Mit der Schuldnerberatung S.M.A.R.T. durchs Leben gehen
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Freitag, Feb. 27, 2026
„Immer häufiger kommen junge Erwachsene in unsere Schuldnerberatung, die mit hohen Summen in den Miesen stehen“, schildert Patrick Krug. „Und wenn man dann fragt, wie die Schulden entstanden sind, verweisen sie ganz oft auf die eigene Kreditkarte. Vor diesem Hintergrund haben wir das Präventionsprogramm, das aus Geldern des Landes finanziert wird, gestartet und beraten die Jugendlichen nun direkt in den Schulen“, führt Krug aus.
Zunächst stellte sich Dominik Mertinat in den Kollegien der Vogelsberger Schulen vor. Mit seinem Konzept, das auf die Klasse 8 abgestimmt ist, lief er „offene Türen ein“. Längst liegen auch Anfragen für die 9. und 10. Jahrgangsstufen der Haupt- und Realschulen vor sowie für Oberstufen-Kurse der Gymnasien. Auch in Jugendhilfeeinrichtungen kann Mertinat beraten.
In seinen Kursen geht der Sozialarbeiter „S.M.A.R.T durchs Leben“. Seine Tipps hinter den Großbuchstaben: „Spare regelmäßig – auch kleine Beträge; Mache dir einen Plan – wofür willst du dein Geld ausgeben; Achte auf den Preis – vergleichen lohnt sich immer; Rechne nach – hast du wirklich genug Geld; Täglich dazulernen – wer sich auskennt, wird nicht abgezockt, weder von Werbung noch von schnellen Deals.
„Wir überlegen während des Unterrichtsbesuchs gemeinsam, wie Schulden überhaupt entstehen können, also zum Beispiel durch Handyverträge, Ratenkäufe oder falsche Entscheidungen“, schildert Mertinat das Procedere. „Dann müssen die Schüler herausfinden, warum Leute Schulden machen, und sie müssen mögliche Gefahren für sich selbst entdecken. Und schließlich zeige ich auf, welche Folgen Schulden haben können – das kann vom Stress mit den Eltern bis hin zum Verfahren vor Gericht gehen“, so der Sozialarbeiter, der die Jugendlichen auch auffordert, über das eigene Kaufverhalten nachzudenken. „Da muss man sich die Frage stellen, ob man das neue Teil wirklich braucht oder ob es eher ein Will-haben-Gefühl ist.“ Mit den Jugendlichen sammelt er Tipps, wie man Schulden von Anfang an vermeiden kann. Und er zeigt Wege auf, „wie man nicht in die Schuldenfalle tappt und trotzdem Spaß am Geldhaben und -ausgeben hat“.
„Wir listen in dem Projekt die TOP-Lifehacks gegen Schulden auf“, erläutert Erster Kreisbeigeordneter Patrick Krug. Auf Platz 1 steht die „Denkpause vor jedem Kauf“ und damit die Frage, ob man das wirklich will oder nur jetzt sofort aus einer Laune heraus. „Kleinvieh macht auch Mist – dieses Sprichwort spielt auch beim Schuldenmachen eine Rolle“, so Krug weiter, „deshalb raten wir, die Apps fest im Blick zu haben, denn die App-Käufe, Skins, Levels oder Abos können sich schnell summieren.“ Auch vom Ratenkauf sollte man die Finger lassen, vielmehr gibt Mertinat die Regel aus: „Wenn ich es mir nicht sofort leisten kann, dann muss ich warten mit dem Kauf.“ Zudem warnt er vor hohen Dispo-Zinsen und rät, das Konto bei 0 Euro stoppen zu lassen. Auch Werbung soll immer hinterfragt werden, so der Experte, denn die „will nicht helfen, sondern verkaufen“. Mertinat rät zur Budgetierung, denn wer weiß, wo sein Geld hingeht, der hat weniger Stress. Und wenn die vielen Tipps doch nicht helfen und man Schulden gemacht hat? „Schulden werden schlimmer, wenn man sie verheimlicht“, sagt Mertinat. „Deshalb sollte man ganz früh mit den Eltern, den Lehrern oder Vertrauenspersonen sprechen.“
Nach dem ersten Besuch in einer Schule zieht er übrigens ein positives Fazit: „Schon die Zusammenarbeit mit der Albert-Schweitzer-Schule war top und wir hatten im Großen und Ganzen einen gelungenen Auftakt.“
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