Fachkräftemangel kostet rund 49 Milliarden Euro Wertschöpfung im Jahr — in über 163 Berufen bleiben Stellen dauerhaft unbesetzt
Kathmandu Nepal
Sonntag, Aug. 16, 2026
Die Vermittlung zwischen Bedarf und Qualifikation wird damit selbst zum Engpass. Die Provimedia GmbH aus Bietigheim-Bissingen hat dafür mit FindMyExpert24 eine Plattform für die Expertenvermittlung aufgebaut, die Anfragen nach Fachgebiet und Verfügbarkeit zusammenführt statt nach Stellenprofil.
Der Engpass sitzt selten dort, wo er gesucht wird. Eine Stelle bleibt nicht offen, weil niemand sie ausfüllen könnte, sondern weil die passende Qualifikation anderswo gebunden ist und niemand beide Seiten gleichzeitig sieht.
Technisch steckt dahinter eine klassische Aufgabe der Plattformentwicklung: zwei Seiten zusammenführen, die einander nicht kennen.
Wo die Lücken am größten sind
Den Angaben der Bundesagentur für Arbeit und des Instituts der deutschen Wirtschaft zufolge ergibt sich folgendes Bild:
Weniger Meldungen bedeuten nicht weniger Bedarf
Dass die Zahl gemeldeter Stellen im Januar 2026 um 5,4 Prozent unter dem Vorjahr lag, klingt nach Entspannung, ist aber zweideutig. Gemeldet wird, was ausgeschrieben wird — und Betriebe schreiben seltener aus, wenn sie aus Erfahrung mit keiner Bewerbung rechnen.
Dazu passt, dass die Engpassliste unverändert lang bleibt. Ein Rückgang bei den Meldungen und ein gleichbleibender Engpass in über 163 Berufen ergeben zusammen kein Bild von Entlastung, sondern eines von Resignation auf der Nachfrageseite.
„Die meisten Betriebe suchen keine Stelle, sie suchen eine Lösung für ein konkretes Problem. Das ist oft ein Auftrag von drei Monaten und keine Festanstellung“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
49 Milliarden Euro sind eine Modellrechnung
Der Wert entsteht, indem unbesetzte Stellen mit der durchschnittlichen Wertschöpfung je Beschäftigtem multipliziert werden. Er unterstellt, dass jede Stelle bei Besetzung diesen Beitrag leisten würde — was für Engpassberufe plausibel, aber nicht messbar ist.
Belastbarer als die Gesamtsumme ist die Verteilung: Handwerk und Pflege führen die Liste mit zusammen über 450.000 offenen Stellen an. Beides sind Bereiche, in denen weder Zuwanderung noch Automatisierung kurzfristig entlasten.
Woran sich die Lage als Nächstes zeigt
Die monatlichen Zahlen der Bundesagentur erscheinen fortlaufend; die Engpassanalyse wird jährlich fortgeschrieben.
Für Betriebe verschiebt sich der praktische Ansatz weg von der Dauerausschreibung. Wo eine Stelle seit Monaten offen ist, lohnt die Frage, ob die Aufgabe überhaupt eine Stelle sein muss — oder ob sie sich in befristete Aufträge zerlegen lässt, für die der Markt deutlich schneller Antworten liefert. Wie die Systeme dahinter entstehen und wo ihre Grenzen liegen, beschreibt das Unternehmen unter SaaS-Entwicklung als Leistungsbereich.
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