HERZSICHER AED-Register für Bayern: Testphase offiziell gestartet

Vertreterinnen und Vertreter der CSU-Landtagsfraktion, der Björn Steiger Stiftung und der Deutschen Herzstiftung haben heute im Kloster Banz die Testphase des HERZSICHER AED-Registers für Bayern gestartet. Ziel ist ein landesweites, einheitliches und leistungsfähiges Register, das Standorte und wichtige Informationen zu automatisierten externen Defibrillatoren (AED) zentral erfasst und für Nutzerinnen und Nutzer zugänglich macht. Das Register könnte damit perspektivisch als Modell für eine bundesweite Lösung dienen.

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Eine sofortige Herzdruckmassage und der frühzeitige Einsatz eines AEDs können die Überlebenschancen deutlich verbessern. Dennoch werden AEDs bei außerklinischen Herz-Kreislauf-Stillständen in Deutschland bislang vergleichsweise selten eingesetzt. Das Problem: Informationen über vorhandene Geräte und deren Zugänglichkeit sind häufig nicht zuverlässig und einheitlich verfügbar.

„Ein AED kann nur helfen, wenn er im entscheidenden Moment gefunden und genutzt werden kann. Dafür brauchen wir verlässliche Informationen: Wo steht das Gerät, wann ist es zugänglich und ist es einsatzbereit? Genau hier setzt das HERZSICHER AED-Register an“, sagt Katerina Malliou, Geschäftsführerin HERZSICHER bei der Björn Steiger Stiftung.

Klaus Holetschek, CSU-Fraktionsvorsitzender:
„Gerade die mögliche Verknüpfung mit Kartendiensten wie GoogleMaps für die Standorte von Defibrillatoren ist für Ersthelfer von hohem Nutzen und kann Leben retten, wenn es um Leben und Tod geht. Die CSU-Fraktion hat dieses Projekt bereits seit vielen Jahren begleitet und unterstützt. Der Freistaat stellt für den Aufbau der zentralen Datenbank 340 000 Euro bereit. Mit der flächendeckenden Datenbank und einheitlichen Standards für unsere Blaulichtfamilie und Leitstellen sind wir damit bundesweiter Vorreiter.“

Bernhard Seidenath, gesundheitspolitischer Sprecher der CSU-Fraktion, der bereits seit dem Jahr 2013 für ein Defikataster für Bayern kämpft, unterstreicht:
„In Deutschland erleiden jährlich rund 65.000 Menschen einen außerklinischen Herz-Kreislaufstillstand – mehr als 10.000 Menschenleben könnten gerettet werden, wenn sofort mit der Wiederbelebung begonnen würde. Entscheidend ist deshalb, dass Ersthelfer schnell handeln können und ebenso schnell wissen, wo der nächste Defibrillator zu finden ist. Deshalb brauchen wir ein flächendeckendes Defikataster in Bayern. Mit dem HERZSICHER AED-Register kommen wir diesem Ziel jetzt einen entscheidenden Schritt näher. Das Projekt der Initiative HERZSICHER der Björn Steiger Stiftung und der Deutschen Herzstiftung unterstützen wir deswegen sehr gerne – auch mit Mitteln, die wir zu diesem Zweck in den Bayerischen Staatshaushalt eingestellt haben: zum Wohle der Menschen in Bayern. Denn im Ernstfall gilt: Drücken hilft – und ein schnell verfügbarer Defibrillator kann Leben retten! Für jedes gerettete Menschenleben hat sich die Mühe dann schon gelohnt!“

Sascha Schnürer, Abgeordneter der CSU-Fraktion:
„Entscheidend bei diesem Projekt sind die technischen Schnittstellen und die effiziente Verknüpfung von vielen zur Verfügung stehenden Daten. Das alles verbinden wir mit einer gebündelten Abbildung auf digitale Karten und Navigationsgeräte – für Bürgerinnen und Bürger als Ersthelfer genauso wie für Leitstellen, die Einsätze koordinieren.“

Verlässliche Daten für den Ernstfall
Im Mittelpunkt des Registers stehen aktuelle und möglichst vollständige Informationen zu den vorhandenen AEDs. Dazu gehören unter anderem Standort, Zugänglichkeit und Betriebszeiten. Auch Informationen wie Zugangscodes oder der aktuelle Betriebsstatus können hinterlegt werden.

Neben den Bürgerinnen und Bürgern können Ersthelfersysteme, Rettungsleitstellen und weitere Initiativen im Bereich der Herzsicherheit von dem neuen Register profitieren. Je nach Berechtigung können Nutzerinnen und Nutzer festlegen, welche Mindestinformationen ein AED erfüllen muss, um bei einer Abfrage berücksichtigt zu werden.

