Prof. Predel: So fährt man gesund in den Urlaub

Wenn demnächst mit Beginn der Sommerferien die großen Reisewellen einsetzen, sitzen Millionen Autofahrer stundenlang hinter dem Steuer. Die meisten Fahrer wissen, dass langes Sitzen die Durchblutung vermindert, besonders in den Beinen. Zudem wird die Wirbelsäule belastet. Die starre Sitzposition kann Verspannungen und Rückenschmerzen auslösen. Bei sehr langen Fahrten kann auch das Thrombose-Risiko leicht erhöht sein.

Doch es gibt viele kurze Übungen, um während einer langen Reise fit zu bleiben und die Konzentration hochzuhalten, erklärt Prof. Hans-Georg Predel, Leiter des Instituts für Kreislaufforschung und Sportmedizin an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Er rät zudem, schon vor der Reise auf die richtige Sitzposition zu achten.

Richtig Sitzen: Eine aufrechte, entspannte Haltung am Steuer ist entscheidend. Der Sitz sollte so eingestellt sein, dass die Knie leicht angewinkelt sind, der Rücken vollständig an der Lehne anliegt, die Hände das Lenkrad mit leicht gebeugten Armen erreichen und die Kopfstütze auf Höhe des Hinterkopfs sitzt.

Leichte Kost hält fit: Schwere, fettige Mahlzeiten machen beim Autofahren müde und träge. Leichte, gut verdauliche Kost ist daher ideal. Prof. Predel empfiehlt Obst, Nüsse und Vollkornprodukte sowie ausreichend Wasser oder ungesüßte (Kräuter-)Tees. Von Softdrinks mit viel Zucker rät er ab.

Wenig Zucker und Koffein: Zuckerhaltige Snacks und Energydrinks führen oft zu Leistungstiefs. Auch große Mengen Kaffee können kurzfristig wach machen, führen später aber zu Unruhe oder Müdigkeit. Medikamente sollen man wie gewohnt einnehmen, allerdings auf Nebenwirkungen achten, solche, die müde machen können.

Bewegungsübungen: Schon fünf Minuten genügen, um den Körper neu zu aktivieren. Lockeres Gehen oder leichtes Joggen über den Rastplatz machen ebenso munter wie Schulterkreisen und Armstrecken. Gut tut auch nach langem Sitzen das Vorbeugen im Stand zur Dehnung der Körperrückseite. Auch die Beinmuskulatur sollte gelockert werden. Dazu aufrecht stehen, sich langsam auf die Zehenspitzen hochdrücken, kurz innehalten und die Fersen langsam wieder absenken. Für eine intensivere Dehnung kann man die Fußballen auf die Kante einer Treppenstufe stellen und die Fersen leicht unter das Niveau der Fußspitzen absenken.

Müdigkeit am Steuer: Bei echter Müdigkeit sollte man sofort anhalten, denn „Sekundenschlaf“ ist ein großes Sicherheitsrisiko. Weder laute Musik noch kurzes Lüften können den Schlaf ersetzen. Am besten ist dann ein Fahrerwechsel oder ein Powernap von 20 Minuten.

Redakteurin: Andrea Weller

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