Deutschland hat Rücken: Schon jetzt fast so viele Fälle wie im ganzen Vorjahr
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Mittwoch, Aug. 19, 2026
Morgens aus dem Bett kommen, Schuhe binden, Einkaufstaschen tragen oder einen Arbeitstag am Schreibtisch überstehen: Wenn der Rücken schmerzt, können selbst einfache Dinge zur Belastung werden. Eine aktuelle Auswertung von NOVENTI zeigt, wie präsent das Thema in der physiotherapeutischen Versorgung ist.
Bis Ende Juni 2026 hat NOVENTI bei ausgewählten Rücken- und Wirbelsäulenbeschwerden rund 10.800 physiotherapeutische Abrechnungsfälle [1] erfasst. Damit sind bereits nach sechs Monaten knapp 83 Prozent des gesamten Vorjahreswerts erreicht. Im gesamten Jahr 2025 waren es rund 13.000 Fälle. Auch der Vergleich mit 2023 zeigt eine deutliche Entwicklung: Damals wurden in den untersuchten Diagnosegruppen noch rund 4.100 Fälle gezählt. Zwei Jahre später waren es bereits mehr als dreimal so viele.
Rückenschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem: In einer Untersuchung des Robert-Koch-Instituts gaben 61,3 Prozent der Erwachsenen in Deutschland an, innerhalb der vergangenen zwölf Monate Rückenschmerzen gehabt zu haben. 15,5 Prozent berichteten von chronischen Rückenschmerzen [2].
Petra Terhardt, Geschäftsführung NOVENTI HealthCare: „Rückenschmerzen können selbst einfache Dinge zur Belastungsprobe machen – vom Aufstehen bis zum Einkaufen. Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten helfen den Betroffenen zurück in den Alltag. Wir halten den Praxen bei der Abrechnung und der Praxisverwaltung den Rücken frei, damit mehr Zeit für die Behandlung bleibt.“
Rückenschmerzen stehen an erster Stelle – Bandscheibenfälle fast auf Vorjahresniveau
Rückenschmerzen bilden die größte der ausgewerteten Diagnosegruppen. Sie werden medizinisch auch als Dorsalgie bezeichnet und unter dem Diagnosecode M54 zusammengefasst.
Im Jahr 2023 wurden in dieser Gruppe rund 1.900 Abrechnungsfälle erfasst. 2025 waren es bereits rund 5.400 Fälle. Im ersten Halbjahr 2026 kamen schon rund 4.200 Fälle zusammen.
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Bandscheibenerkrankungen, zusammengefasst unter den Diagnosecodes M50 und M51. Ihre Zahl stieg von rund 770 Fällen im Jahr 2023 auf 2.365 Fälle im Jahr 2025. Bis Ende Juni 2026 wurden bereits 2.244 Fälle erfasst. Damit sind nach sechs Monaten bereits rund 95 Prozent des gesamten Jahreswerts 2025 erreicht.
Auch bei Spondylose zeigt sich ein hoher Wert. Darunter versteht man verschleißbedingte Veränderungen der Wirbelsäule. Im gesamten Jahr 2025 wurden dazu 2.137 Fälle abgerechnet. Im ersten Halbjahr 2026 waren es bereits 1.722 Fälle. Das entspricht rund 81 Prozent des gesamten Vorjahreswerts.
Rücken hat ein Alter: Fast neun von zehn Fällen entfallen auf Menschen ab 50 Jahren Rücken- und Wirbelsäulenbeschwerden spielen in der Auswertung besonders bei älteren Menschen eine Rolle. Im ersten Halbjahr 2026 entfielen 53 Prozent der Fälle auf Menschen ab 65 Jahren. Weitere 33 Prozent betrafen die Altersgruppe zwischen 50 und 64 Jahren.
Damit entfielen insgesamt 86 Prozent der Abrechnungsfälle auf Menschen ab 50 Jahren. Bei den 30- bis 49-jährigen lag der Anteil bei rund 13 Prozent. Menschen unter 30 Jahren machten rund ein Prozent der Abrechnungsfälle aus.
Rund 579.000 Euro in sechs Monaten abgerechnet
Auch das Abrechnungsvolumen macht die Bedeutung des Themas sichtbar. Im gesamten Jahr 2025 wurden bei den ausgewerteten Rücken- und Wirbelsäulenbeschwerden physiotherapeutische Leistungen im Wert von rund 820.000 Euro abgerechnet.
Im ersten Halbjahr 2026 lag das Brutto-Abrechnungsvolumen bereits bei rund 579.000 Euro. Damit wurden innerhalb von sechs Monaten rund 71 Prozent des gesamten Vorjahreswerts erreicht.
