Biallo-Tipp: Die Krankenkassen müssen ihre Mitglieder über eine Erhöhung des Zusatzbeitrags informieren. Das muss per Brief erfolgen oder über das Internetportal der Krankenkasse, wenn sich Mitglieder dort registrieren. Die Kasse muss auch über Wechselmöglichkeiten informieren.
Zusatzbeiträge von großen gesetzlichen Krankenkassen im Vergleich
Um Ihnen die ganze Bandbreite der Zusatzbeiträge aufzuzeigen, haben wir in der folgenden Tabelle Beitragssätze der großen Krankenkassen (Auswahl) zusammengetragen sowie Beitragssätze von Kassen, die zumindest ein etwas weniger als den Durchschnittsbeitragssatz verlangen (Auswahl) als auch von Kassen, die zu den teuersten gehören. Der Tabelle können Sie auch entnehmen, um wie viel die Krankenkassen ihren Zusatzbeitrag im Vergleich zum Jahr 2025 erhöht haben.
- Deutlich wird bei dem Vergleich – blickt man auf die Gesamtzahl an Kassen –, dass die meisten Kassen ihre Zusatzbeiträge moderat erhöht haben. Erhebliche Sprünge, wie sie im Jahr 2025 üblich waren, sind nicht darunter. Viele Kassen verlangen unter drei Prozent an Zusatzbeitrag, es gibt aber im Vergleich zum vergangenen Jahr eine zunehmende Anzahl an Kassen, die mehr als vier Prozent verlangen.
- Die BKK firmus bleibt auch 2026 die günstigste bundesweit geöffnete Krankenkasse mit einem Zusatzbeitrag von 2,18 Prozent und einem Gesamtbeitrag von 16,78 Prozent.
- Lange hat die Handelskrankenkasse hkk den Spitzenplatz der günstigsten bundesweit geöffneten Krankenkasse eingenommen. Den ersten Platz musste sie schon im vergangenen Jahr an die BKK firmus abtreten, jetzt rutscht sie mit der Erhöhung des Zusatzbeitrags auf 2,59 Prozent auf Platz drei (gesamt 17,19 Prozent), hinter die TUI BKK, die einen Zusatzbeitrag von 2,5 Prozent verlangt (gesamt 17,1 Prozent).
- Auch die Techniker Krankenkasse, Deutschlands größte Kasse, hat ihren Zusatzbeitrag wieder erhöht und liegt jetzt bei 2,69 Prozent. Mit einem Gesamtbeitrag von 17,29 zählt sie dennoch zu den günstigeren Kassen.
- Bei den AOKs und den BKKs zeigt sich die ganze Bandbreite an Beiträgen. Hier können Versicherte in regional geöffneten Kassen noch günstigere Angebote finden.
- Die Anzahl an Kassen, die über 4 Prozent Zusatzbeitrag verlangen, steigt. Mit zu den teuersten gehört wie im letzten Jahr die Knappschaft, die allerdings ihren Zusatzbeitrag als einzige gesenkt hat, von 4,4, auf 4,3 Prozent. Jetzt ist die BKK24 mit einem Zusatzbeitrag von 4,39 Prozent (gesamt 18,99 Prozent) die teuerste Kasse. Auch IKK – Die Innovationskasse zählt mit 4,3 Prozent (gesamt 18,9 Prozent) zu den Kassen mit den den höchsten Beiträgen, wie auch die Viactiv, die bei 4,19 Prozent liegt (gesamt 18,79 Prozent).
Rechenbeispiele: So viel kostet Sie der Zusatzbeitrag
Die folgenden zwei Rechenbeispiele veranschaulichen, wie viel der durchschnittliche Zusatzbeitrag in Abhängigkeit vom Bruttogehalt monatlich ausmacht.
Rechenbeispiel I: Zusatzbeitrag bei einem Bruttogehalt von 3.000 Euro
Bei einem Bruttoeinkommen von 3.000 Euro im Monat fallen bei einem Beitragssatz von 17,5 Prozent (allgemeiner Beitragssatz + durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2026) 525 Euro an Krankenkassenbeitrag im Monat an. Davon bezahlt der Arbeitgeber die Hälfte (262,50 Euro), Sie als Versicherter zahlen die andere Hälfte, ebenso 262,50 Euro. Der Anteil des Zusatzbeitrags macht 43,50 Euro aus im Monat (Arbeitnehmeranteil). Im Jahr sind das 522 Euro allein an Zusatzbeitrag.
Durch einen Wechsel zu einer Krankenkasse, die zum Beispiel nur einen Zusatzbeitrag von 2,18 Prozent verlangt (z.B. BKK firmus), sinkt Ihr Zusatzbeitragsanteil auf 32,70 Euro im Monat, 392,40 Euro im Jahr. Sie sparen also 10,80 Euro im Monat und 129,60 Euro im Jahr.
Rechenbeispiel II: Zusatzbeitrag bei einem Bruttogehalt ab der Beitragsbemessungsgrenze
Bei Versicherten, die deutlich höhere Einkommen haben, wirkt sich das Sparpotenzial noch erheblicher aus. Wer im Jahr 2026 im Monat 5.812,50 beziehungsweise 69.759 Euro oder mehr im Jahr verdient – so hoch ist die Beitragsbemessungsgrenze 2026 – bezahlt bei einem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent 84,28 Euro im Monat allein an Zusatzbeitrag, beziehungsweise 1.011,38 Euro im Jahr. Auch hier die Gegenrechnung: Bei einem Wechsel zu einer Kasse, die nur 2,18 Prozent Zusatzbeitrag erhebt, sinkt der Zusatzbeitragsanteil auf 63,36 Euro im Monat, bzw. 760,28 Euro im Jahr. Das sind 251,10 Euro Ersparnis im Jahr.
Hohe Kostenbelastung durch Zusatzbeitrag der GKV
Liegt der Zusatzbeitrag Ihrer Krankenkasse über dem durchschnittlichen Wert von 2,9 Prozent, zahlen Sie jeden Monat noch mehr als in den beiden genannten Beispielen. Noch erheblicher fällt die Belastung für freiwillig versicherte Selbstständige aus, denn sie müssen ihren Beitrag komplett allein bezahlen. Bei beiden Rechenbeispielen kommt so ein Zusatzbeitragsanteil von 1.520,56 Euro beziehungsweise 2.022,76 Euro im Jahr zusammen. Da klingt es durchaus verlockend, zu einer Kasse zu wechseln, die einen Zusatzbeitrag erhebt, der unter dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag liegt.
Verwendete Quellen:
Bundesgesundheitsministerium: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/krankenkassen-erhoehen-die-beitraege.html
Bundesregierung: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/beitragsgemessungsgrenzen-2386514
GKV-Spitzenverband: https://www.gkv-spitzenverband.de/
Verband der Ersatzkassen (vdek): https://www.vdek.com/magazin/ausgaben/2025-06/durchschnittlicher-zusatzbeitrag-2026.html
Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV): https://www.pkv.de/
Verbraucherzentrale: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/krankenversicherung/zusatzbeitrag-der-krankenkasse-sonderkuendigung-und-wechsel-moeglich-10581
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