Ein weiterer Vorteil: Neben öffentlich zugänglichen Standortinformationen können im Register auch geschützte Daten hinterlegt werden. Dazu gehören beispielsweise Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für einzelne AEDs einschließlich ihrer Kontaktdaten. Diese Informationen stehen ausschließlich autorisierten Nutzerinnen und Nutzern zur Verfügung. So können bei einem Einsatz, einem Diebstahl oder anderen Vorkommnissen schnell die zuständigen Personen informiert werden.
Damit unterscheidet sich das Register von offenen Kartensystemen wie OpenStreetMap, in denen meist nur öffentlich zugängliche Standortinformationen wie Adresse oder Koordinaten angegeben sind.

Unterschiedliche Datenquellen zusammenführen
Das HERZSICHER AED-Register ist dabei offen für die Anbindung bestehender Register, lokaler Initiativen und weiterer Systeme. Der Datenaustausch kann in beide Richtungen erfolgen.

AED-Standorte können auf unterschiedlichen Wegen in das Register aufgenommen werden: über den Upload strukturierter Daten, über technische Schnittstellen zwischen verschiedenen Softwaresystemen oder direkt vor Ort über eine Smartphone-Anwendung.

Dabei muss ein neuer Eintrag nicht von Beginn an vollständig sein. Auch ein AED-Standort, zu dem zunächst beispielsweise nur die Adresse bekannt ist, kann erfasst werden. Weitere Informationen wie Hersteller, Modell, Seriennummer oder Öffnungszeiten können anschließend ergänzt und verifiziert werden. Ziel ist es, die Datenqualität Schritt für Schritt zu verbessern.

Perspektivisch sollen die verlässlichen Standortdaten auch automatisiert in Kartenanwendungen wie OpenStreetMap sichtbar gemacht werden können. So soll aus unterschiedlichen Datenquellen Schritt für Schritt ein möglichst vollständiges und aktuelles Bild der AED-Versorgung in Bayern entstehen.

„Ein Register ist nur so gut wie seine Daten. Deshalb geht es mit dem Start der Testphase nicht nur darum, möglichst viele AEDs zu erfassen. Entscheidend ist, die Informationen dauerhaft aktuell und verlässlich zu halten“, betont Dr. Sinann Al Najem von der Deutschen Herzstiftung.

Testphase startet – Go-Live für März 2027 geplant
Mit dem Start der Testphase wird das Register zunächst unter realen Bedingungen erprobt und weiterentwickelt. Dabei geht es unter anderem darum, Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammenzuführen, Prozesse zur Qualitätssicherung zu etablieren und die technische Anbindung weiterer Systeme vorzubereiten.

Der reguläre Go-Live von HERZSICHER – das AED-Register für Bayern ist für den
1. März 2027 vorgesehen.

Über HERZSICHER

HERZSICHER ist eine gemeinsame Initiative der Björn Steiger Stiftung und der Deutschen Herzstiftung. Ziel ist, die Laienreanimationsquote in Deutschland signifikant zu erhöhen. Denn mit jeder Minute ohne Wiederbelebung sinkt die Überlebenschance bei einem plötzlichen Herzstillstand um rund zehn Prozent. In 45-minütigen kostenfreien Schulungen wird niederschwellig und praxisnah vermittelt, wie Herzdruckmassage und der Einsatz eines Defibrillators funktionieren. Zertifizierte Trainer besuchen Unternehmen, Vereine und Privathaushalte, um die Trainings am gewünschten Ort durchzuführen.

2001 setzte sich die Björn Steiger Stiftung mit „Kampf dem plötzlichen Herztod" erstmals für die systematische Verbreitung von Wiederbelebungswissen ein. 2015 etablierte die Deutsche Herzstiftung ihr Programm „Lebensretter werden". Um möglichst viele Menschen zu erreichen, bündelten beide Stiftungen ihre Aktivitäten und treten seit Mai 2025 gemeinsam unter der Marke HERZSICHER auf.

Weitere Informationen unter www.herzsicher.de .

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Über den Deutsche Herzstiftung e.V.

Die Deutsche Herzstiftung e. V. wurde 1979 gegründet und ist heute die größte gemeinnützige und unabhängige Anlaufstelle für Patienten und Interessierte im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zu den Hauptaufgaben der Herzstiftung gehört es, Patienten in unabhängiger Weise über Herz-Kreislauf-Erkrankungen, deren Vorbeugung sowie über aktuelle Diagnose- und Therapiemöglichkeiten aufzuklären. Bekannt ist die Herzstiftung außerdem durch ihre bundesweiten Aufklärungskampagnen und als wichtige Förderinstitution in der Herz-Kreislauf-Forschung. Die hohe Qualität ihrer Informationsangebote beruht nicht zuletzt auf der Expertise der rund 500 Herzspezialisten im Wissenschaftlichen Beirat der Herzstiftung. Vorstandsvorsitzender ist der Kardiologe Prof. Dr. Thomas Voigtländer (Frankfurt am Main), Schirmherrin ist Barbara Genscher.

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