Cyberangriffe: Wie gut sind private Daten geschützt?
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Freitag, Feb. 6, 2026
Wer ist betroffen?
Grundsätzlich kann jeder zum Ziel von Cyberangriffen werden, der online aktiv ist. Besonders im Fokus stehen Unternehmen, bei denen sich sensible Kunden- oder Mitarbeiterdaten abgreifen lassen, etwa Kreditkarteninformationen, Passwörter oder personenbezogene Daten. So erbeuteten Hackergruppen im vergangenen Jahr unter anderem interne Daten bei Volkswagen, Mitarbeiterdaten bei Coca-Cola oder Kundendaten bei der Fluglinie Qantas.
Doch die ARAG IT-Experten weisen darauf hin, dass nicht nur Unternehmen betroffen sind: Auch die Energieinfrastruktur sowie der öffentliche Sektor geraten zunehmend ins Visier. Im Extremfall können Cyberangriffe sogar staatliche Strukturen empfindlich treffen – mit direkten Auswirkungen auf die Bevölkerung.
Welchem Risiko sind Privatpersonen ausgesetzt?
Obwohl viele Nutzer glauben, sorgfältig mit ihren Daten umzugehen, bewegen sich die meisten vergleichsweise sorglos im Netz. Je selbstverständlicher digitale Anwendungen Teil des Alltags werden, desto weniger Aufmerksamkeit schenken viele der Datensicherheit. Während Bargeld, Ausweise oder Wohnungsschlüssel gut geschützt werden, fehlt dieses Sicherheitsbewusstsein laut ARAG IT-Experten bei digitalen Werten häufig noch.
Gefahren drohen überall dort, wo online eingekauft, Bankgeschäfte erledigt, gestreamt oder über soziale Netzwerke kommuniziert wird. Hinzu kommt eine neue Dimension durch Künstliche Intelligenz: Betrüger können mithilfe von KI Gesichtserkennungen täuschen, trügerisch echte Phishing-Mails verfassen oder Stimmen so realistisch imitieren, dass selbst telefonische Betrugsmaschen erfolgreich sind.
Neben finanziellen Schäden leiden Betroffene häufig auch emotional. Cyberangriffe greifen massiv in die persönliche Sicherheit und Privatsphäre ein. Besonders gravierend ist der Identitätsdiebstahl: Mit gestohlenen Daten werden digitale Doppelgänger erschaffen, die im Namen der Betroffenen Verträge abschließen oder sogar Straftaten begehen können – mit potenziell existenzbedrohenden Folgen.
Wie kann man seine Daten schützen?
Die ARAG IT-Experten empfehlen einen mehrstufigen Basisschutz. Dazu gehört in erster Linie der bewusste Umgang mit Passwörtern: Für jedes Konto sollte ein eigenes, möglichst komplexes Passwort verwendet werden. Ein komplexes Passwort besteht idealerweise aus einer Kombination von Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen und ist mindestens zwölf Zeichen lang, zum Beispiel so: Urlaub_Sonne_2024!. Passwortmanager helfen dabei, den Überblick über zahlreiche Zugangsdaten zu behalten. Sie sind meist als App, Browser-Erweiterung oder direkt im Betriebssystem integriert und speichern Passwörter verschlüsselt ab. Auf Wunsch erstellen sie auch automatisch starke, individuelle Passwörter, die sich Nutzer nicht selbst merken müssen.
Zusätzlich raten ARAG Experten dringend zur Zwei-Faktor-Authentifizierung . Dabei wird beim Login neben dem Passwort ein zweiter Sicherheitsnachweis abgefragt – etwa ein Einmalcode über eine Authentifizierungs-App oder per SMS. Diese Funktion lässt sich bei vielen E-Mail-Konten, sozialen Netzwerken und Online-Diensten in den Sicherheitseinstellungen aktivieren.
Darüber hinaus sollten Betriebssysteme, Apps und Virenschutzprogramme stets auf dem neuesten Stand sein, da Sicherheitsupdates bekannte Schwachstellen schließen und Cyberkriminellen das Handwerk erschweren.
Vorsicht im Alltag ist ebenso entscheidend: E-Mails mit ungewöhnlichen Zahlungsaufforderungen, verdächtigen Links oder Dateianhängen sollten grundsätzlich misstrauisch machen. ARAG Experten raten, solche Inhalte keinesfalls anzuklicken oder herunterzuladen, sondern zunächst Absenderadresse, Schreibweise und Tonfall genau zu prüfen. Häufig weisen Rechtschreibfehler, unpersönliche Anreden oder starker Zeitdruck auf Betrugsversuche hin.
Gleiches gilt für Anrufe oder Kurznachrichten, die zu schnellem Handeln drängen oder mit Drohungen arbeiten. Im Zweifel sollte man das Gespräch beenden und den angeblich kontaktierenden Anbieter über bekannte, offizielle Kanäle selbst kontaktieren.
Öffentliche WLAN-Netze sollten möglichst nicht für sensible Vorgänge wie Online-Banking oder Einkäufe genutzt werden. Wer Smart-Home-Geräte oder vernetzte Technik einsetzt, sollte zudem auf sichere Netzwerkeinstellungen, starke Passwörter und regelmäßige Updates achten, um einen unbefugten Zugriff zu erschweren.
Schutz durch Versicherungen?
Zusätzlich kann eine Cyberversicherung sinnvoll sein. Während sie für große Unternehmen längst unverzichtbar ist und auch für kleinere Betriebe an Bedeutung gewinnt, wird sie von Privatpersonen häufig noch unterschätzt. Dabei sind Cyberbausteine teilweise bereits in Hausrat- oder Haftpflichtversicherungen enthalten oder können ergänzt werden.
Auch im Rechtsschutz kann Cyberschutz eine wichtige Rolle spielen, etwa bei Persönlichkeitsrechtsverletzungen, Cybermobbing, Rufschädigung oder Identitätsdiebstahl. Entscheidend ist, dass Deckungssumme und Leistungsumfang zum individuellen Nutzungsverhalten passen: Wer online einkauft, soziale Medien nutzt, ein Smart Home betreibt oder KI-gestützte Anwendungen verwendet, sollte seinen Versicherungsschutz entsprechend prüfen und gegebenenfalls ergänzen. Insbesondere wegen neuer Risiken durch KI raten die ARAG IT-Experten zu einer vorausschauenden Absicherung.
Weitere interessante Informationen unter:
https://www.arag.de/versicherungs-ratgeber/
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