Unsere Wasserversorgung braucht Cybersicherheit
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Kathmandu Nepal
Mittwoch, Juli 29, 2026
Der Wasserwirtschaftssektor bildet das Fundament für Gesellschaft, Wirtschaft sowie die Gesundheit von Mensch und Umwelt. Während voranschreitende Digitalisierung und Prozessautomatisierung die Steuerung optimieren, schaffen sie gleichzeitig neue Angriffsflächen für interne Fehler und Cyberattacken.
Ein prominentes Beispiel zeigte bereits vor einigen Jahren die Brisanz des Themenfelds: Der Beinahe-Vorfall beim Wasserversorger im US-amerikanischen Oldsmar. Dort geriet die Wasserqualität schlagartig in Gefahr. Dass nichts Schlimmeres passierte, war glücklichen Umständen zu verdanken. Doch weil die nötige Sichtbarkeit in die Operational Technology (OT) fehlte, blieb zwei Jahre lang unklar, ob es sich um eine gezielte Cyberattacke oder einen internen Bedienfehler handelte.
Gefahrenlage und operative Herausforderungen in der Wasserwirtschaft
In den letzten Jahren blieben zwar großflächige, erfolgreiche Angriffe auf die physische Steuerungstechnik (OT) in Deutschland die Ausnahme. Allerdings zeigen Vorfälle im In- und Ausland, wie Ransomware-Angriffe auf IT-Dienstleister von Stadtwerken, wie schnell die Abstrahlwirkungen die Versorger treffen können.
Zu den größten Herausforderungen der Branche gehören:
Gesetzlicher Druck und regulatorische Leitplanken
Parallel zur dynamischen Bedrohungslage zieht der Gesetzgeber die Daumenschrauben für Betreiber Kritischer Infrastrukturen (KRITIS) spürbar an. Versorger stehen unter Zugzwang, ihre Systeme nach dem Stand der Technik abzusichern:
Lösungsansätze: Branchen-SOCs, Verbände und passives OT-Monitoring
Um die Lücke zwischen regulatorischen Pflichten und fehlenden Ressourcen zu schließen, setzen Verbände und Sektor-Initiativen auf partnerschaftliche und pragmatische Modelle.
1. Das Sektor-SOC als "Sharing Community"
Mit Initiativen wie dem Kompetenzzentrum Digitale Wasserwirtschaft (KdW) und dem Lagezentrum Cybersec@Wasser steht der Branche ein gemeinschaftlicher Ansatz zur Verfügung.
Der Kerngedanke: Kleinsten wie auch größeren Versorgern wird eine spezialisierte Angriffserkennung ermöglicht, ohne dass jeder Betrieb selbst ein 12-köpfiges IT-Security-Team vorhalten muss. Das Sektor-SOC bündelt das spezifische OT-Fachwissen der Wasserwirtschaft, wertet Anomaliemeldungen zentral aus und benachrichtigt Betreiber im Ernstfall gezielt. Mehr dazu hören Sie im Podcast mit Roland Derler vom KdW.
2. Industrielles Netzwerkmonitoring mit Anomalieerkennung
Um Angriffe oder technische Fehler zu erkennen, bevor die Wasserqualität oder Versorgung geschädigt wird, bildet ein passives Netzwerkmonitoring das Herzstück einer modernen Defense-in-Depth-Strategie:
Fazit
Die Transformation der Wasserwirtschaft erfordert ein Umdenken: Cybersicherheit ist kein reines IT-Projekt, sondern integraler Bestandteil der Versorgungssicherheit und Risikovorsorge auf Managementebene. Durch die Kombination aus passiver OT-Netzwerküberwachung und der Einbindung in branchenspezifische Sektor-SOCs oder externer personeller Expertise können Wasserversorger jeder Größe den regulatorischen Vorgaben gerecht werden und die Wasserqualität nachhaltig sichern. Weitere Informationen zum passiven OT Monitoring finden Sie hier.
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