„Die Frauen Union setzt mit ihrem klaren Nein zur Leihmutterschaft ein wichtiges Signal für den Schutz von Frauen und Kindern. Es wäre jedoch fatal, wenn ausgerechnet dieselbe Partei mit einer Öffnung der Eizellspende die Tür für neue Formen der Ausbeutung von Frauenkörpern und der Entfremdung von Kindern von ihrer Herkunft öffnen würde. Wer Leihmutterschaft aus guten Gründen ablehnt, muss auch die hochriskante und strukturell ausbeuterische Praxis der Eizellspende konsequent zurückweisen“, erklärt ALfA-Bundesvorsitzende Cornelia Kaminski.
Schon die Einführung einer scheinbar eng begrenzten Ausnahme stellt in einem so sensiblen bioethischen Feld einen Tabubruch dar. In den bioethischen Debatten der vergangenen Jahrzehnte hat sich gezeigt, dass „gut begründete, seltene Ausnahmen“ schnell zum Einfallstor für eine schrittweise Ausweitung werden.
Überall dort, wo Eizellspende legalisiert wurde, entstand eine Praxis, die schließlich auf der gezielten Rekrutierung junger, fruchtbarer Frauen beruht, die meist mit finanziellen Anreizen und emotionalen Appellen angesprochen werden. Die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken – von Ovarialhyperstimulationssyndrom bis hin zu möglichen Langzeitfolgen, über die es kaum belastbare Daten gibt – werden häufig verharmlost oder gar nicht transparent gemacht. Eine Öffnung der Eizellspende würde also genau jene Praxis normalisieren, die aus Gründen des Schutzes der Frauen bislang zu Recht verboten ist.
Hinzu kommt das Recht der so gezeugten Kinder auf Kenntnis ihrer Herkunft. Erfahrungen aus der Samenspende zeigen, wie belastend es ist, die eigene genetische Herkunft nicht zu kennen – und wie stark erwachsene Betroffene nachträglich um Informationen über Identität und Gesundheitsgeschichte ringen. Es wäre widersprüchlich, Leihmutterschaft mit Verweis auf die Schutzbedürftigkeit von Frauen und Kindern zu verbieten, zugleich aber eine Praxis zu öffnen, die dieselben Schutzgüter massiv gefährdet.
Die ALfA appelliert daher an die Frauen Union, ihre richtige Haltung zur Leihmutterschaft konsequent fortzuführen und auch bei der Eizellspende keine Ausnahmen zuzulassen.
Der richtige Weg im Umgang mit Unfruchtbarkeit besteht nicht darin, immer neue technische Reproduktionsverfahren zuzulassen, sondern Ursachen zu benennen, aufzuklären und politisch gegenzusteuern. Die Fruchtbarkeit von Frauen beginnt bereits ab etwa Mitte/Ende 20 abzunehmen: In den späten 30ern und frühen 40ern ist die spontane Empfängnisrate nur noch etwa halb so hoch wie bei Frauen unter 30, gleichzeitig steigt das Risiko für Fehlgeburten und Chromosomenstörungen. Eine verantwortliche Politik muss diese biologischen Fakten offen kommunizieren, Rahmenbedingungen verbessern (etwa familienfreundliche Arbeitswelt, wirtschaftliche Sicherheit, verlässliche Partnerschafts‑ und Familienpolitik) und so Paaren ermöglichen, Kinderwünsche früher und unter realistischen Bedingungen zu leben, statt immer weiter technisch an den Grenzen der menschlichen Fruchtbarkeit zu operieren.
Die Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA) tritt für das uneingeschränkte Lebensrecht jedes Menschen ein – ob geboren oder ungeboren, behindert oder nicht, krank oder gesund, alt oder jung. Die ALfA hat ca. 11.000 Mitglieder und ist Mitglied im Bundesverband Lebensrecht (BVL).
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