„Die USA haben sich mit der WM verzockt“
Breaking News:
Kathmandu Nepal
Mittwoch, Juni 10, 2026
„Die USA haben sich mit der WM verzockt“, sagt Timo Kohlenberg, CEO des Nordamerika-Spezialisten America Unlimited. „Viele Hoteliers haben geglaubt, sie könnten während des Turniers jede Preisvorstellung durchsetzen. Teilweise wurden die Hotelraten in den Austragungsorten um mehr als 200 Prozent angehoben. Diese Rechnung ist vielerorts nicht aufgegangen.“
Nach Beobachtungen von America Unlimited mussten zahlreiche Hotels ihre zuvor drastisch erhöhten Preise inzwischen wieder deutlich senken. Teilweise wurden die Raten um bis zu 50 Prozent nach unten korrigiert. Zudem gelangten große Hotelkontingente zurück in den freien Markt, nachdem die erwartete Nachfrage ausgeblieben war.
Großereignisse verdrängen oft klassische Urlauber
Der Rückgang überrascht Kohlenberg nicht. Bereits im Vorfeld hatte America Unlimited darauf hingewiesen, dass Mega-Events wie Olympische Spiele oder Fußball-Weltmeisterschaften häufig reguläre Urlauber abschrecken.
„Viele Reisende meiden bewusst Regionen, in denen mit überfüllten Hotels und hohen Preisen gerechnet werden muss. Genau diesen Effekt sehen wir aktuell“, erklärt Kohlenberg. „Unsere Buchungen für die USA liegen während der WM derzeit rund 25 Prozent unter dem Vorjahresniveau.“ Statt zusätzliche Gäste anzuziehen, habe das Turnier vielerorts für Verunsicherung gesorgt.
Verpasste Chance für das Image der USA
Besonders kritisch bewertet America Unlimited die internationale Wahrnehmung der Gastgebernation. Die Fußball-Weltmeisterschaft hätte eine einmalige Gelegenheit geboten, die USA als offenes, gastfreundliches und modernes Reiseland zu präsentieren.
„Die USA hätten mit dieser Weltmeisterschaft weltweit Sympathiepunkte sammeln können. Stattdessen dominieren Diskussionen über hohe Kosten und enttäuschte Erwartungen. Das ist eine vertane Chance und schadet dem touristischen Image des Landes“, so Kohlenberg.
Dass die wirtschaftlichen Hoffnungen vielerorts bislang nicht erfüllt wurden, zeigt auch eine aktuelle Analyse der American Hotel & Lodging Association (AHLA), dem größten Hotelverband der USA. Demnach liegen die Buchungen in den meisten Austragungsorten deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen.
Besonders bemerkenswert: Nach Angaben der AHLA wurden in mehreren WM-Städten bis zu 70 Prozent der ursprünglich für die FIFA reservierten Zimmerkontingente wieder freigegeben. Betroffen sind unter anderem Boston, Dallas, Los Angeles, Philadelphia und Seattle.
„Viele Marktteilnehmer haben mit einer deutlich höheren internationalen Nachfrage gerechnet. Die Realität zeigt nun, dass die Erwartungen vielerorts zu optimistisch waren“, sagt Kohlenberg. „Die hohen Preisforderungen haben zahlreiche Urlauber abgeschreckt. Wer eine USA-Reise plant, weicht dann lieber auf einen anderen Zeitraum aus.“
Die Entwicklung bestätigt nach Einschätzung von America Unlimited einen bekannten Effekt großer Sportereignisse: Während auf zusätzliche Besucher gehofft wird, bleiben klassische Urlauber häufig aus. Am Ende entsteht kein Boom, sondern ein Nachfragevakuum, das selbst durch kurzfristige Preisnachlässe kaum noch geschlossen werden kann.
Kritik auch an Verkehrspreisen
Zusätzlichen Unmut verursachten die teilweise extrem hohen Kosten für die Anreise zu den Stadien. Besonders rund um das MetLife Stadium im Großraum New York gerieten die Preise für den öffentlichen Nahverkehr international in die Kritik.
Nach weltweiter Empörung über Ticketpreise von bis zu 150 US-Dollar für eine Zugfahrt zu WM-Spielen sahen sich die Verantwortlichen zum Einlenken gezwungen. Inzwischen wurden die Preise reduziert – eine Fahrt kostet nun „nur noch“ rund 105 US-Dollar.
„Wenn selbst die Anreise zum Stadion für viele Fans zum Luxus wird, läuft etwas grundlegend falsch“, sagt Kohlenberg. „Eine Weltmeisterschaft sollte Menschen zusammenbringen und Begeisterung schaffen – nicht durch überhöhte Preise abschrecken.“
Die Rechnung geht nicht auf
Für America Unlimited zeigt sich bereits jetzt, dass die wirtschaftlichen Erwartungen rund um die Fußball-Weltmeisterschaft vielerorts deutlich zu hoch angesetzt wurden. Zwar wurden laut FIFA bereits Millionen Tickets verkauft, doch die erhofften Zusatzeffekte für die Tourismuswirtschaft bleiben bislang hinter den Prognosen zurück.
„Viele Hotels haben jahrelang auf diesen Sommer hingearbeitet und mit einem außergewöhnlichen Nachfrageboom gerechnet. Die Realität sieht anders aus“, sagt Kohlenberg. „Wenn Hotelpreise nach massiven Aufschlägen wieder deutlich gesenkt werden müssen und große Zimmerkontingente zurück in den Markt kommen, zeigt das, dass Angebot und tatsächliche Nachfrage nicht zusammenpassen.“
„„Die WM sollte ein Fest für die Welt werden und gleichzeitig Werbung für die USA machen. Bislang zeigt sich vor allem, dass viele Erwartungen deutlich zu hoch waren. Für zahlreiche Anbieter geht die Rechnung aktuell nicht auf“, resümiert Kohlenberg.
Über America Unlimited:
America Unlimited ist einer der führenden Veranstalter für Reisen nach Kanada und in die USA. Das Unternehmen wurde 2006 von Michael Kohlenberg gegründet und nach seinem Tod 2007 von seiner Frau Angelika und seinen Kindern Julia und Timo weitergeführt. Dank jahrzehntelanger Destinationserfahrung bietet der Spezialist aus Hannover bei der Reiseplanung ein Höchstmaß an Flexibilität und persönlichem Service. In Kundenbewertungen schneidet das für seine innovativen Marketing- und Vertriebsaktionen bekannte Familienunternehmen aufgrund seiner kompetenten Beratung überdurchschnittlich gut ab. America Unlimited wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem als einer der TOP 50 Reiseveranstalter weltweit. Geschäftsführende Gesellschafter der America Unlimited GmbH sind Julia Kurz und ihr Bruder Timo Kohlenberg. Als reiner Nordamerika-Spezialist gestartet hat die America Unlimited GmbH ihr Geschäftsfeld sukzessive ausgebaut. 2011 erfolgte mit dem Launch der Marke Feinreisen der Portfolio-Ausbau in andere Zielgebiete mit Fokussierung auf das Premium-Segment. Im Sommer 2022 hat der Spezialveranstalter mit Australia Unlimited eine weitere Marke für Reisen nach Ozeanien auf den Markt gebracht.
KC3 Köpers Corporate & Crisis Communications GmbH
Bahnhofstraße 9
64720 Michelstadt
Telefon: +49 (170) 5672100
http://www.koepers-kc3.de
![]()