Krug: KVA sorgt für spürbare Entlastung im Pflegebereich

Der tägliche Spagat in der Pflege: Auf der einen Seite will man den Bewohnern den Aufenthalt im Haus so schön und angenehm wie möglich gestalten, zum anderen fehlt genau für diese Aufgabe das Personal. Im Alsfelder Rambachhaus geht man daher neue Wege, man setzt auf Erwachsenenbildung, akquiriert ausländische Pflegekräfte und arbeitet eng mit der KVA – der Kommunalen Vermittlungsagentur des Vogelsbergkreises zusammen. Im Moment sind im Rambachhaus allein 18 Mitarbeiter tätig, die über die KVA vermittelt werden konnten. „Das ist eine sehr erfreuliche Tatsache“, kommentiert Erster Kreisbeigeordneter Patrick Krug bei seinem Besuch im Haus. „Zum einen ist es unserer KVA gelungen, diese Menschen wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren, ihnen bieten sich nun ganz andere Perspektiven und Möglichkeiten, zum anderen können wir für eine spürbare Entlastung im personell angespannten Bereich der Pflege sorgen“, so Sozialdezernent Krug.

„Seit 2005 arbeiten wir sehr gut und eng mit dem Rambachhaus zusammen“, erläutert Harald Raschel vom Arbeitgeberservice der KVA. „Wir finden stets pragmatische Lösungen – egal ob bei Anstellungen oder bei Praktika.“

Ein Lob, das Einrichtungsleiterin Astrid Zinser und Annett Schmidt vom Personalmanagement zurückgeben. Auch sie begrüßen die enge Zusammenarbeit, denn sie wissen, die Personalfrage wird die große Herausforderung der Zukunft sein. „Teilweise haben wir hier schon mit Leiharbeitern gearbeitet, aber das kostet immens viel Geld.“ Einige gute Kräfte habe man abwerben können. „Die familiäre Atmosphäre unseres Hauses hat sie angesprochen. Wir sind ein eigentümergeführtes, privates Haus, in dem die Wege zur Geschäftsleitung sehr kurz sind, Anliegen und Probleme schnell angesprochen und gelöst werden können und den Mitarbeitern eine große Wertschätzung entgegengebracht wird“, erzählt Astrid Zinser

Trotz aller Bemühungen: Eine Station mit zwölf Zimmern musste aufgrund des Personalmangels im vergangenen Jahr geschlossen werden. „Die Lage hat sich etwas entspannt, die Station soll jetzt wieder geöffnet werden, sodass wir dann 110 Plätze im Haus haben“, sagt die Einrichtungsleiterin. Auch bis zu zehn Kurzzeitpflege-Plätze stehen zur Verfügung. „Die sind sehr stark nachgefragt.“ Zudem unterhält das Rambachhaus einen ambulanten Dienst, hat eine Tagespflege und fährt Essen auf Rädern aus. „Wir decken eigentlich alles ab hier in Alsfeld“, so Astrid Zinser.

Um die Bewohner kümmern sich mehr als 50 Pflegekräfte – mit ganz unterschiedlichen Nationalitäten. Auch der jüngste Versuch, Mitarbeiter zu akquirieren, war erfolgreich:  Im Oktober kommen sechs angehende Altenpfleger aus Marokko nach Alsfeld, die die dreijährige beziehungsweise die einjährige Ausbildung an der Vogelsberger Akademie für Pflegeberufe absolvieren wollen. Auch in anderen Bereichen motiviert Schmidt zur Weiterbildung wie beispielsweise beim Programm „Pflege integriert“, in dessen Rahmen man den Hauptschulabschluss nachholen kann. „Die Erwachsenenfortbildung ist sehr wichtig, so können Menschen, die hier als Hilfskraft eingestiegen sind, noch eine Ausbildung machen, wir haben auf diesem Weg schon viele Mitarbeiter qualifiziert“, berichtet die Personalerin und verweist auf die gute Zusammenarbeit mit der KVA des Vogelsbergkreises und der Agentur für Arbeit.

„Das ist in der Tat eine enge Kooperation, die sich auszahlt und die den Bewohnern des Rambachhauses direkt zugutekommt“, freut sich Erster Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent Patrick Krug beim Rundgang durch die Einrichtung. Zudem lobt er die Eigeninitiative des Hauses, das sogar eigene Sprachkurse für die Mitarbeiter durchführt. „Dieses Engagement ist nicht selbstverständlich, es trägt aber ganz wesentlich zur Mitarbeiter-Bindung und zum guten Betriebsklima bei.“

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