Email Spoofing: Weit verbreitete Fehlkonfiguration in Exchange Online
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Dienstag, Juni 9, 2026
Phishing, Business Email Compromise (BEC), CEO-Fraud, Ransomware – nahezu jede grössere Cyberkampagne beginnt mit einer E-Mail. Entsprechend hoch sind die Investitionen von Unternehmen in Mail-Gateways, Spamfilter und Protokolle wie SPF, DKIM und DMARC.
Im Rahmen aktueller Sicherheitsanalysen hat das InfoGuard Red Team jedoch eine weit verbreitete Fehlkonfiguration bei Microsoft Exchange Online identifiziert. Unter bestimmten Voraussetzungen können Angreifende E-Mails direkt an den Tenant zustellen, ohne die vorgelagerte E-Mail-Sicherheitslösung zu durchlaufen. Dadurch lassen sich etablierte Schutzmechanismen umgehen und E-Mails mit beliebigen internen oder externen Absenderadressen zustellen.
Die Folgen können gravierend sein: Gezielte Phishing-Angriffe lassen sich dadurch über die eigene Maildomäne des Unternehmens durchführen. So könnten sich Angreifende beispielsweise als CEO ausgeben und Mitarbeitende mit täuschend echten internen E-Mails zur Preisgabe von Informationen oder zur Ausführung von Aktionen verleiten.
Ghost-Sender in Exchange Online: Was passiert konkret?
Bei bestimmten Exchange-Online-Konfigurationen können E-Mails unter Umständen direkt an den Tenant zugestellt werden, ohne dass sie die vorgelagerte E-Mail-Sicherheitslösung durchlaufen. Dadurch werden etablierte Schutzmechanismen wie SPF, DKIM, DMARC und Spamfilter umgangen und externe Angreifer können wahlweise interne und externe Absender impersonieren.
Nach Einschätzung von Microsoft handelt es sich nicht um eine Produktschwachstelle, sondern um eine Konfigurationssituation im Zusammenspiel von Exchange Online und vorgelagerten Mail-Gateways.
Wer ist betroffen von Ghost-Sendern?
Typischerweise betroffen sind Organisationen, die:
Nach unseren Beobachtungen betrifft dies eine Vielzahl von Umgebungen, inklusive grosser und sicherheitstechnisch gut aufgestellter Organisationen.
Ghost-Sender-Risiken: So schliessen Sie blinde Flecken in Exchange Online
E-Mail-Sicherheit endet nicht beim Produktkauf, sondern beginnt bei der präzisen Konfiguration und dem kontinuierlichen Monitoring. Das Ghost-Sender-Szenario zeigt exemplarisch, wie schnell sich blinde Flecken in komplexen Architekturen einschleichen – selbst in Organisationen mit hohen Security-Ansprüchen.
Wer jetzt handelt, kann:
Um eine schnelle Erstprüfung zu ermöglichen, hat InfoGuard ghost-sender.com entwickelt.
Ghost-Sender-Test: Mail-Domänen in drei Schritten prüfen
Unsere eigens für dieses Szenario entwickelte Plattform erlaubt es, Mail-Domänen gezielt auf mögliche Ghost-Sender-Risiken zu testen. Zusätzlich steht ein ausführlicher technischer Artikel im InfoGuard-Labs-Blog zur Verfügung.
Wir empfehlen folgende 3 Schritte:
Wichtig: Beachten Sie, dass die notwendigen Konfigurationsanpassungen von Ihrer individuellen Exchange-Online- und Mail-Gateway-Umgebung abhängen und nicht zentral durch InfoGuard vorgenommen werden können.
Prüfen Sie jetzt Ihre Mail-Domänen. So verschaffen Sie sich umgehend Klarheit darüber, ob Ihre Organisation von der beschriebenen Konfigurationssituation betroffen ist, erkennen frühzeitig Handlungsbedarf und leiten gemeinsam mit Ihren verantwortlichen Fachstellen gezielt die nächsten Schritte ein.
Deep Dive: Ghost-Sender in Exchange Online verstehen
Im InfoGuard Labs Blog beleuchten wir die technischen Hintergründe des Ghost-Sender-Szenarios im Detail: von den relevanten Exchange-Online- und Mail-Gateway-Konfigurationen bis zu den konkreten Angriffspfaden und Schutzmassnahmen.
Der technische Deep Dive liefert eine fundierte Einordnung der beschriebenen Cyberrisiken und zeigt auf, welche Massnahmen Sie in Ihrer Umgebung prüfen sollten.
Quellen & Referenzen
• Ghost-Sender
• InfoGuard LABS: Universal Email Spoofing against Exchange Online
• NCSC, Cyber Security Hub (CSH): [Advisory] Microsoft Exchange: Arbitrary Email Spoofing
InfoGuard AG
Lindenstrasse 10
CH6340 Baar
Telefon: +41 (41) 7491900
https://www.infoguard.ch
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