Drive-by-Wire und Control Layer: Warum kontrollierte Fahrzeugbewegung zur Schlüsseltechnologie autonomer Fahrzeuge wird
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Dienstag, Aug. 4, 2026
Mit den neuen UN-Regelwerken R185 und GTR No. 26 entsteht ein internationaler Rahmen für Automated Driving Systems. Parallel arbeitet die UNECE-ADS-Arbeitsgruppe an Guidance and Interpretation Documents (GID), die die praktische Anwendung der Regelwerke unterstützen sollen. Unabhängig von der konkreten Ausgestaltung wird deutlich: Zukünftige Fahrzeugplattformen müssen so ausgelegt sein, dass automatisierte Fahrfunktionen sicher entwickelt, validiert und betrieben werden können.
Im ersten Teil dieser Reihe haben wir erläutert, warum zwischen Fahrentscheidung und Fahrzeugbewegung eine eigenständige sicherheitskritische Ebene entsteht – die Control Layer. Im zweiten Teil betrachten wir die technischen Anforderungen an diese Ebene und zeigen, weshalb Drive-by-Wire zum zentralen Enabler zukünftiger softwaredefinierter Fahrzeugarchitekturen wird.
Worauf es bei einer Control Layer technisch ankommt
Warum Drive-by-Wire zum zentralen Enabler wird
Klassische Fahrzeugarchitekturen wurden für eine Welt entwickelt, in der ein Mensch permanent Teil des Regelkreises war. Mechanische oder hydraulische Verbindungen konnten zugleich Bedienpfad und Rückfallebene sein. In fahrerlosen Anwendungen entfällt diese Annahme: Das Fahrzeug muss Lenkung, Bremsen und Antrieb elektronisch ansteuern, überwachen und bei Fehlern in einen kontrollierten Zustand überführen können.
Drive-by-Wire ersetzt oder ergänzt mechanische Bedienpfade durch elektronische Signal- und Steuerpfade. Sein strategischer Wert liegt jedoch nicht allein im Wegfall einer Lenksäule oder in neuen Packaging-Freiheiten. Entscheidend ist, dass Fahrzeugbewegung softwareseitig adressierbar, messbar und auf einer definierten Sicherheitsarchitektur beherrschbar wird.
Die Regulierung schreibt Drive-by-Wire nicht vor. In der praktischen Umsetzung macht sie aber Eigenschaften relevant, die ohne eine hochverfügbare elektronische Bewegungssteuerung nur schwer skalierbar erreichbar sind: kontrollierte Reaktion auf Fehler, eindeutige Systemzustände, nachvollziehbare Diagnostik, wiederholbare Validierung und die Integration unterschiedlicher Steuerquellen.
Safety-by-Wire® und NX NextMotion: der Ansatz von Arnold NextG
Arnold NextG versteht Safety-by-Wire® nicht als einzelne Funktion, sondern als durchgängiges Architekturprinzip. Hardware, Embedded Software, Kommunikation, Aktuatorik, Energieversorgung, Diagnose und Sicherheitsmechanismen werden als zusammenhängende Wirkungskette betrachtet.
NX NextMotion bildet innerhalb dieses Ansatzes die zentrale Control Layer. Die Plattform ist modular, fahrzeugunabhängig integrierbar und verfügt nach Unternehmensangaben über eine vierfach-redundante Hard- und Softwarearchitektur. Sie steuert Primärfunktionen wie Lenkung, Bremsen und Antrieb sowie ausgewählte sicherheitsrelevante Sekundärfunktionen und kann Fahrbefehle aus unterschiedlichen Quellen auf einer gemeinsamen Sicherheitsarchitektur verarbeiten.
Damit positioniert sich Arnold NextG bewusst nicht als weiterer Anbieter des AD-Stacks. Die strategische Rolle liegt darunter: NX NextMotion soll sicherstellen, dass eine digitale Fahrentscheidung – unabhängig davon, ob sie von Autonomie, Teleoperation oder Mensch stammt – in eine definierte und kontrollierte Fahrzeugbewegung übersetzt wird.
