Neue Kampagne für Motorradfahrende gestartet
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Donnerstag, Apr. 16, 2026
Motorradfahren geht seit jeher mit einem großen Freiheitsgefühl einher. Das Gefühl ist buchstäblich ausbaufähig. Womit? Natürlich mit einem ausreichenden Abstand! Häufig wird der notwendige Sicherheitsabstand zum Vorausfahrenden nicht nur von Motorradfahrenden falsch eingeschätzt und zu gering gewählt. Damit einher geht notwendiger Raum für Reaktion und Bremsweg verloren.
Unzureichende Abstände im Straßenverkehr spielen als Unfallursache leider eine bedeutende Rolle (fast 14% der Unfälle mit Personenschaden in 2024; Motorrad) und liegen damit auf Platz 3 der Fehlverhalten bei Motorradfahrenden.
Die jüngste Studie des ifz liefert dazu zielführende Erkenntnisse: „Fast die Hälfte der Motorradfahrenden benötigt mehr Strecke zum Bremsen also zuvor geschätzt. Der Bremsweg wird also zu großen Teilen zu kurz eingeschätzt“, resümiert Matthias Haasper, Leiter des ifz. Interessant, dass auch diejenigen, die im Jahr viele Kilometer auf dem Motorrad zurücklegen große Schwierigkeiten aufweisen, einzuschätzen, wie ihre Bremswege bei verschiedenen Geschwindigkeiten ausfallen. „Den erforderlichen Bremsweg nicht richtig einschätzen zu können, führt dazu, dass viele Motorradfahrende durch zu geringen Abstand wertvollen Raum für ihre Sicherheit verschenken“ fasst Haasper zusammen. Viele gehen zudem irrtümlich davon aus, mit dem Motorrad grundsätzlich schneller zum Stehen zu kommen als ein vorausfahrender Pkw. „Ein klassischer Irrglaube“, betont Haasper.
Die Studienergebnisse zeigen zudem ein grundlegendes Wahrnehmungs-problem: Viele Motorradfahrende wissen zwar, wie viele Meter Abstand theoretisch sinnvoll wären, können diese Distanz im Straßenverkehr jedoch nur schwer korrekt einschätzen. Dadurch kann es passieren, dass sie dichter auffahren, als sie selbst glauben: Der gewünschte Abstand wird zwar gedanklich festgelegt, im realen Verkehrsgeschehen jedoch häufig deutlich kürzer umgesetzt.
Gemeinsam mit dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat e.V. (DVR) startet das ifz heute die Kampagne #AbstandKommtAn und setzt dabei mit Motiven, die vor allem über Social Media viral gehen sollen, auf klare Botschaften, anschauliche Beispiele und praxisnahe Tipps. „Motorradfahrerinnen und -fahrer werden gezielt sensibilisiert, bewusst mehr Abstand zu halten – für die eigene Sicherheit, aber auch zum Schutz anderer“ erklärt Kay Schulte, Referatsleiter Unfallprävention beim DVR. „Anders als im Auto fehlt auf dem Motorrad die schützende Karosserie, was den notwendigen Abstand umso wichtiger macht. Kommt es zu einer abrupten Bremsung des Vorausfahrenden, kann ein zu geringer Abstand schnell sehr gefährlich werden“ unterstreicht Schulte.
Laut ifz-Studie fällt es den meisten sehr schwer benötigte Bremswege richtig einzuschätzen, was sie auch selbst so bestätigen. Als Bemessungsgrundlage für ihre Schätzungen geben 58 Prozent das „Bauchgefühl“ an. Damit dürfte jeder und jedem schnell klar werden, wie wichtig es ist größere Abstände einzuhalten. Mehr Luft nach vorn ist sicherlich die beste „Knautschzone“ auf dem Motorrad. Rechtzeitiger sehen, was kommt, mehr Zeit zum Reagieren und mehr Raum zum Bremsen. Das bedeutet mehr Kontrolle im Straßenverkehr und weniger Risiko bei unerwarteten Manövern.
Mit der neuen Initiative wollen DVR und ifz das Bewusstsein für dieses oft unterschätzte Thema stärken. Denn ein paar Meter mehr Abstand können im Ernstfall entscheidend sein.
Mit dem ersten von zehn Motiven geht es heute los.
Zur Kampagnenseite geht es hier.
Institut für Zweiradsicherheit e.V. (ifz)
Gladbecker Straße 425
45329 Essen
Telefon: +49 (201) 83539-0
Telefax: +49 (201) 83539-99
http://ifz.de/
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