Im Brennglas
Breaking News:
Kathmandu Nepal
Montag, Feb. 23, 2026
Neben Karsten Schmal, Präsident des Hessischen Bauernverbandes und Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes, begrüßt Kornmann außerdem den Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat, Michael Ruhl, Landrat und Landwirtschaftsdezernent Dr. Jens Mischak, den Ersten Kreisbeigeordneten Patrick Krug, den Vizepräsidenten des Hessischen Bauernverbands und stellvertretenden Kreislandwirt, Volker Lein sowie die Landtagsabgeordneten Jennifer Gießler und Maximilian Zieger und den Ersten Stadtrat der Stadt Schlitz, Willy Kreuzer.
Bevor es im Vortrag des Bauernverbandspräsidenten um volatile Märkte und Agrarpolitik sowie um Herausforderungen und Handlungsoptionen für die Landwirtschaft geht, skizziert Staatssekretär Ruhl in seinem Grußwort die aktuellen Arbeitsschwerpunkte des Landwirtschaftsministeriums. Denn neben der Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest, der Vogelgrippe und der Blauzungenkrankheit stehen unter anderem auch das Wolfs- und Bibermanagement, das Düngerecht und die zukünftige Ausrichtung der EU-Agrarpolitik auf der Agenda.
Handlungsbedarf an verschiedenen Stellen
Mit Blick auf die EU-Agrarpolitik sieht Landrat Dr. Mischak Handlungsbedarf. „Gerade in Bezug auf die Bürokratie muss in Brüssel unbedingt etwas passieren“, stellt er klar. „Auch wenn sich hier und da Licht am Horizont abzeichnet, bleibt die EU ein schwerer Tanker, bei dem ein Kurswechsel viel kostbare Zeit braucht“, fügt der Landrat an. Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), die Standards für den „guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand von Flächen“, Gewässer- und Bodenschutz sowie Flächennutzung abseits von der Landwirtschaft: „Den Belangen der örtlichen Landwirtschaft muss immer wieder Gehör verschafft werden. Denn auf den Betrieben muss endlich weniger Verwaltung und Bürokratie ankommen, nicht mehr. Gerade Sie als Ortslandwirte sind dabei als Bindeglied besonders wichtig“, unterstreicht der Landwirtschaftsdezernent.
Unter der Überschrift „Zwischen volatilen Märkten und Agrarpolitik: Herausforderungen und Handlungsoptionen für die Landwirtschaft“ ist es anschließend am hessischen Bauernverbandspräsidenten Schmal einen Überblick zur aktuellen Lage der Landwirtschaft zu geben. Und er zeichnet dabei ein von vielen Faktoren beeinflusstes Bild. Denn einerseits wächst die Weltbevölkerung stetig an, während die Fläche für die Nahrungsmittelproduktion durch Klimawandel und Flächenverbrauch kleiner wird. „Der Bedarf an tierischen Eiweißen wird gigantisch wachsen“, sagt Schmal. „Gleichzeitig können die Erzeuger in Deutschland vielerorts nicht kostendeckend produzieren.“
Schmal sieht dafür auch eine Verantwortung beim miteinander konkurrierenden Lebensmitteleinzelhandel, der mit seiner Marktmacht das Preisgefüge bestimmt. „Gerade dort dürfen die Bauern nicht nachlassen, und müssen immer wieder die Finger in die Wunde legen“, sagt Schmal. „Denn wer Versorgungssicherheit durch deutsche Bauern sicherstellen will, muss die Erzeuger am Leben lassen“, fügt er an. Auch steigende Standards bei der Tierhaltung und ein grundlegender Strukturwandel sind für viele Betriebe herausfordernd. Denn sie sorgen für einen hohen Investitionsdruck – während man sich gleichzeitig mit relativ günstig produzierten Waren aus dem Ausland konfrontiert sieht. „Hinzu kommen Tierseuchen und Preisentwicklungen auf dem Weltmarkt, die für viel Unruhe sorgen“, sagt der Bauernpräsident. Auch für Schmal sind die bürokratischen Anforderungen entschieden zu hoch. „Wir müssen wieder an den Punkt kommen, dass die Betriebe merken, dass es weniger wird“, sagt Schmal. Weist aber auch darauf hin, dass beim Blick nach Brüssel und der Neuordnung der GAP auch der Eindruck entstehen kann, dass zusätzliche Regeln nicht ausgeschlossen sind.
In Bezug auf Freihandelsabkommen zeichnet er ein gemischtes Bild. „Auch der Deutsche Bauernverband lehnt etwa das Mercosur-Abkommen ab, gleichzeitig kommt man heutzutage nur noch schwer um Freihandelsabkommen herum. Und die Europäer tun gut daran, selbst zu verhandeln“, führt Schmal, etwa mit Blick auf die US-Regierung, aus. „Wir brauchen dabei tragfähige Einigungen – aber nicht auf dem Rücken der Landwirtschaft“, sagt er abschließend.
Informationen aus den Fachämtern
Abschließend stellen Dorothea Maus, stellvertretende Leiterin des Amts für Wirtschaft und den ländlichen Raum, und Dr. Torsten Scheid, Leiter des Amts für Veterinärwesen und Verbraucherschutz, die aktuellen Informationen aus den beiden Ämtern vor. Dorothea Maus geht dabei unter anderem auf das HALM-Programm sowie Zahlungen zur Grünlandextensivierung ein und verweist auf Informationsveranstaltungen zum Antragsverfahren 2026. Diese finden Mittwoch, 4. März, in Schwalmtal-Rainrod, am Mittwoch, 11. März, in Queck, am Mittwoch, 18. März, in Maulbach und am Mittwoch, 25. März, in Ilbeshausen statt.
Veterinäramtsleiter Dr. Scheid informiert abschließend über die aktuellen Entwicklungen und Vorbereitungen des Amtes auf einen möglichen Ausbruch der Afrikanische Schweinepest, über die Blauzungenkrankheit, die Geflügelpest sowie der Umstellung von Untersuchungsintervallen zur Abklärung von Bovine Herpesvirus Typ 1-Infektionen (BHV-1) bei Rindern.
Kreisausschuss des Vogelsbergkreises
Goldhelg 20
36341 Vogelsbergkreis
Telefon: +49 (6641) 977-0
https://www.vogelsbergkreis.de
![]()