Nothilfe für kurdische Flüchtlingsfamilien im Norden Syriens gestartet

Das internationale christliche Hilfswerk Shelter Now unterstützt mehrere hundert kurdische Familien in Nordsyrien durch die Versorgung mit Lebensmittel und Brennstoff. Die Menschen waren vor Kämpfen zwischen der syrischen Regierungsarmee und kurdischen Streitkräften geflohen, die Ende Januar zu einem Ende der kurdischen Selbstverwaltung im Norden und Osten Syriens – kurdisch „Rojava“ – geführt hatten. Bei der Nothilfe arbeitet Shelter Now eng mit christlichen Gemeinden in der Region zusammen.

Die Übernahme der Macht durch syrische Behörden habe in Rojava zu einer unsicheren Lage geführt und die humanitäre Krise verschärft, berichten die Projektpartner laut Shelter Now. Lebensmittel und Brennstoffe wie Kerosin seien extrem knapp, die Preise stark angestiegen. Viele der Geflüchteten seien traumatisiert und stünden im Winter ohne Heizung oder Dach über dem Kopf da, berichtet einer der Helfer aus der Provinz Afrin.

Als Teil einer Initiative von Kurden aus mehreren Ländern versorgt ein Team einer christlichen Gemeinde in Erbil (Nord-Irak) 500 Familien an mehreren Orten im Gebiet Rojava. Sie bekommen Lebensmittelpakete mit Mehl, Reis, Speiseöl, Hülsenfrüchten, Zucker und anderen Grundnahrungsmitteln. Außerdem verteilen die Helfer Brennstoffe zum Kochen und Heizen. Die Gemeinde arbeitet schon seit Jahren mit vertriebenen Familien in der Region.

Eine weitere Hilfsaktion hat ein Netzwerk christlicher Gemeinden aus Syrien und der Türkei gestartet. Die Helfer verteilen in Afrin Lebensmittelpakete an 100 Familien. Diese waren 2018 wegen der türkischen Besetzung Afrins in andere Städte Rojavas geflohen und fliehen nun wieder zurück. Zudem stellt das Netzwerk jeweils 375 Matratzen und Decken für die notleidenden Menschen bereit, einige Kinder erhalten Wintermäntel. Für weitere 50 Familien wird der Transport aus der unsicheren Stadt Hasake nach Afrin ermöglicht.

Für beide Projekte werden nach Angaben von Shelter Now zusammen rund 65.000 Euro benötigt. „Die Menschen haben über Jahre hinweg in improvisierten Unterkünften gelebt und stehen auch an ihrem neuen Aufenthaltsort vor äußerst unsicheren Lebensverhältnissen“, sagt der deutsche Shelter Now-Direktor Matthias Stechert. „Sie brauchen dringend Unterstützung, um den Alltag überhaupt strukturieren zu können“, appelliert Stechert.

Spendenkonto: Norddeutsche Landesbank, IBAN DE65 2505 0000 0002 5230 58

Über den Shelter Now Germany e.V.

Shelter Now ist ein internationales Hilfswerk mit Koordinierungsbüro in Deutschland. Von 1983 bis 2016 war es in Pakistan tätig. 1988 begann die Arbeit in Afghanistan, 2014 in der Autonomen Region Kurdistan (Nord-Irak). Der Name der Organisation in Deutschland lautet „Shelter Now Germany e.V.“. Shelter Now finanziert seine Hilfsaktionen zu einem großen Teil aus privaten Spenden. Die effiziente und projektbezogene Verwendung der Mittel wird Shelter Now durch das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) mit dem Spendensiegel bescheinigt.

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