„Wir entwickeln nicht den nächsten Fahralgorithmus. Wir entwickeln die sichere Ebene, auf der unterschiedliche Fahrentscheidungen überhaupt erst zuverlässig zu Bewegung werden. Genau darin liegt die strategische Bedeutung der Control Layer.“ Kevin Arnold, CEO der Arnold NextG GmbH
Was OEMs, ADS-Entwickler und Systempartner jetzt klären sollten
Der neue regulatorische Rahmen erhöht nicht nur den Dokumentationsaufwand. Er verändert Architekturentscheidungen und Verantwortungsgrenzen. Für Projekte mit hoch- oder vollautomatisierten Fahrfunktionen sollten deshalb frühzeitig fünf Fragen beantwortet werden:
Eine klar abgegrenzte Control Layer kann hier Komplexität reduzieren. Sie ersetzt nicht die Systemverantwortung des Fahrzeugherstellers. Sie schafft aber eine wiederverwendbare Sicherheits- und Integrationsbasis, auf der unterschiedliche AD-Stacks, Plattformen und Anwendungen aufsetzen können.
Regulatorik ist kein Schlusskapitel
Die neuen ADS-Regelwerke verschieben die Perspektive von der einmaligen Freigabe hin zu einem fortlaufenden Sicherheitsmodell. Safety Management, Softwareänderungen, Felddaten, Ereignisberichte und Systemgrenzen müssen über den Betrieb hinweg konsistent bleiben. Für Unternehmen bedeutet das: Regulatorik darf nicht am Ende eines Entwicklungsprojekts „angefügt“ werden. Sie muss Teil von Architektur, Entwicklungsprozess, Lieferkette und Betriebsmodell sein.
Für Arnold NextG bestätigt diese Entwicklung die eigene Architekturstrategie: Entscheidend ist nicht allein, ob ein System die richtige Fahrentscheidung trifft, sondern ob diese jederzeit kontrolliert, nachvollziehbar und fehlertolerant umgesetzt werden kann.Fazit: Autonomie beginnt mit kontrollierbarer Bewegung
UN R185 und UN GTR 26 schaffen einen wichtigen internationalen Referenzrahmen. Sie definieren keine bestimmte technische Lösung und sie erklären Drive-by-Wire nicht zur Pflicht. Sie machen jedoch unmissverständlich deutlich, dass Sicherheit über die gesamte Wirkungskette eines Automated Driving Systems nachgewiesen werden muss.
Damit rückt die Ebene zwischen Algorithmus und Aktuatorik in den Mittelpunkt. Die Control Layer wird zur strategischen Infrastruktur des softwaredefinierten Fahrzeugs: Sie verbindet unterschiedliche Steuerquellen, beherrscht Fehler, schafft Evidenz und übersetzt digitale Entscheidungen in reale Bewegung. Autonome Mobilität beginnt nicht mit der Entscheidung eines Algorithmus. Sie beginnt mit der Fähigkeit, jede Bewegung kontrolliert auszuführen.
WE CONTROL WHAT MOVES.
Quellen und regulatorischer Hinweis
Diese Einordnung berücksichtigt den Stand der veröffentlichten Ergebnisse der 21. ADS-Sitzung der UNECE vom 14.–17. Juli 2026. Sie stellt eine fachliche und strategische Einordnung von Arnold NextG dar und ersetzt keine Rechts- oder Homologationsberatung.
Über Arnold NextG:
Arnold NextG realisiert die Safety-by-Wire®-Technologie von morgen: das mehrfach redundante Zentralsteuergerät NX NextMotion ermöglicht eine ausfallsichere und individuelle Implementierung, fahrzeugplattform-unabhängig und weltweit einzigartig. Mit dem System können autonome Fahrzeugkonzepte sicher und nach den neuesten Hard- und Software- sowie Sicherheitsstandards umgesetzt werden, ebenso wie Remote-, Teleoperation- oder Platooning- Lösungen Als unabhängiger Vorausentwickler, Inkubator und Systemlieferant übernimmt Arnold NextG die Planung und Umsetzung – von der Vision bis zur Straßenzulassung. Mit der Straßenzulassung von NX NextMotion setzen wir den globalen Drive-by-Wire-Standard. www.arnoldnextg.de
About Arnold NextG:
Arnold NextG realizes the safety-by-wire® technology of tomorrow: The multi-redundant central control unit NX NextMotion enables a fail-operational and individual implementation, independent of the vehicle platform and unique worldwide. The system can be used to safely implement autonomous vehicle concepts in accordance with the latest hardware, software and safety standards, as well as remote control, teleoperation or platooning solutions. As an independent pre-developer, incubator and system supplier, Arnold NextG takes care of planning and implementation – from vision to road approval. With the road approval of NX NextMotion, we are setting the global drive-by-wire standard. www.arnoldnextg.com
Arnold NextG GmbH
Breite 3
72539 Pfronstetten-Aichelau
Telefon: +49 171 5340377
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