Literarischer Jahresauftakt in Irsee
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Freitag, Jan. 9, 2026
Auf kraftvolle Weise erzählt Zaimoglu in seinem neuesten Werk von der Trauer eines Sohnes um seinen verstorbenen Vater und der Reise zu dessen Grab, die gleichsam eine Erinnerungsreise in die gemeinsame Vergangenheit ist. Im anschließenden literarischen Gespräch gab Zaimoglu Einblick in seinen Schaffensprozess sowie die Herausforderungen des Schriftstellerdaseins und sprach über die Bedeutung von Literaturpreisen als zentrale Wertschätzung für Autorinnen und Autoren.
Die öffentliche Preisverleihung des Autoren- und des Jurypreises bildete den feierlichen Abschluss des diesjährigen Irseer Pegasus und richtete den Fokus auf Werke von Nachwuchsautoren, die ihre Texte dem interessierten Publikum vortrugen.
Mit seinem mehrteiligen Gedicht, das keinen Titel trägt, überzeugte Konstantin Schmidtbauer (der in Rom lebt) seine Kolleginnen und Kollegen, die ihm den Autorenpreis verliehen. „In Konstantin Schmidtbauers Text ohne Titel ist ein Ich das sich in die Landschaft hinein bewegt, sich in sie einschreibt und aus ihr heraus spricht.“ Ich gehe einen riss durchs dorf heißt es in den Zeilen. „Was ist mit diesem Riss?“ fragte sich die Autorenrunde um die Laudatorin Tara Meister (Wien):„Möglicherweise ist es ein Spalt, ein Zwiespalt, wie wir ihn alle kennen. Hier – und das macht mit die Größe des Textes aus – bekennt sich jemand zu diesem Zwiespalt, der Zerrissenheit, folgt ihr statt sich abzuwenden und bleibt nicht auf einer Seite des Risses stehen.“
Für seinen Text „Spielbein“ erhielt Lukas Arndt (aus Leipzig) den Jurypreis des 28. Irseer Pegasus. „Wir sind nicht nur angetan von der so frühen Reife seiner Prosa, sondern auch von seiner klaren Reflexionskraft“, führt der Juryvorsitzende Markus Orths in seiner Laudatio an. Nach einem scheinbar harmlosen Auftakt des Textes, in dem ein junger Mann sich von einer Sportverletzung erholen soll, wird im Verlauf des Textes deutlich, der junge Mann verbringt seine Tage mit Übungen zur Weltwahrnehmung aus seinem verletzten Körper heraus. Lukas Arndt gelingt in seinem Text ein von Leichtigkeit geprägter spielerischer Wechsel zwischen nüchternen Blicken auf die nackte Existenz des Menschen und einem humorvollen und augenzwinkernden Weltwahrnehmung, so die Jury.
2026 jährt sich der Autorenworkshop Irseer Pegasus zum 28. Mal. Die Veranstaltung, die von der Schwabenakademie Irsee in Kooperation mit dem Verband Deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Bayern (VS) ausgerichtet wird, bildet den literarischen Jahresauftakt in Kloster Irsee. Der Workshop ist für zwölf Nachwuchsautorinnen und -autoren kostenfrei. Bereits die Teilnahme ist eine Auszeichnung, gingen doch in diesem Jahr über 260 Bewerbungen ein. Möglich ist dies durch die Unterstützung des Sparkassenbezirksverbands Schwaben. Der Jury gehören der Autor und ehemalige Pegasus-Gewinner Markus Orths (Karlsruhe), der Schriftsteller und Kulturmanager Dr. Thomas Kraft (Herrsching am Ammersee) sowie die Lyrikerin und Verlegerin Daniela Seel (Berlin) an.
Die Teilnehmenden des Jahrgangs 2026 präsentieren sich und ihre Arbeiten digital auf der Website www.irseer-pegasus.de. Die Homepage dient als Plattform, die interessierten Leserinnen und Lesern Einblicke in die das vielfältige Repertoire der Autorinnen und Autoren ermöglicht.
Der nächste Irseer Pegasus findet Anfang Januar 2027 in Kloster Irsee statt. Der genaue Termin sowie die Bewerbungsfrist für die Teilnahme werden zeitnah veröffentlicht.
Schwäbisches Bildungszentrum Irsee
Klosterring 4
87660 Irsee
Telefon: +49 (8341) 906-00
Telefax: +49 (8341) 74278
http://www.kloster-irsee.de
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