Onlinehandel wächst im zweiten Quartal 2026 um 5,1 Prozent — und fast jeder dritte Käufer hat schon einen Chatbot nach Produkten gefragt
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Sonntag, Aug. 23, 2026
Die Kaufberatung wandert in den Chat
Der aufschlussreichste Wert der Erhebung betrifft nicht den Umsatz. Nach Angaben des Verbands haben 31,2 Prozent der Onlinekäuferinnen und -käufer bereits einen Chatbot um Produktempfehlungen gebeten; knapp sechs Prozent nutzten Künstliche Intelligenz bei der Informationssuche.
Zwischen beiden Zahlen liegt der Unterschied zwischen Ausprobieren und Gewohnheit. Wie sich daraus ein eigener Handelskanal entwickelt, behandeln Analysen zu den Chancen und Risiken KI-gestützter Kaufberatung.
Was der Verband ausweist
Der Bericht nennt für das erste Halbjahr 2026 folgende Werte:
Das Wachstum kommt aus dem Alltag
Auffällig ist, welche Warengruppen vorn liegen. Drogerieartikel mit 11,7 Prozent und Versandapotheken mit 13,9 Prozent wachsen deutlich stärker als Mode mit 4,4 Prozent.
Beide Gruppen eint, dass die Kaufentscheidung selten neu getroffen wird. Wer Verbrauchsgüter online bestellt, entscheidet einmal und wiederholt danach — genau der Vorgang, den eine automatisierte Empfehlung übernehmen kann.
„Eine Kaufberatung, die im Chat stattfindet, verschiebt die Schaufensterfrage. Sichtbar ist dann nicht mehr, wer die beste Seite hat, sondern wer im Text der Antwort vorkommt“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Wo die Bedienung selbst automatisiert wird
Die nächste Stufe betrifft nicht die Empfehlung, sondern die Ausführung. Wenn ein Programm Formulare ausfüllt und Bestellwege durchläuft, ändert sich der Umgang mit Warenkörben und Bezahlvorgängen grundlegend.
Erste Ansätze dazu sind beschrieben, etwa bei Assistenten, die den Browser selbst bedienen. Ob sich daraus ein verbreiteter Kanal entwickelt, ist offen.
Woran sich das zweite Halbjahr messen lässt
Der Verband erhebt die Zahlen quartalsweise. Der interessantere Wert wird nicht das Wachstum sein, sondern der Anteil der Bestellungen, die über eine Empfehlung entstanden sind.
Für Anbieter ist dieser Anteil die praktisch wichtigere Größe als das Umsatzwachstum. Bleibt er bei knapp sechs Prozent, war die Chatberatung ein Versuch. Wächst er zweistellig, verschiebt sich die Frage, wo ein Angebot überhaupt auffindbar sein muss.
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