Geeignete Rohstoffe für Privatanleger sind in erster Linie Edelmetalle, insbesondere Gold und Silber. Während Edelmetalle früher eher selten in Anlegerportfolios zu finden waren, haben sie sich in den vergangenen beiden Jahrzehnten bei Investments etabliert. Der große Vorteil: Durch ihren bloßen Materialwert und das begrenzte Angebot können sie nicht komplett wertlos werden. Dies gilt hingegen nicht für Aktien, Anleihen, und auch nicht unbedingt für Immobilien.
Die wichtigsten Edelmetalle in der Anlagewelt sind Gold, Silber, Platin und Palladium. Wesentliche Gründe dafür sind ihre natürliche Knappheit, die leichte Transport- und Lagerfähigkeit, die Teilbarkeit und die beinahe uneingeschränkte Wiederverwendbarkeit. Wie der Name schon sagt, sind bereits kleine Mengen an Edelmetallen kostbar. Dies gilt vor allem für Gold. So kostete im April 2016 eine Feinunze (rund 31,1 Gramm) des gelben Metalls rund 1.200 US-Dollar (ca. 1.000 Euro). Zehn Jahre später – im April 2026 – lag der Preis bei 4.800 Dollar (ca. 4.100 Euro).
Eigenschaften der vier wichtigen Edelmetalle
Sie müssen kein Metallexperte sein, wenn Sie in Gold, Silber & Co. investieren möchten. Bevor Sie sich aber Edelmetalle als Anlageprodukt kaufen, kann es nicht schaden, sich die grundsätzlichen Eigenschaften der verschiedenen Metalle anzusehen. Schließlich hängt ihre Preisentwicklung auch von der Verwendung und damit von der Nachfrage ab.
Gold
Gold war über Jahrtausende hinweg, bereits in der Antike, ein primäres Zahlungsmittel und Basis für Währungssysteme. Es diente zudem im 19. und 20. Jahrhundert jahrzehntelang als „Ersatzwährung“ und verbindliches Rückgrat des internationalen Finanzsystems. Darüber hinaus halten staatliche Notenbanken heute große Goldreserven, da Gold als einer der sichersten und stabilsten Vermögenswerte weltweit gilt. Gold wird für Anlagezwecke genutzt. Ein weiterer Nachfrager ist die Schmuckindustrie.
Silber
Silber ist nicht nur ein Edelmetall, sondern auch ein Industriemetall. Silber ist aufgrund seiner extrem hohen elektrischen und thermischen Leitfähigkeit, Korrosionsbeständigkeit und antibakteriellen Wirkung ein unverzichtbarer industrieller Rohstoff. So kommt es in der Elektronik, Photovoltaik, in der Medizin und in der Automobilindustrie zum Einsatz. Wie bei Gold zählt zugleich die Schmuckindustrie zu den wichtigen Abnehmern.
Dass Silber stärker von der Industrienachfrage beeinflusst wird als Gold, zeigte sich zuletzt an der Preisentwicklung. Mitte Mai 2026 schoss Silber deutlich nach oben und notierte zwischenzeitlich bei 87 Dollar je Feinunze auf einem Zwei-Monatshoch. „Der Impuls für die relative Stärke von Silber, das stärker als Gold von der Industrienachfrage geprägt ist, dürfte von den Industriemetallmärkten ausgehen“, sagt Barbara Lambrecht, Rohstoffexpertin bei der Commerzbank. Allerdings entwickelte sich der Silberpreis zuletzt sehr volatil. Wenige Tage nach dem Zwei-Monatshoch gab der Preis zeitweise wieder auf rund 77 Dollar nach.
Platin
Platin ist ebenfalls ein vielseitiges Edelmetall, das nicht nur von der Schmuckindustrie nachgefragt wird. Seine chemischen Eigenschaften erlauben unter anderem die Aufnahme und Bindung großer Mengen von Wasserstoff und anderer Gase – dies macht Platin zu einem wichtigen Rohstoff für die Automobilindustrie. Das Metall kommt bei der Herstellung von Katalysatoren und bei der Entwicklung von Brennstoffzellen zum Einsatz.
Palladium
Palladium hat ähnliche chemische Eigenschaften wie Platin. Wie Platin wird Palladium hauptsächlich bei der Produktion von Kraftfahrzeug-Katalysatoren genutzt, insbesondere für Benzinmotoren. Darüber hinaus wird Palladium in der Feinelektronik, in der Schmuckindustrie und in der Dentalmedizin verwendet.
