Der neue Raum ist Teil der Standorterweiterung in der Geneststraße. Durch zusätzliche Flächen in der zweiten Etage entstehen insgesamt vier neue Klassenräume sowie weitere Arbeitsplätze für Lehrkräfte.
Im Mittelpunkt des neuen Lernraums stehen Spracherwerb, Deutsche Gebärdensprache (DGS), Gebärdenunterstützte Kommunikation (GuK) – also Sprache begleitet von Gebärden – und Unterstützte Kommunikation (UK), etwa mit Symbolkarten oder Sprachcomputern. Damit entwickelt Campus Berlin seine Kompetenzen für die Ausbildung von Fachkräften weiter, die Menschen und Kinder auch in behindernden Lern- und Kommunikationssituationen professionell begleiten. Das zugrunde liegende Raumkonzept verbindet Deutsch als Zweitsprache mit GuK, UK und DGS
Kommunikation ist mehr als gesprochene Sprache
Der Raum macht bewusst sichtbar, dass Menschen auf sehr unterschiedliche Weise miteinander kommunizieren. Neben Sprechen und Zuhören gehören dazu unter anderem Mimik, Gestik, Gebärden, Zeigen, Schreiben sowie Bilder und Symbole. Auch Musik als Form des Ausdrucks und der Kontaktaufnahme findet im Raum ihren Platz.
Diese Vielfalt wird bereits in der Gestaltung des Klassenraums aufgegriffen. Unter dem Leitgedanken „Kommunikation verbindet“ entsteht eine Lernumgebung, die Sprache und unterschiedliche Kommunikationsformen nicht nur zum Unterrichtsgegenstand macht, sondern im Raum selbst erfahrbar werden lässt.
Dabei ist die Gestaltung nicht nur dekorativ gedacht. Das Konzept berücksichtigt unter anderem gute Sichtachsen, ausreichende Kontraste, die Erkennbarkeit der Gestaltungselemente von verschiedenen Sitzpositionen sowie eine möglichst reizarme zentrale Unterrichtswand.
Fachkräfte für unterschiedliche Kommunikationsbedürfnisse qualifizieren
„Wer Menschen professionell begleitet, sollte unterschiedliche Wege der Kommunikation kennen und einsetzen können. Deshalb stärken wir gezielt die Kompetenzen unserer Auszubildenden in Kommunikation und Sprachförderung – von gesprochener Sprache über Deutsche Gebärdensprache und gebärdenunterstützte Kommunikation bis hin zur Unterstützten Kommunikation mit Symbolen und Hilfsmitteln. Der neue Lernraum macht diese Vielfalt praktisch erfahrbar“, sagt Gerlinde Lübbers, Gesamtschulleitung für den Schulstandort Campus am Südkreuz.
Am Campus Südkreuz werden angehende Erzieher*innen, Heilerziehungspfleger*innen, Sozialassistent*innen sowie Pflegefachkräfte und Pflegefachassistent*innen ausgebildet. Die Campus Akademie ergänzt das Angebot durch berufliche Fort- und Weiterbildungen, darunter auch Angebote zur Deutschen Gebärdensprache.
Mit dem spezialisierten Lernraum verbindet Campus Berlin damit die räumliche Erweiterung des Standorts mit einem fachlichen Anspruch: Barrieren in Lern- und Kommunikationssituationen wahrzunehmen, unterschiedliche Formen von Sprache und Kommunikation zu vermitteln und zukünftige Fachkräfte für einen professionellen Umgang mit unterschiedlichen Kommunikationsbedürfnissen zu qualifizieren.
Seit seiner Gründung vor mehr als 25 Jahren durch Rudi Kirchner und Detlev Hoffmeister hat sich Campus Berlin zu einem Oberstufenzentrum (OSZ) in freier Trägerschaft für medizinische und kaufmännischer Aus- und Weiterbildungen und Schulabschlüsse mit drei Schulstandorten in Berlin entwickelt. Insgesamt lernen hier mehr als 1.400 Studierende, Schüler*innen und Auszubildende und Umschüler*innen täglich und werden dabei von 140 Mitarbeiter*innen unterstützt.
Zum Campus Berufsbildung e.V. gehören die Standorte Friedrichstraße, der Standort Wilmersdorfer Straße und der Standort Südkreuz mit dem Schwerpunkt Ausbildung im sozialen und pflegerischen Bereich.
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