionale Wertschöpfung stärken.

Stufenweiser Ausbau bis 2030

Die Umsetzung des GREENCORE Data Centers erfolgt in mehreren Phasen: Mit dem Spatenstich am 28. September 2026 werden die Bauarbeiten aufgenommen. Die Inbetriebnahme ist mit Fertigstellung des ersten Bauabschnitts ab Oktober 2027 vorgesehen. Der zweite Bauabschnitt folgt 2029, der vollständige Ausbau des Standorts ist ab 2030 geplant.

Weitere Informationen und genaue technische Spezifikationen: www.greencore.at

 

Über Data Center Group

Die Data Center Group (DCG) ist ein führender Anbieter für die Entwicklung, Beratung, Planung, Bau und Betrieb von Rechenzentren sowie für Hochsicherheits-Produkte rund um sichere und hochverfügbare IT-Infrastrukturen. Seit der Gründung 2005 hat das Unternehmen sein Portfolio stetig erweitert und beschäftigt heute mehr als 250 Mitarbeiter an mehreren Standorten in ganz Deutschland. Der Hauptsitz im Westerwald liegt strategisch günstig nahe den wichtigen Internetknoten DE-CIX Frankfurt und DE-CIX Düsseldorf. Weitere Büros befinden sich in Berlin, Frankfurt am Main, München und Köln.

Weitere Informationen:

Flughafen Wien AG als Standort- und Energiepartner

Das Greencore-Rechenzentrum wird künftig zu einem wesentlichen mit Sonnenstrom vom Flugplatz Wien-LOAV in Kottingbrunn versorgt. Der Flugplatz gehört zur Flughafen Wien AG, die dort eine großflächige Photovoltaikanlage mit einer Gesamtleistung von rund 9,3 MWp mit insgesamt 24.672 Modulen betreibt. Rund 5,7 MWp mit insgesamt 15.936 Modulen der Anlage sind für die Versorgung des Rechenzentrums vorgesehen. Dieser Teil der Anlage produziert jährlich rund 6,2 GWh erneuerbaren Strom. Photovoltaik ist ein zentraler Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie der Flughafen Wien AG: Auch am Flughafen Wien betreibt das Unternehmen eine der größten Photovoltaikanlagen Österreichs, mittlerweile werden mehr als 50 Prozent des Jahresstrombedarfs des gesamten Airport Standorts durch Sonnenstrom aus eigenen PV-Anlagen gedeckt.
www.viennaairport.com

Strategiepapier „Rechenzentren in Niederösterreich“

Das Land Niederösterreich hat mit dem Strategiepapier, dem Leitfaden und der Checkliste „Rechenzentren in Niederösterreich“ einen Rahmen für eine geordnete und nachhaltige Standortentwicklung geschaffen. Im Mittelpunkt stehen eine nachvollziehbare Ansiedlung sowie die Berücksichtigung von Raumverträglichkeit, Ressourcenschonung und Lebensqualität.
www.noe.gv.at/noe/Digitalisierung/Strategiepapier_Rechenzentren_in_NOe.html

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