Religionsfreiheit und Klimawandel: Premierminister von Papua-Neuguinea – ein Adventist – spricht in der Generalversammlung der Vereinten Nationen
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Kathmandu Nepal
Freitag, Okt. 2, 2026
Keine Diskriminierung religiöser Minderheiten durch Mehrheiten
In der Rede nutzte Marape seine 20 Minuten in der Generaldebatte – die ausschließlich den Staats- und Regierungschefs der 193 UN-Mitgliedstaaten vorbehalten sind –, um zu betonen, dass kein Land aufgrund der Religion diskriminieren dürfe. Er lenkte die Aufmerksamkeit auf Länder mit einer dominanten Glaubensgemeinschaft und erklärte, dass „die Größe einer Mehrheit die Rechte einer Minderheit nicht schmälert“, dass „ein Mensch auch die Freiheit haben muss, sich zu keiner Religion zu bekennen“ und dass „kein Staat“ „die menschliche Seele zwingen darf“.
Warnung vor Klimawandel
Gegen Ende seiner Rede richtete Marape seinen Fokus auf den Klimawandel, ebenso wie mehrere Regierungschefs aus der Pazifikinseln-Region, die vor der UNO das Wort ergriffen hatten. „Es gibt eine Realität, die alle politischen, wirtschaftlichen und religiösen Unterschiede zwischen uns überwindet. Und zwar, dass wir einen Planeten haben, eine Erde“, sagte er und fügte hinzu: „Diese Erde ist unser gemeinsames Zuhause.“ Er erinnerte die Anwesenden daran, dass „ein heute geborenes Kind den Klimawandel nicht verursacht hat“, und warnte: „Wenn sich das Klima verändert, können Gesellschaften, die nur wenig zu den globalen Treibhausgasemissionen beigetragen haben, dennoch mit steigenden Meeresspiegeln, extremen Wetterereignissen, Gefahren für die Ernährungssicherheit und Schäden an ihren Lebensgrundlagen konfrontiert werden.“
Abschließende Appelle
Marape beendete seine Rede mit einer Reihe von Appellen. „Sie müssen nicht an das glauben, woran ich glaube, um die Menschenrechte eines anderen Menschen zu verteidigen“, sagte er vor der Versammlung. „Mögen Regierungen für die Menschen regieren. Mögen Kirchen predigen und einander Liebe verkünden. Mögen Moscheen fromm beten. Mögen Tempel die Gläubigen willkommen heißen. Kein Staat darf die menschliche Seele zwingen.“ Dann kam er auf das Gewissen zurück und fügte hinzu: „Gott hat der Menschheit die Fähigkeit gegeben, sich für diese Freiheit zu entscheiden, und diese Freiheit muss respektiert werden.“ Der Premierminister schloss seine Rede vor der UNO mit einer Formulierung, die wie ein politisch geprägter, pastoraler Segen klang: Für Familien, die mit „Klimawandel und Naturkatastrophen“ konfrontiert sind, und für diejenigen, die „Leid im Zusammenhang mit von Menschen verursachten Krisen“ erdulden müssen. „Möge Gott ihnen allen Trost, Frieden und Zuversicht schenken.“
Adventisten und Religionsfreiheit
Die Internationale Vereinigung zur Verteidigung und Förderung der Religionsfreiheit (IVVR) wurde 1946 von dem adventistischen Arzt Dr. Jean Nussbaum in Paris gegründet und hat heute ihren Sitz in Bern und kooperiert mit der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Ziel der Vereinigung ist die Förderung und Wahrung der Grundsätze der Religionsfreiheit, die wissenschaftliche Erforschung der Grundrechte der Glaubens- und Gewissensfreiheit sowie die Förderung der allgemeinen Toleranz durch Wahrung der Rechte des Einzelnen seinen Glauben und seine Überzeugung öffentlich oder privat zu vertreten. Die IVVR ist von den Vereinten Nationen, dem Europarat und der UNECO mit beratendem Status anerkannt. Zudem unterhält die adventistische Kirche auf mehreren Organisationsebenen Abteilungen für Öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit. Die adventistische Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) hat mehrfach Erklärungen zur Förderung religiöser Freiheit und der Trennung von Staat und Kirche verabschiedet.
Adventisten in Papua-Neuguinea
In Papua-Neuguinea gehören 611.365 mündig getaufte Mitglieder zur Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die sich 1352 örtlichen Kirchengemeinden versammeln (Stand Mitte 2025). Die Kirche unterhält dort eine Hochschule, mehrere weiterführende Schulen und eine Reihe von medizinischen Versorgungszentren. Das Land hat rund 9,7 Millionen Einwohner.
Adventistischer Pressedienst Deutschland APD
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