Hohe Kosten belasten Betriebe
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Donnerstag, Apr. 16, 2026
Es ist ein außergewöhnlich schwacher Start ins Jahr 2026 für das Handwerk der Region Stuttgart: Im ersten Quartal 2026 bewertet nur noch rund ein Drittel der befragten Betriebe die aktuelle Geschäftslage als gut. Gleichzeitig berichtet nahezu jeder dritte Betrieb von einer schlechten Lage. Die Zurückhaltung schlägt sich auch in der Auslastung nieder, zeigt die vierteljährliche Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Region Stuttgart: Mehr als 35 Prozent der Handwerksunternehmen sind derzeit nur noch zu maximal 60 Prozent ausgelastet. Auftragseingänge und Umsätze bleiben entsprechend schwach – fast die Hälfte der Betriebe verzeichnet rückläufige Aufträge und Umsätze.
„Die Politik muss die Situation im Mittelstand ernst nehmen. Die geopolitischen Spannungen sind eine Gefahr für die regionale Wirtschaft, wenn die Energie- und Einkaufspreise weiter steigen“, warnt Peter Friedrich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart. „Kurzfristige Entlastungen helfen da kaum weiter. Wo blieben die strukturellen Reformen – wie die Lohnnebenkosten – die uns versprochen wurden? Das Handwerk braucht sichere Rahmenbedingungen, um Beschäftigung zu halten, auszubilden und weiter zu investieren.“
Kostenexplosion frisst Erträge auf
Besonders belastend wirkt der weiter steigende Kostendruck. Drei von vier Betrieben melden höhere Einkaufspreise für Material und Vorleistungen. Viele Handwerksunternehmen können diese Mehrkosten jedoch nur teilweise an ihre Kunden weitergeben. Die Folge sind sinkende Margen trotz laufender Arbeit. Das bereitet dem Kammerchef Sorgen: „Unsere Betriebe arbeiten hart, doch die Realität ist: Steigende Preise bedeuten für das Handwerk nicht automatisch höhere Erträge. Wenn Material‑ und Energiekosten schneller steigen als Preise durchsetzbar sind, geraten selbst gut ausgelastete Betriebe wirtschaftlich unter Druck.“
Hinzu kommen weiterhin hohe Energiepreise, die vielen Betrieben die Planung erschweren. Gerade energieintensive Gewerke stehen vor der Herausforderung, laufende Kosten zu stemmen und gleichzeitig in Effizienz und Modernisierung zu investieren. Entsprechend zurückhaltend zeigen sich viele Unternehmen bei Investitionen – mit Blick auf die kommenden Monate wird ein wachsender Anteil diese zurückschrauben.
Auch bei der Beschäftigung agieren die Handwerksbetriebe derzeit überwiegend abwartend. Die meisten Unternehmen halten an ihrer Belegschaft fest. „Gleichzeitig verlieren die Betriebe durch den demografischen Wandel qualifizierte Beschäftigte, die in den Ruhestand gehen“, so Peter Friedrich. Der Fachkräftebedarf im Handwerk bleibe daher weiterhin hoch. „Doch wenn die Betriebe skeptisch auf die kommenden Monate schauen, halten sie sich auch in den Neueinstellungen zurück“, fasst Friedrich zusammen.
Zum aktuellen Konjunkturbericht: www.hwk-stuttgart.de/konjunktur
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