Quantum for Defence & Space
Kathmandu Nepal
Donnerstag, Feb. 12, 2026
Die Welt ist im Umbruch: Nicht nur hat sich die geopolitische Lage verändert, auch kommen neue Sicherheitsgefährdungen hinzu. So können beispielsweise Cyberangriffe kritische Infrastrukturen lahmlegen, darüber hinaus stellen Quantencomputer die konventionellen Kryptographieverfahren auf wackelige Beine. Kurzum: Cybersicherheit wird zur Grundvoraussetzung der resilienten Gesellschaft. Von großen Änderungen geprägt ist auch die Raumfahrt: So treiben private Unternehmen und Startups die Kommerzialisierung und Privatisierung voran. Der Fokus liegt nicht mehr auf der staatlich dominierten Raumfahrt, sondern stattdessen auf kostengünstigeren, schnelleren und kleineren Lösungen. Dieser New Space Markt zählt aktuell zu den maßgeblichen innovativen Wirtschaftsräumen.
Quantentechnologien, insbesondere die Quantenkommunikation, eröffnen sowohl im Bereich der Verteidigung als auch im Bereich der Raumfahrt eine breite Palette an Möglichkeiten. Schließlich liegen die zentralen Fragen im Bereich der Übertragungssicherheit von Daten – sei es auf der Erde mittels Bodenstationen oder im All über Satelliten. Wie lassen sich Daten sicher übermitteln, ohne möglicherweise abgehört zu werden? „Die Quantentechnologie kommt im Bereich Defence & Space vor allem bei sicherheitsrelevanten Anwendungen zum Einsatz, etwa in der Quantenkryptographie und der quantengesicherten Kommunikation“, bestätigt Dr. Stephanie Hesse-Ertelt, Forschungsmanagerin und stellvertretende Abteilungsleiterin am Fraunhofer IOF sowie Mitglied im Fachbeirat der Quantum Photonics.
Defence & Space in Hightech-Agenda aufgenommen
Wie stark die Bereiche Defence und Space in den letzten Monaten an Bedeutung gewonnen haben, zeigt sich unter anderem in der Hightech Agenda Deutschland, die die Bundesregierung im Juli 2025 veröffentlicht hat: Luft- & Raumfahrt sowie Sicherheit & Verteidigung sind als neue strategische Forschungsfelder aufgenommen worden – zwei von insgesamt fünf Forschungsfeldern, in denen nun technologiegetriebene Investitionen folgen sollen. Die Quantentechnologie zählt dabei zu den Schlüsseltechnologien. „Im Fokus steht vor allem die Anwendung: Es gilt, Quantentechnologien in Wirtschaft und Unternehmen zu verankern“, sagt Hesse-Ertelt. Viele Entwicklungen laufen dabei parallel, sie lassen sich sowohl im Space-Bereich als auch im militärischen Bereich nutzen.
TransEuroOGS
Mit dem Start des EU-Forschungsprojekts TransEuroOGS, kurz für „Trans-European Network of Optical Ground Stations“ – das zudem vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert wird – nimmt Europa Kurs auf eine neue Generation sicherer Kommunikation: Erstmals wird ein länderübergreifendes Netz aus interoperablen Bodenstationen in Irland, Luxemburg, Griechenland und Deutschland demonstriert werden, das mithilfe von Satelliten Quantenschlüssel verteilt und damit den Grundstein für eine souveräne europäische Kommunikationsinfrastruktur im Rahmen der Europäischen Quantenkommunikationsinfrastruktur EuroQCI legt. Das Hauptziel besteht darin, die Voraussetzungen für eine abhörsichere Informationsübertragung zwischen Satelliten im Weltraum und Bodensegmenten auf der Erde zu schaffen.
Experten aus Forschung und Unternehmen geben Einblicke
Wie Quantentechnologien in Defence und Space darüber hinaus eingesetzt werden und welche Forschungsfragen auf der Agenda stehen, erörtern Expertinnen und Experten auf der Quantum Photonics, die am 5. und 6. Mai 2026 zum zweiten Mal in Erfurt stattfindet. „Verschiedene Speaker werden das Thema von unterschiedlichen Seiten beleuchten und wertvolle Einblicke ermöglichen“, sagt Hesse-Ertelt, Forenverantwortliche für den Bereich „Defence & Space“ der Quantum Photonics. Beispielsweise erläutert Andreas Müller von Spire Global, wie das Raumfahrt- und Datenanalyseunternehmen Quantentechnologien einbindet und welche Potenziale er künftig sieht. Spannende Aspekte aus der Forschungslandschaft präsentiert unter anderem Dr. Seid Koudia, Wissenschaftler an der Universität Luxemburg.
Thüringen: Photonikstandort mit Tradition
Der Standort für die Messe Quantum Photonics könnte nicht besser gewählt sein: Thüringen verfügt über eine lange Tradition in der Hochtechnologie, insbesondere im Bereich Optik und Photonik. In neuerer Zeit hat sich die Region zudem als zentraler Akteur für Quantentechnologien etabliert – als Entwicklungstreiber gelten insbesondere das Fraunhofer IOF, das weltweit führende Lösungen für Quantenkommunikation und verschlüsselte Datenübertragung entwickelt, sowie die Universität Jena, ein führendes Zentrum für Quantentechnologien in Deutschland. Thüringen ist somit ein hervorragender Ausgangspunkt, um die Quantentechnologien in Deutschland voranzutreiben – und ein idealer Standort für die Anwendertagung Quantum Photonics.
Parallelveranstaltung rapid.tech 3D
Die rapid.tech 3D, Fokus-Event zu den vielfältigen industriellen Anwendungsmöglichkeiten des Additive Manufacturing, findet parallel zur Quantum Photonics vom 5. bis 7. Mai 2026 in Messehalle 2 statt. Da der Bereich der Additiven Fertigung insbesondere für viele optisch basierte Quantentechnologien Anwendung findet, wird die Verzahnung beider Kongress-, Foren- und Netzwerkbereiche Synergien für Aussteller und Besucher bringen.
Das gesamte Kongressprogramm der Quantum Photonics im Überblick sowie Tickets für den Fachkongress mit Ausstellung gibt es online auf www.quantum-photonics.de.
Als größter Messe- und Kongressstandort in der Mitte Deutschlands hat sich die Messe Erfurt als Forum für Unternehmen, Wissenschaftler, Mediziner, Gewerkschaften und viele weitere Institutionen etabliert. Jährlich finden hier mehr als 220 Veranstaltungen, Kongresse und Tagungen, Messen und Ausstellungen, Firmenevents und Konzerte mit über 650.000 Besucherinnen und Besuchern statt. Mehr unter: www.messe-erfurt.de
Messe Erfurt GmbH
Gothaer Straße 34
99094 Erfurt
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