0 Prozent Compliance: Große KI-Analyse deckt das Barrierefreiheits-Desaster im deutschen Web auf

Neun Monate nach Inkrafttreten des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG) hat die accessibleAI SmartCompliance GmbH den ersten „Index für digitale Barrierefreiheit" (IfDB) veröffentlicht. Das unabhängige Ranking erfasst die digitale Barrierefreiheit der meistbesuchten deutschen Websites und macht sie erstmals branchenübergreifend vergleichbar. Das Ergebnis ist ein massives regulatorisches und gesellschaftliches Warnsignal.

Die Kernergebnisse:

  • 5.432 Websites aus 30 Branchen wurden anhand der vom Gesetzgeber definierten 55 WCAG-2.2-AA-Kriterien automatisiert geprüft.
  • Keine einzige der 5.432 Websites (0 %) erreicht die gesetzlich geforderte volle Punktzahl von 100 – der gemessene Bestwert liegt bei 98 Punkten.
  • 4.231 Websites (78 %) liegen unterhalb der 90-Punkte-Marke und verfehlen die gesetzlichen Mindestanforderungen fundamental.
  • Der Durchschnitts-Score über alle Branchen hinweg liegt bei lediglich 85 Punkten.

Hohes rechtliches und finanzielles Risiko

Dieser flächendeckende Verstoß ist kein Kavaliersdelikt: Unternehmen riskieren nach dem aktuellen BFSG nicht nur Bußgelder von bis zu 100.000 Euro, sondern sehen sich durch ein neues Verbandsklagerecht zunehmend der Gefahr von Abmahnungen ausgesetzt. Gleichzeitig schließen sie rund 13 Millionen Menschen mit Behinderungen in Deutschland vom digitalen Konsum aus.

Branchenunterschiede: Ausgerechnet der Handel versagt

Ausgerechnet die verbrauchernahen Branchen, auf die das Gesetz explizit abzielt, bilden das Schlusslicht: Der E-Commerce (insbesondere Mode und Lebensmittel), die Reise- und Tourismusbranche sowie der Gesundheitssektor liegen am unteren Ende des Rankings. Deutlich besser aufgestellt sind Kultureinrichtungen, Versicherungen und der Bildungssektor – also Bereiche, die traditionell stark reguliert sind oder aus dem öffentlichen Sektor stammen.

Methodik

Der IfDB basiert auf der Tranco-Liste, einer anerkannten, quelloffenen Rangliste der meistbesuchten Websites weltweit. Die identifizierten deutschen Domains werden vollautomatisch geprüft und nach Branchen klassifiziert.

„Unsere Daten zeigen eindeutig: Die deutsche Wirtschaft verschläft die digitale Inklusion auf breiter Front", sagt Thomas Huhn, Gründer und Geschäftsführer von accessibleAI. „Viele Unternehmen hoffen offenbar, dass das neue Gesetz nicht streng kontrolliert wird. Das ist ein fataler und teurer Irrtum."

Kostenloser Zugang und Live-Test

Der Index wird monatlich aktualisiert und ist öffentlich einsehbar unter barrierefreiheitsindex.org. Unternehmen können dort nicht nur den aktuellen Status und den zeitlichen Verlauf ihres eigenen Barrierefreiheits-Scores abrufen, sondern auch in Echtzeit eine kostenlose Erstanalyse ihrer Website durchführen lassen, falls sie noch nicht im Ranking erfasst sind.

Über die accessibleAI SmartCompliance GmbH

accessibleAI ist eine KI-gestützte Compliance-Plattform für digitale Barrierefreiheit mit Sitz in München. Die Software erkennt, repariert und überwacht WCAG-Konformität automatisiert — ohne Eingriff in den Quellcode bestehender Websites. Alle Daten werden DSGVO-konform auf deutschen Servern (Frankfurt, ISO 27001) verarbeitet. Das Unternehmen wurde 2025 gegründet und betreibt mit dem Index für digitale Barrierefreiheit (IfDB) das erste unabhängige, datenbasierte Ranking der digitalen Barrierefreiheit deutscher Websites.

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

accessibleAI SmartCompliance GmbH
Altheimer Eck 5
80331 München
Telefon: +49 (89) 41434227
http://www.accessibleai.eu

Ansprechpartner:
Thomas Huhn
Geschäftsführer
Telefon: 08941434227
E-Mail: th@accessibleai.eu
Für die oben stehende Story ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmenkontakt oben) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton-, Video-, Medien- und Informationsmaterialien. Die United News Network GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die United News Network GmbH gestattet.

counterpixel