Kinofilme aus Deutschland gewinnen 37,2 Prozent mehr Zuschauer — der gesamte Kinomarkt wächst im selben Jahr nur um 2,1 Prozent
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Dienstag, Aug. 18, 2026
Wo mehr im Inland produziert wird, verschiebt sich auch die Nachfrage nach Ausrüstung. Sie trifft dabei zuerst die Teile der Produktion, die sich nicht mieten lassen wie ein Drehort — etwa Beleuchtungssysteme für das Filmstudio, die über Wochen im selben Aufbau bleiben.
Der zweite Unterschied liegt beim Umsatz. Er stieg mit 6,4 Prozent auf 924 Millionen Euro deutlich stärker als die Ticketzahl — die Preise trugen also mehr zum Ergebnis bei als die Besucher.
Ein Marktanteil von 27,4 Prozent ist mehr als eine Quote
Der Anteil deutscher Filme am Gesamtmarkt lag 2025 bei 27,4 Prozent. Diese Zahl beschreibt nicht nur Publikumsgeschmack, sondern auch Auslastung: Jeder vierte verkaufte Platz ging an eine Produktion, die im Inland entstanden ist.
Für die Produktionsseite hat das eine unmittelbare Folge. Ein Markt, dessen Kinofilme im Inland entstehen, finanziert Drehtage hier statt Lizenzen im Ausland — und Drehtage sind der Posten, an dem Ausrüstung, Personal und Studiozeit hängen.
„Wenn ein Viertel der Tickets auf deutsche Filme entfällt, entscheidet sich das nicht im Kino, sondern zwei Jahre vorher am Set“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Die Infrastruktur wächst langsamer als das Publikum
Die Zahl der Kinos stieg 2025 um 0,9 Prozent auf 1.651, die der Leinwände um 0,7 Prozent auf 4.757. Beide Werte bewegen sich damit kaum, während die Ticketzahl um 2,1 Prozent zulegte.
Das bedeutet: Das Wachstum kam nicht aus zusätzlichen Sälen, sondern aus besserer Auslastung der vorhandenen. Für Produktionen verschiebt das den Wettbewerb — nicht um Leinwände, sondern um die Aufmerksamkeit innerhalb eines gleich groß gebliebenen Netzes. Sichtbar wird das an Aufnahmen, die sich von Fernsehware abheben, wofür ein stabiler Kamera-Slider für bewegte Aufnahmen zu den einfacheren Mitteln gehört.
Was die Bilanz für 2025 im Einzelnen ausweist
Wie die Filmförderungsanstalt berichtet, ergeben sich für das Jahr 2025 folgende Werte:
Ein starkes Jahr ist noch kein Trend
Ein Zuwachs von 37,2 Prozent bei deutschen Filmen kann an wenigen erfolgreichen Titeln hängen. Die Kinostatistik unterscheidet nicht zwischen einer breiten Verbesserung und einzelnen Ausreißern; beides ergibt dieselbe Prozentzahl.
Zu beachten ist außerdem, dass Ticketzahlen die Produktionsseite nur mittelbar abbilden. Zwischen Drehbeginn und Kinostart liegt regelmäßig ein erheblicher Abstand — die Zahlen von 2025 beschreiben Investitionen, die zuvor getätigt wurden.
Woran sich das laufende Jahr messen lassen wird
Die Halbjahresbilanz für 2026 legt die Filmförderungsanstalt üblicherweise im Spätsommer vor, die Jahresbilanz im Februar des Folgejahres.
Entscheidend wird sein, ob der Anteil deutscher Filme über 25 Prozent bleibt. Für die Ausrüstungsseite ist das die aussagekräftigere Größe als die Gesamtzahl der Tickets: Sie sagt, wie viel im Inland entsteht — und damit, wie viele Drehtage überhaupt ausgestattet werden müssen.
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