Deutschlands Lehrkräfte vor neuen Herausforderungen

Wenn im August 2026 der Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung der Schulkinder in Kraft tritt, stehen die Schulen vor der Herausforderung, für den Mehrbedarf von etwa 150.000 Plätzen ausreichend Personal bereitzustellen. Auf Lehrkräfte kommen damit neue Belastungen zu, wenn Arbeitszeiten verändert werden und Mehrarbeit anfällt. Wie hierbei die Landwirtschaft ein Problemlöser sein kann, wird im i.m.a-Bildungsmagazin „lebens.mittel.punkt“ in einem Sonderteil zur Landwirtschaft im Schulunterricht erläutert.

An fünf Werktagen, täglich acht Stunden, haben Grundschulkinder ab 1. August 2026 Anspruch auf eine Ganztagsbetreuung an ihren Schulen. Das dafür benötigte Personal fehlt, haben Statistiker und andere Experten prognostiziert. Wohl deshalb wird der Betreuungsanspruch zunächst nur in den ersten Schulklassen zur Regel; bis 2029/30 soll er dann für alle Kinder bis zur vierten Klasse gelten. Doch das Problem fehlender Fachkräfte bleibt.

Landwirtschaft macht Schule

Eine Lösung kann die Beschäftigung von Experten sein, die Schulkindern alltagspraktisches Wissen vermitteln, hat jetzt das i.m.a-Bildungsmagazin „lebens.mittel.punkt“ vorgeschlagen. Empfohlen wird der Blick über den schulischen Tellerrand, wie er bereits seit fünf Jahren mit der i.m.a-Initiative „Landwirtschaft macht Schule“ praxiserprobt ist. Damit bringt der gemeinnützige Verein Lehrkräfte und Landwirte zusammen. Die Experten vom Bauernhof gehen in die Schulklassen und vermitteln dort als authentische Bildungsbotschafter, wie Nahrungsmittel entstehen, Tierhaltung funktioniert und Landschaftspflege betrieben wird. Dies ließe sich auch im Rahmen einer Ganztagsbetreuung in den Schulen umsetzen; so der i.m.a e.V.

Der „lebens.mittel.punkt“ präsentiert dafür auch gleich das Beispiel einer Bauernhof-AG aus Bremen und macht weitere Vorschläge für die Betreuung von Schulkindern durch Experten. So könnten etwa Landfrauen in Ernährungsthemen beraten, Gärtner Arbeitsgemeinschaften in Schulgärten anleiten, Förster und Jäger zur Naturbildung beitragen, Studenten den Schulsport mobilisieren oder die Polizei die Verkehrserziehung forcieren. Solche Angebote korrespondieren mit der Alltagsrealität der Kinder und befördern die in den Lehrplänen der Schulen verankerte „Bildung für nachhaltige Entwicklung“.

Der i.m.a „lebens.mittel.punkt“ ist ein Bildungsmagazin, das von Lehrkräften genutzt wird, um mit den in der Zeitschrift enthaltenen Unterrichtsbausteinen den Unterricht zu bereichern. So bietet die neue Ausgabe des Magazins vier Bausteine für den Primar- und Sekundarbereich; darunter über den Nutzen von Stroh als nachwachsendem Rohstoff, die Ökobilanz von Geflügel, die Verwandlung von Milch in Käse und die Herausforderungen der Landwirtschaft beim Pflanzenschutz. Das Heft ist erhältlich auf www.ima-shop.de. Dort kann es auch kostenlos gelesen und heruntergeladen werden.

Über den i.m.a – information.medien.agrar e.V.

Als gemeinnütziger Verein informieren wir über die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen, die in der Landwirtschaft tätig sind, und über die Bedeutung der Landwirtschaft für die Gesellschaft. Weil immer mehr Menschen immer seltener Gelegenheit haben, sich selbst ein reales Bild von der Landwirtschaft zu machen, kommt es insbesondere darauf an, bereits Kindern und Jugendlichen durch die Bereitstellung von Lehrmaterialien und mit Hilfe von Pädagogen Einblicke in die heutige Welt der Landwirtschaft zu vermitteln. Die i.m.a-Arbeit wird von den deutschen Bäuerinnen und Bauern getragen und von der Landwirtschaftlichen Rentenbank finanziell gefördert.

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