Ziel 1: Schnelle Hilfe in akuter Not
Ob Erdbeben, Überschwemmung oder bewaffnete Konflikte: In der akuten Phase einer Katastrophe oder einer konfliktbedingten Krise gelte es, die akute Not der betroffenen Menschen zu lindern und die Situation zu stabilisieren. Dies umfasse unter anderem die Bereitstellung von Schutzräumen, Lebensmitteln, sauberem Trinkwasser sowie eine medizinische, aber auch psychosoziale Erstversorgung der Betroffenen. Nach dieser akuten Phase der Nothilfe schließe sich die weitere Unterstützung beim Wiederaufbau an, damit sich das Leben der Menschen wieder stabilisiert und langfristig ein würdevolles, selbstbestimmtes Leben möglich werde.
Ziel 2: Prävention – nach der Katastrophe ist vor der Katastrophe
Um die Auswirkungen künftiger Katastrophen und Krisen zu minimieren, verbinde ADRA klassische Nothilfe eng mit der Katastrophenvorsorge und vorausschauenden Hilfsmaßnahmen. Ein praktisches Beispiel hierfür wäre die Arbeit in hochwassergefährdeten Gebieten in Äthiopien und Somalia. ADRA stärke den lokalen Katastrophenschutz durch den Ausbau von Frühwarnsystemen und angepassten Maßnahmen, um Menschen rechtzeitig vor Naturkatastrophen wie Überschwemmungen zu schützen. Solche Projekte verfolgten auch eine ökologische Komponente: Durch das Prinzip „Verursache keine Umweltschäden“ werde sichergestellt, dass Hilfsmaßnahmen die Umwelt nicht schädigen, da eine intakte Umwelt die Widerstandskraft (Resilienz) von Gemeinschaften gegenüber künftigen Krisen erhöhe.
Beispiele für Nothilfe-Projekte:
- Vanuatu (Erdbebenhilfe):Nach dem schweren Erdbeben der Stärke 7,4 im Dezember 2024 leistete ADRA Unterstützung für die rund 80.000 betroffenen Menschen. Die Maßnahmen umfassten die Verteilung von Nahrungsmitteln und Trinkwasser, die Reparatur zerstörter Wasserversorgungen sowie die Errichtung von Behandlungszelten zur medizinischen Stabilisierung. Zudem erhielten traumatisierte Personen gezielte psychosoziale Betreuung.
- Südostasien (Taifun):Im November 2025 wurden die Philippinen innerhalb einer Woche von zwei schweren Taifunen, „Kalmaegi“ und „Fung-Wong“, mit Windgeschwindigkeiten von beinahe 200 km/h heimgesucht. Die Stürme lösten massive Überschwemmungen und Erdrutsche aus, von denen insgesamt mehr als 1,6 Millionen Menschen auf den Philippinen, aber auch in Vietnam betroffen sind. Auf den Philippinen suchen über 175.000 Familien Schutz in Evakuierungszentren. ADRA sichere dort die Grundversorgung durch die Verteilung von Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Hygieneartikeln. Um den betroffenen Menschen über die erste Not hinaus zu helfen, stelle ADRA zudem Baumaterialien und Solarleuchten für den Wiederaufbau bereit und biete psychosoziale Unterstützung für traumatisierte Familien an. In Vietnam konzentrierten sich die Maßnahmen darauf, die Folgen der schweren Überflutungen in der Region Hue zu bewältigen.
Über ADRA Deutschland e.V.
ADRA Deutschland e. V. mit Sitz in Weiterstadt bei Darmstadt wurde 1987 gegründet, hat 61 Angestellte und steht der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten nahe. Es ist Teil des weltweiten ADRA-Netzwerks, das 1956 gegründet wurde, aus 119 eigenständigen nationalen Büros besteht und weltweit Projekte der Entwicklungszusammenarbeit sowie der humanitären Hilfe in Katastrophenfällen durchführt. ADRA steht für Adventist Development and Relief Agency. ADRA Deutschland ist unter anderem Gründungsmitglied des Verbands Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO), der „Aktion Deutschland Hilft“ und „Gemeinsam für Afrika“.
Weitere Informationen: www.adra.de
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