Da Silber, Platin und Palladium in der Industrie genutzt werden, spielt bei deren Preisentwicklung auch die globale konjunkturelle Lage eine wichtige Rolle. Boomt die Wirtschaft, steigt grundsätzlich die Nachfrage nach den Metallen. Eine schwächelnde Konjunktur drückt hingegen tendenziell den Bedarf nach Silber, Platin und Palladium.
Gold als Anlageinstrument
Gold ist das wichtigste Edelmetall bei Geldanlagen, da es seit Jahrtausenden als krisensicherer Wertspeicher dient und Schutz vor Inflation bietet. Wie andere Edelmetalle auch ist es im Gegensatz zu Papiergeld nicht beliebig vermehrbar. Es zeichnet sich durch hohe Liquidität, weltweite Anerkennung und steuerfreie Gewinne nach einem Jahr Haltedauer aus. Zudem nutzen Zentralbanken Gold als stabile Währungsreserve. Daher wird Gold in der Finanzwelt häufig als „sicherer Hafen“ bezeichnet, den Investoren gerne in Zeiten der Geldentwertung (Inflation) und Finanzkrisen ansteuern.
Da der Goldpreis sich zumeist unabhängig von Anlageklassen wie Aktien und Anleihen entwickelt, senkt Gold das Gesamtrisiko im Portfolio. Gleichwohl ist der Goldpreis sehr schwankungsanfällig. Er hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Diese Faktoren beeinflussen den Goldpreis
- Der US-Dollar: Gold notiert in Dollar. Ein schwacher Greenback führt zu einer größeren Kaufkraft in Nicht-Dollar-Ländern. Erhöht sich dadurch die Nachfrage, stützt dies tendenziell den Goldpreis. Umgekehrt kann ein steigender Dollar die Nachfrage nach Gold – und somit den Goldpreis – mindern.
- Das Zinsniveau: Gold wirft keine Zinsen ab. Im Vergleich zu verzinslichen Werten wie zum Beispiel Anleihen entgehen Anlegern mit Gold Zinsen. Das Prinzip: Je höher das Zinsniveau, desto unattraktiver wird das Goldinvestment im Vergleich zu verzinslichen Anlagen. Steigende Zinsen können deshalb zu sinkenden Goldpreisen führen. Umgekehrt können fallende Zinsen zu steigenden Goldpreisen führen. Denn dann wird Gold im Vergleich zu Zinsanlagen attraktiver, was wiederum die Nachfrage nach dem Edelmetall fördert.
- Die Minenproduktion: Förderkürzungen schränken das Angebot auf dem Weltmarkt ein. Dies kann zum Beispiel durch Streiks der Minenarbeiter passieren. Das tendenziell sinkende Angebot kann an den Märkten zu steigenden Goldpreisen führen.
- Die Notenbanken: Da Notenbanken häufig Gold in großen Mengen kaufen, können entsprechende Käufe oder Ankündigungen der Käufe den Goldpreis treiben. Umgekehrt können Goldverkäufe fallende Kurse zur Folge haben.
- Die Finanzinvestoren: Das Gegenstück zu Aktien-Indexfonds (ETFs) sind Rohstoff-ETCs. Das Kürzel ETC steht für Exchange Traded Commodity, also „börsengehandelter Rohstoff“. Mit diesem Wertpapier können Sie in einen Rohstoff investieren, ohne sich den Rohstoff liefern zu lassen. ETCs werden mit physischem Gold besichert, um das Ausfallrisiko für den Investor zu verringern. Eine hohe Nachfrage nach ETCs verknappt das Goldangebot und treibt damit tendenziell den Goldpreis. Im Gegenzug sinkt der Goldwert tendenziell, wenn Investoren ihre Bestände in größeren Mengen verkaufen.
Biallo-Lesetipp: Gold gilt für viele Anleger weiterhin als wichtiger Baustein zur Absicherung des Vermögens. Welche Rolle das Edelmetall in unsicheren Zeiten spielen kann und warum es wieder stärker im Fokus steht, lesen Sie im Artikel “Gold im Höhenflug” auf biallo.de.
Verwendete Quellen:
- Biallo
- Börse Stuttgart
- Deutsche Börse
- extraETF
- Commerzbank (Handbuch der Rohstoffe)
- Haspa
- Willbe
Biallo & Team GmbH
Achselschwanger Str. 5
86919 Utting
Telefon: +49 (8806) 333840
Telefax: +49 (8806) 3338419
http://www.biallo.de
Telefon: +49 (8806) 33384-0
Fax: +49 (8806) 33384-19
E-Mail: pabian@biallo.de
![]()