Kürzungen im weltwärts-Programm gefährden internationale Partnerschaften
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Dienstag, Apr. 7, 2026
Seit Beginn des Programms im Jahr 2008 haben mehr als 50.000 junge Menschen daran teilgenommen. Die seitens der Bundesregierung geplanten Kürzungen führten bei ADRA Deutschland zu einer großen Besorgnis, informiert ADRA-Pressesprecher Andreas Lerg in einer Medienmitteilung. Als langjähriger Träger im Programm warnt die international tätige Hilfsorganisation vor den weitreichenden Folgen für junge Menschen, zivilgesellschaftliches Engagement und globale Partnerschaften.
Seit dem Start des weltwärts-Programms im Jahr 2008 hat ADRA Deutschland mit ADRAlive! über 250 junge Freiwillige jeweils für ein Jahr in Projekte in Ländern des Globalen Südens entsendet. Mittlerweile würden gleichzeitig internationale Freiwillige in Deutschland aufgenommen.
Lernen und Verantwortung übernehmen
Weltwärts sei weit mehr als ein Freiwilligendienst. „Es ist ein Lern- und Begegnungsraum, in dem junge Menschen Verantwortung übernehmen, globale Zusammenhänge verstehen und sich langfristig für eine gerechtere Welt engagieren. Es ist ein integraler Baustein in unserem Selbstverständnis als internationale Hilfsorganisation“, erläutert Natalie Luetjens, Abteilungsleiterin für Freiwilligendienste und entwicklungspolitische Bildungsarbeit bei ADRA Deutschland. „Die Kürzungen gefährden nicht nur die nachhaltigen Wirkungen des Programms, sondern setzen ein falsches politisches Signal in Zeiten der Erosion zivilgesellschaftlicher Bindung.“
Eine Längsschnittstudie, die das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im April 2025 veröffentlichte, belege die langfristige Wirkung des Programms: Ein Großteil der Freiwilligen engagiere sich auch Jahre nach ihrem Auslandsjahr weiterhin gesellschaftlich, viele brächten ihre Erfahrungen in Bildung, Zivilgesellschaft und Beruf ein. Weltwärts trage damit wesentlich zum Verständnis globaler Zusammenhänge und zur Stärkung demokratischer Werte in Deutschland bei.
Stabile Partnerschaften gewachsen
Auch bei ADRA Deutschland zeige sich laut Natalie Luetjens diese Wirkung ganz konkret. Einstige Freiwillige engagierten sich weiterhin in Fördervereinen, sie gestalteten entwicklungspolitische Bildungsarbeit oder arbeiteten inzwischen selbst in der Organisation oder anderen NGO. Aus persönlichen Erfahrungen wären über Jahre stabile Partnerschaften gewachsen, die weit über einzelne Hilfsprojekte hinausreichten und ihre Wirkung entfalteten.
Heute betreue ADRA Deutschland rund zwanzig Freiwillige in mehreren Ländern sowie junge Menschen, die über das Süd-Nord-Programm beispielsweise aus Mosambik ein freiwilliges Jahr in Deutschland absolvieren. Doch die Unsicherheit durch drohende Kürzungen erschwere die Planung erheblich. Einsatzstellen, Partnerorganisationen und Freiwillige stünden vor der Frage, ob Programme wie geplant fortgeführt werden können.
Gerade im Kontext des 2026 von den Vereinten Nationen ausgerufenen „International Volunteer Year“ werde deutlich, wie wichtig freiwilliges Engagement weltweit ist. Programme wie weltwärts leisteten einen konkreten und unverzichtbaren Beitrag. ADRA Deutschland appelliere daher an die politischen Entscheidungsträgerinnen und -träger, das weltwärts-Programm im Bundeshaushalt langfristig abzusichern und mindestens auf dem bisherigen Niveau fortzuführen. Kürzungen schwächten nicht nur bestehende Strukturen, sondern bremsten das Engagement einer ganzen Generation junger Menschen aus.
Über ADRA Deutschland e.V.
ADRA Deutschland e. V. mit Sitz in Weiterstadt bei Darmstadt wurde 1987 gegründet, hat 61 Angestellte und steht der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten nahe. Es ist Teil des weltweiten ADRA-Netzwerks, das 1956 gegründet wurde, aus 119 eigenständigen nationalen Büros besteht und weltweit Projekte der Entwicklungszusammenarbeit sowie der humanitären Hilfe in Katastrophenfällen durchführt. ADRA steht für Adventist Development and Relief Agency. ADRA Deutschland ist unter anderem Gründungsmitglied des Verbands Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO), der „Aktion Deutschland Hilft“ und „Gemeinsam für Afrika“. Informationen: www.adra.de.
Adventistischer Pressedienst Deutschland APD
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