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Dienstag, Aug. 18, 2026
Moderiert von der Architektin Sonja Schmuker, Vizepräsidentin, und dem Stadtplaner Albrecht Reuß, Landesvorstand der Kammer, wurden Kernfragestellungen wie Graue Energie und Lebenszyklusbetrachtung behandelt. Der Eigentümer-Vertreter Dr. Hermann Brandtstetter stellte fest, bislang bestimme ein „Verlustnarrativ“ die öffentliche Diskussion. Wie die Befürworter eines Um- bzw. Neubaus verwies er auf langfristige Effizienzvorteile sowie auf die Chance zur Stadtreparatur. Seit dem Bau des Kunstmuseums 2005 sei das Wittwer-Haus „in die zweite Reihe gerückt“, der Kleine Schlossplatz habe an Aufenthaltsqualität verloren. In der teils leidenschaftlich geführten Diskussion warnten Abriss-Kritiker vor dem Verlust verbauter Ressourcen und mahnten, die Entscheidung für weitere Planungen müsse sich an den Klimazielen des Landes messen lassen.
Aufgrund des großen Interesses, auch an dem Angebot, sich ans Podium wenden zu können, blieben manche Fragen unbeantwortet. „Die Architektenkammer wird diese an die Bauherrschaft weiterleiten, sodass die Anregungen nicht verloren gehen“, so Kammerpräsident Müller. Auch erwäge sie eine weitere Veranstaltung zum Thema – mit mehr Zeit für einzelne Aspekte und Raum für einen iterativen Diskurs.
Stimmen aus der Veranstaltung:
Hintergrund:
Das Gebäude an der Königstraße 30/32 wurde Ende der 1960er-Jahre als Teil eines autogerechteren Stadtkonzepts errichtet. Nach knapp 60 Jahren Nutzung und zahlreichen Umbauten erfüllt es zentrale Anforderungen an Technik, Energieeffizienz und Flexibilität nicht mehr. Das Landesamt für Denkmalpflege hat im Oktober 2025 festgestellt, dass keine Kulturdenkmaleigenschaft vorliegt. Die Eigentümerin Dinkelacker AG, mehrheitlich eine Tochtergesellschaft der Münchner Sedlmayr AG, prüfte verschiedene Szenarien und kam zu dem Ergebnis, dass ein Neubau unter Erhalt der umfangreichen Untergeschosse – rund 43 Prozent der Gesamtfläche – die nachhaltigste Lösung darstellt. Ein Architekturwettbewerb in Abstimmung mit der Landeshauptstadt Stuttgart ist geplant.
Architektenkammer Baden-Württemberg
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