Gemeinsam erfolgreich für den Wiesenbrüterschutz im Nördlinger Ries
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Mittwoch, Aug. 12, 2026
In diesem Jahr konnten im Ries rund 40 Brutpaare des Großen Brachvogels gezählt werden – ein ermutigendes Zeichen, welches auf die erfolgreichen Schutzmaßnahmen der vergangenen Jahre zurückzuführen ist. Der Brutbestand ist dank dieser positiven Entwicklung leicht gestiegen. Die Gebietsbetreuung hat großen Einsatz gezeigt und den Großteil der entdeckten Nester mit Elektrozäunen gesichert, um Fressfeinde wirksam von Gelegen fernzuhalten. Diese bewährte Schutzmaßnahme hat sich bereits vielerorts als sehr effektiv erwiesen. Zwar mussten auch in diesem Saisonverlauf Verluste durch Prädation verzeichnet werden, doch schlüpften aus zahlreichen Nestern gesunde Küken. Insgesamt elf Jungvögel erreichten erfolgreich das Flüggewerden – ein Ergebnis, das trotz der herausfordernden Bedingungen Hoffnung macht. Der im Vergleich zu den Vorjahren etwas geringere Bruterfolg lässt sich auf das Mangelangebot an Mäusen in 2026 zurückführen: In den Jahren mit wenig Mäusen weichen Fressfeinde, die sich normalerweise bevorzugt von Kleinsäugern ernähren, verstärkt auf alternative Nahrungsquellen aus – darunter auch Vogelgelege und Küken. Diese natürliche Dynamik unterstreicht einmal mehr, wie wichtig kontinuierliche Schutzmaßnahmen für den Fortbestand dieser vom Aussterben bedrohten Wiesenvogelart sind.
Beim Kiebitz zeigen sich vergleichbare Entwicklungen: Im Ries konnten rund 180 Brutpaare kartiert werden – ein beachtlicher Bestand, der die Bedeutung des Gebiets als wichtigen Lebensraum für diese Art unterstreicht. Zunächst schlüpften auch hier aus zahlreichen Nestern gesunde Küken, was die Wirksamkeit der eingesetzten Schutzmaßnahmen bestätigt. Zahlreiche Verluste in den ersten Lebenstagen der Jungvögel waren aufgrund des erhöhten Prädationsdrucks jedoch unvermeidbar. Am Ende der Brutsaison schafften es aber trotzdem rund zwei Dutzend Küken ins flügge Alter. Es ist festzustellen, dass der Kiebitz stärker auf Veränderungen im Witterungsverlauf und auf die Feuchtigkeit seines Lebensraums reagiert. Das trockene Frühjahr schien höhere Zahlen im Bruterfolg auszubremsen.
Eine wertvolle Unterstützung war auch in diesem Jahr die Zusammenarbeit mit der Wildtierrettung Ries-Mitte e.V. und der Jägerschaft. Mithilfe der Wärmebilddrohne konnten zahlreiche Nester frühzeitig entdeckt und anschließend gezielt geschützt werden. Die Drohne hat sich inzwischen als wichtiger Bestandteil des Wiesenbrüterschutzes im Nördlinger Ries etabliert und erleichtert die Suche nach den gut versteckten Gelegen erheblich.
Ein wesentlicher Baustein für den Erfolg der Schutzmaßnahmen ist zudem die enge Zusammenarbeit mit den Landwirten. Durch ihre Bereitschaft, Rücksicht auf die Brutplätze zu nehmen und Schutzmaßnahmen zu ermöglichen, können jedes Jahr zahlreiche Nester gesichert werden. Unterstützt wird die Gebietsbetreuung außerdem von vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die während der gesamten Brutsaison mit großem Einsatz bei der Suche und Sicherung der Brutplätze mitwirken.
Die Gebietsbetreuung Nördlinger Ries ist eine durch den Bayerischen Naturschutzfonds geförderte Stelle. Getragen wird das Projekt durch den Rieser Naturschutzverein e.V., die Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried e.V. und den Landkreis Donau-Ries. Gemeinsam mit den beteiligten Partnern setzt sich die Gebietsbetreuung dafür ein, die Lebensräume von Kiebitz und Großem Brachvogel langfristig zu erhalten.
Landratsamt Donau-Ries Stabsstelle Kreisentwicklung und Nachhaltigkeit
Pflegstraße 2
86609 Donauwörth
Telefon: +49 (906) 74258
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