Mobilität neu gedacht

Wie findet man schneller einen Parkplatz? Wie kann man Radfahren sicherer machen? Und wie lassen sich E-Scooter sinnvoll in den Stadtverkehr integrieren? – Mit diesen Fragen haben sich 25 Masterstudierende der Hochschule Osnabrück im Sommersemester beschäftigt.

Im Fach „Innovationsmanagement“ haben sie in fünf Teams Konzepte für aktuelle Probleme der städtischen Mobilität entwickelt. „Für die Studierenden standen die Nutzer*innen im Mittelpunkt“, berichtet Prof. Dr. Jens Schäfer, der Technische Produktentwicklung an der Hochschule Osnabrück lehrt: „Die Teams mussten konkrete Bedürfnisse ermittelt und dazu passende innovative Produktideen generieren, testen und verbessern.“ Mitte Juni stellten die Teams ihre Lösungen und erste Prototypen vor.

SaferRide: Mehr Sicherheit für Radfahrende

Das Team „SaferRide“ entwickelte eine App, die Radfahrenden hilft, sicher durch die Stadt zu navigieren. Die Anwendung zeigt sichere wie problematische Streckenabschnitte an und warnt vor Gefahren. Wer die App nutzt, kann zudem Hindernisse oder gefährliche Situationen direkt melden. Langfristig soll die Lösung sogar mit Ampeln und Straßenbeleuchtung verknüpft werden, um den Radverkehr komfortabler und sicherer zu machen. Eine studentische Umfrage zeigte eine hohe Akzeptanz – drei von vier Befragten würden die App nutzen.

PARKFLOW – Parken neu gedacht

Sechs Studierende haben die ineffiziente Nutzung städtischer Parkflächen analysiert und ein digitales Steuerungssystem entwickelt, das freie Parkplätze in Echtzeit anzeigt. Kern des Prototyps ist ein Sensorstein, der in eine Zementhülle eingebaut ist – robust, unauffällig und leicht austauschbar. Über  Bluetooth oder WLAN kommuniziert der Sensor mit einer Begleit‑App. Die App wertet die Belegungsdaten aus, leitet Autofahrende gezielt zu freien Zonen und ermöglicht optional Reservierungen sowie eine dynamische Preisgestaltung. Das Geschäftsmodell sieht den Hardware‑Verkauf für Privat‑ und Gewerbekundschaft vor, ergänzt durch ein Monatsabonnement. Die nächsten Schritte umfassen den Übergang vom händisch gegossenen Prototypen zum produzierbaren Produkt, umfangreiche Praxistests und ein Pilotprojekt mit kommunalen und kommerziellen Partnern.

Eine andere Gruppe beschäftigte sich ebenfalls mit der Parkplatzsuche beim Autofahren. Ihr Konzept sieht  Bodensensoren auf Parkflächen oder Kameras an Straßenlaternen vor, um freie Stellplätze automatisch zu erkennen.

Smart Parking: Digitale Hilfe für Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer

Auch die Parkplatzsuche für den Güterverkehr stand im Fokus eines Projekts. Die Studierenden entwickelten eine digitale Lösung, die freie Lkw-Stellplätze entlang geplanter Routen anzeigt und Reservierungen ermöglicht. Dadurch sollen lange Suchzeiten, Stress und ungeplante Stopps reduziert werden – und somit auch der CO2-Ausstoß. Gleichzeitig könnten Rastanlagen effizienter genutzt werden. Die größte Herausforderung sieht das Team in der Zusammenarbeit verschiedener Akteure wie Speditionen, Raststättenbetriebe und Behörden.

ScootHub: E-Scooter besser vernetzen

Mit „ScootHub“ entstand ein Konzept, das E-Scooter-Sharing, Lade-Infrastruktur und eine zentrale App miteinander verbindet. Nutzerinnen und Nutzer können verfügbare Fahrzeuge finden, deren Akkustand prüfen und Scooter reservieren. Gleichzeitig sollen feste Park- und Ladeflächen für mehr Ordnung im öffentlichen Raum sorgen. In einer Befragung sprach sich die große Mehrheit der Teilnehmenden für ein solches Angebot aus. Ein erster Praxistest an der Hochschule ist bereits geplant.

Von der Idee zum Prototyp

Die Projekte entstanden in interdisziplinären Teams und durchliefen den gesamten Innovationsprozess – von der Analyse konkreter Alltagsprobleme über Markt- und Zielgruppenuntersuchungen bis hin zur Entwicklung und Erprobung erster Prototypen. Auf der Abschlussveranstaltung konnten Gästen die Konzepte kennenlernen und mit den Studierenden ins Gespräch kommen.

Luca Elena Bauer vom Referat „Strategische Mobilitätsplanung" der Stadt Osnabrück stand den Teams bei der Entwicklung der innovativen Lösungen zur Seite und ist zufrieden mit den Ergebnissen: „Die vorgestellten Konzepte zeigen, wie kreative Ideen und wissenschaftliche Methoden dazu beitragen können, Mobilität in Städten zukunftsfähig zu gestalten. Besonders wertvoll ist der enge Bezug studentischer Projekte zu den Herausforderungen vor Ort in Osnabrück.“

Praxisnähe, Projektarbeit, technische Innovationen für aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen – all das zeichnet das Studium an der Hochschule Osnabrück aus. Bis 1. September können sich Interessierte für einen Studienplatz in den meisten technischen Studiengängen einschreiben. Für einige Studiengänge ist die Bewerbungsfrist bereits am 15. Juli. Mehr Informationen gibt es auf der Webseite der Hochschule: www.hs-osnabrueck.de/bewerbung/

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