Rückenprobleme treffen nicht nur die Betroffenen – sie kosten auch viele Arbeitstage. Nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin [3] geht rund jeder vierte Arbeitsunfähigkeitstag in Deutschland auf Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems zurück. Dazu zählen neben Rückenbeschwerden auch Erkrankungen der Gelenke und Muskeln.
Was dem Rücken hilft
Rückenschmerzen haben meist nicht nur eine einzige Ursache. Zu wenig Bewegung, langes Sitzen, körperliche Belastung, Stress oder ungünstige Routinen im Beruf können eine Rolle spielen. Nach Angaben des staatlichen Gesundheitsportals ist regelmäßige Bewegung die wirksamste Methode, um wiederkehrenden Rückenschmerzen vorzubeugen [4]. Oft können bereits mehr Bewegung im Alltag, Spaziergänge und passende Übungen helfen. Physiotherapie kann Menschen dabei unterstützen, wieder beweglicher und belastbarer zu werden und besser mit ihren Beschwerden umzugehen.
Über die Daten
Grundlage der Auswertung sind Abrechnungsfälle und Brutto-Abrechnungsbeträge physiotherapeutischer Heilmittel bei ausgewählten ICD-10-Diagnosegruppen im Bereich Rücken und Wirbelsäule. Betrachtet wurden M54 Rückenschmerzen/Dorsalgie, M53 sonstige Erkrankungen der Wirbelsäule, M50-M51 Bandscheibenerkrankungen, M48 sonstige Spondylopathien, M47 Spondylose sowie M40-M43 Deformitäten der Wirbelsäule. Die Daten für 2026 umfassen den Zeitraum Januar bis einschließlich Juni 2026. Die Zahlen bilden Abrechnungsfälle ab, nicht zwingend einzelne Personen. Eine Person kann daher mit mehreren Abrechnungsfällen in der Auswertung enthalten sein.
Die Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf den betrachteten NOVENTI Abrechnungsbestand. Sie stellen keine bundesweite Erkrankungsstatistik dar und sind nicht repräsentativ für alle Physiotherapiepraxen oder die gesamte Bevölkerung in Deutschland. Sie zeigen jedoch relevante Entwicklungen und Trends innerhalb des betrachteten Abrechnungsbestands. NOVENTI rechnete 2025 rund 7,7 Mio. Verordnungen im Heilmittelbereich Physiotherapie ab.
[1] Alle Werte auf nächste Hundert gerundet.
[2] Studie des Robert-Koch-Instituts (2021) „Prävalenz von Rücken- und Nackenschmerzen in Deutschland“: www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/JoHM_S3_2021_Rueckenschmerz_Nackenschmerz.html
[3] Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA): „Gesundheit und körperliche Belastung“: www.baua.de/DE/Themen/Praevention/Koerperliche-Gesundheit/Gesundheit-und-koerperliche-Belastung/Gesundheit-und-koerperliche-Belastung
[4] Gesundheitsportal des Bundesministeriums für Gesundheit: gesund.bund.de/ruecken-und-kreuzschmerzen
NOVENTI ist der führende Anbieter von Software, Finanzdienstleistungen und digitalen Plattformen im deutschen Gesundheitsmarkt. Mit den Dienstleistungen und Produkten in den Bereichen Abrechnung, Warenwirtschaft und Branchensoftware steht NOVENTI sämtlichen Leistungserbringerinnen und Leistungserbringern des Gesundheitswesens mit Professionalität und Expertise zur Seite. Dazu zählen unter anderem Apotheken, Arztpraxen, Physiotherapiepraxen, Sanitätshäuser und Pflegedienste sowie deren Kundinnen und Kunden bzw. Patientinnen und Patienten. NOVENTI begleitet seine Kundinnen und Kunden in digitalen Transformationsprozessen wie dem E-Rezept, bietet hybride Lösungen und vernetzt sowohl die Dienstleisterinnen und Dienstleister im Gesundheitsmarkt als auch die Menschen miteinander, um damit die Zukunftsfähigkeit der Leistungserbringerinnen und Leistungserbringer zu sichern. Seit der Gründung im Jahre 1900 als Interessenvertretung von Münchner Apotheken ist NOVENTI bis heute ein apothekereigenes Unternehmen. Einziger Gesellschafter der NOVENTI Group ist der FSA e. V., der rund 3.000 Apothekerinnen und Apotheker zu seinen Mitgliedern zählt. NOVENTI mit Hauptsitz in München beschäftigt rund 1.700 Mitarbeitende und erzielt einen Abrechnungsumsatz von über 29 Mrd. Euro.
Vorstand: Mark Böhm (Vorstandsvorsitzender) I Frank Steimel (stellv. Vorstandsvorsitzender)
Weitere Informationen: www.noventi.de | NOVENTI – Mehr Zeit für Gesundheit
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