Ein Jahr Ruhe, danach ein offener Markt
Mit dem Wechsel in den europäischen Handel bildet sich der CO2-Preis ab 2028 am Markt. Wie hoch er dann liegt, kann heute niemand seriös vorhersagen. Die EU hat Mechanismen eingebaut, die starke Preissprünge dämpfen sollen. Eine feste Obergrenze, wie man sie auf nationaler Ebene kennt, gibt es dann aber nicht mehr.
Die Größenordnung für Betriebe lässt sich trotzdem abschätzen. Bei der Verbrennung von Erdgas entstehen rund 0,2 Tonnen CO2 pro Megawattstunde. Ein Ofen mit einem Jahresverbrauch von 3.000 Megawattstunden verursacht damit etwa 600 Tonnen CO2. Bei 60 Euro pro Tonne sind das 36.000 Euro im Jahr, bei 120 Euro bereits 72.000 Euro. Wichtig: Das sind Beispielwerte und keine Prognose. Sie zeigen aber, wie stark sich die Rechnung verschiebt, sobald sich der Preis bewegt. Wenn Sie Ihre eigenen Verbrauchsdaten einsetzen, sehen Sie schnell, wo Ihr Betrieb steht.
Warum die Laufzeit mehr zählt als der aktuelle CO2-Preis
Ein Emaillierofen läuft oft zwanzig Jahre und länger. Wer heute investiert oder eine Investition verschiebt, legt damit fest, mit welchen Energiekosten der Betrieb bis weit in die 2040er-Jahre arbeitet. Der eingefrorene Preis von 2027 spielt für diese Rechnung kaum eine Rolle. Viel wichtiger ist, wie sich die CO2-Kosten über die gesamte Laufzeit entwickeln.
Dazu kommt die Vorlaufzeit. Zwischen der ersten Analyse und einem laufenden Ofen vergeht bei einem Anlagenprojekt schnell mehr als ein Jahr. Wer elektrifizieren will, muss außerdem früh mit dem Netzbetreiber klären, ob die vorhandene Anschlussleistung reicht. Das allein kann Monate dauern. Wer erst mit der Planung beginnt, wenn der Marktpreis da ist, betreibt den alten Ofen zwangsläufig noch einige Jahre unter den neuen Bedingungen weiter.
Planen heißt nicht automatisch umsteigen
Das heißt nicht, dass jeder Betrieb jetzt auf einen Elektroofen umsteigen muss. Ob sich das rechnet, hängt vor allem vom Strompreis und vom Produktionsprofil ab. Für manche Betriebe ist ein effizienter Gasofen mit besserer Wärmerückgewinnung der sinnvollere Schritt. Andere stellen fest, dass ihr bestehender Ofen noch einige Jahre wirtschaftlich läuft.
Gerade dann ist ein Retrofit eine Überlegung wert. Statt eine komplett neue Anlage anzuschaffen, wird der vorhandene Ofen technisch modernisiert, etwa mit neuen Brennern oder einer neuen Steuerung. Das senkt den Energieverbrauch und damit auch die CO2-Kosten bei einem deutlich geringeren Investitionsaufwand als ein Neubau.
Die Entscheidung für oder gegen eine neue Anlage sollten Sie auf Basis Ihrer eigenen Zahlen und dem Zustand bzw. Alter Ihrer Anlage treffen, solange Sie dafür noch Zeit haben. Nutzen Sie 2027, um Ihren Verbrauch mit verschiedenen CO2-Preisen durchzurechnen. Parallel lohnt sich ein Blick auf die technischen Voraussetzungen in Ihrem Werk. Dann entscheiden Sie 2028 auf einer soliden Grundlage und nicht unter Zeitdruck.
Die VET-GmbH (Vitreous Enamel Technique) ist ein Full-Service-Anbieter für Emaillieranlagen mit Sitz in Alheim-Heinebach. Seit der Gründung 1999 hat sich das Unternehmen aus dem klassischen Ofenbau heraus zu einem Partner entwickelt, der Vorbehandlungs-, Beschichtungs- und Trocknungsanlagen, Fördersysteme, Emaillieröfen, Automatisierung, Energiemonitoring und Prüftechnik aus einer Hand plant, liefert und in Betrieb nimmt.
VET begleitet Kunden von der ersten Beratung bis zum laufenden Service nach der Inbetriebnahme. Engineering, Fertigungskoordination und Montage vor Ort gehören ebenso dazu wie Schulung und Ersatzteilversorgung. Mit einem Netzwerk erfahrener Partner realisiert das Unternehmen Projekte für Emaillierwerke in mehr als 30 Ländern von Einzelkomponenten bis hin zu kompletten Anlagen.
VET-GmbH Vitreous Enamel Technique
Auf der Welle 5
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